Monsieur Becker

Französisch

Ausstellung: »Fremde?«

Freitag, 16. Oktober 2009

Heute eröffnet im Deutschen Historischen Museum (Berlin) die gemeinsam mit der Cité nationale de l’histoire de l’immigration (Paris) erarbeitete Ausstellung Fremde? Bilder von den »Anderen« in Deutschland und Frankreich seit 1871. Das DHM schreibt auf seiner Internetseite:

Die Gesellschaften der europäischen Staaten sind mit tiefgreifenden Wandlungs­pro­zessen konfrontiert: Zum einen relativieren sich nationale Grenzen und Souveränitäts­ansprüche im Zuge des Globalisierungsprozesses und der europäischen Integration; zum anderen stellen die Migrationsbewegungen der letzten Jahrzehnte die aus dem 19. Jahr­hundert übernommene Fiktion des ethnisch »homogenen« Nationalstaates grund­sätzlich in Frage. Diese Umbrüche werden die politischen Diskurse und Entscheidungsprozesse auch in den kommenden Jahrzehnten prägen.

Die gemeinsam mit der Pariser »Cité nationale de l’histoire de l’immigration« erarbeitete Ausstellung behandelt das Thema in einer vergleichenden Perspektive. Dabei geht sie über die Migrationsgeschichte hinaus und analysiert Fremdbilder, die bei der jeweiligen nationalen Selbstdefinition als Gegenstand der Abgrenzung grundlegend waren und teilweise immer noch sind.

Die Ausstellung ist bis Ende Januar 2010 täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.

Ergänzung: Am Donnerstag, den 12. November 2009, findet von 15 Uhr bis 18 Uhr ein Lehrerseminar statt.

Ergänzung 2: Die Onlineausgabe der Zeit hat einen Artikel über die Ausstellung veröffentlicht. Da ich mittlerweile die Ausstellung selbst besucht habe, kann ich sagen, dass der Artikel in seiner inhaltlichen Beschreibung ganz treffend ist. Die Kritik an der nüchternden Präsentation und der Textlastigkeit teile allerdings ich nicht. Die Texte vermitteln kurz und knapp zentrale Aspekte, aber auch notwendige Hintergrundinformationen, durch die man als Besucher überhaupt erst in die Lage versetzt wird, eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie Deutsche und Franzosen sich gegenseitig und andere »Fremde« sahen und heute sehen. Wünschenswert wäre aus meiner Sicht gewesen, dem gegenwärtigen Bild von »Fremden« mehr Raum zu geben.

Der Ausstellungskatalog liegt in deutscher Sprache vor und kann sicherlich Anregungen für den Geschichtsunterricht geben. Da À chacun ses étrangers ? France-Allemagne de 1871 à aujourd’hui bereits in Paris lief, gibt es auch einen französischsprachigen Katalog.

Kommentare gern hier im Blog oder via Twitter (@monsieurbecker).

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