Monsieur Becker

Französisch

Konjugationstabellen im Vergleich

Samstag, 10. Oktober 2009 · ,

Konjugationstabellen sind nützliche Helfer, wenn man schnell die Konjugation von unregelmäßigen Verben oder seltener gebrauchten Zeiten nachschlagen möchte. Moderne Konjugationstabellen gehen über diese reine Nachschlagefunktion deutlich hinaus. Ein kleiner Überblick, mit Empfehlung.

Bescherelle: L’Art de conjuguer

Zu den Klassikern der französischen Verbtabellen gehört »der Bescherelle«, der sich in drei Rubriken gliedert.

In der ersten Rubrik werden 83 Musterverben konjugiert, zudem gibt es zwei Tabellen für die passivische und die reflexive Konjugation. Die Verben avoir und être bilden den Anfang, es folgen die Verben auf -er, auf -ir (Typ finir) und abschließend die unregelmäßigen Verben.

Die zweite Rubrik, »Zur Grammatik des Verbs«, führt in die Morphologie und Syntax ein. Besonders nützlich ist hier die Liste häufig verwendeter Verben nach der Art ihrer Infinitivergänzung. Um drei Beispiele zu nennen: Bei compter ›beabsichtigen‹ ist dies der reine Infinitiv (compter faire qc), bei hésiter ›zögern‹ erfolgt der Anschluss mit à (hésiter à faire qc) und bei parler ›sprechen‹ erfolgt der Anschluss mit de (parler de faire qc). Im Großen und Ganzen ist diese Rubrik aber für Lernerinnen und Lerner an Schulen und Volkshochschulen zu umfangreich.

Eine Besonderheit des Bescherelle ist seine dritte Rubrik: die alphabetische Verbliste. Das Besondere an dieser ist, dass darin so gut wie jedes existierende französische Verb nicht nur einem Konjugationsschema zugeordnet, sondern auch übersetzt wird.

Pons: Verbtabellen Plus Französisch

Mit einer lernerfreundlichen Kurzgrammatik beginnt Pons seine »Verbtabellen Plus Französisch«.

Sodann folgen 77 Doppelseiten mit Musterverben, zwei davon illus­trieren die passivische und die reflexive Konjugation. Jede Doppel­seite verzeichnet auf der linken Seite das Konjugations­schema. Rechts findet man Beispiele und Wendungen, eine Auswahl an Verben mit der gleichen Konjugation, Hinweise auf Besonderheiten sowie Tipps fürs Verbenlernen, teils spezifisch auf der Musterverb zugeschnitten, teils allgemein. Dieses Konzept ist sehr gut für Lernerinnen und Lerner, die auf diese Weise ihren Wortschatz erweitern können.

Es folgt eine Übersicht über unvollständige Verben, eine kurze Liste der häufigsten Verben mit ihren Präpositionen und eine schätzungsweise 3800 Verben umfassende alphabetische Liste, in der neben einer Übersetzung auch die entsprechende Konjugation angegeben wird.

Langenscheidt Verbtabellen Französisch

Langenscheidts »Verbtabellen Französisch« sind ähnlich wie Pons‘ aufgebaut, beginnen aber mit Tipps und Tricks zum Konjugations­training. Dahinter verstecken sich Hinweise, die auch zum Sprachen­lernen allgemein ganz nützlich sind.

Die Grammatik ist grundsätzlich lernerfreundlich, hätte aber an Klarheit gewinnen können, wenn man nicht jedes grammatische Kapitel einer Niveaustufe im Europäischen Referenzrahmen zugeordnet hätte, sondern eine Unterteilung in Basis- und Aufbauwissen vorgenommen hätte.

Die Konjugationstafeln, 70 an der Zahl, sind nach dem Doppel­seiten­prinzip aufgebaut. Die Verben sind jedoch nicht nach den Klassen Verben auf -er, auf -ir (Typ finir) und unregelmäßige Verben sortiert, sondern alphabetisch. Davon ausgenommen sind die ersten neun Verben. Die Sortierung der Verben wirkt recht willkürlich und erleichtert nicht das schnelle Auffinden. Sehr unglücklich bin ich darüber, dass das unregelmäßige Verb s’asseoir als Musterverb für die reflexive Konjugation dient. Die Besonderheiten der reflexiven Konjugation gehen hier angesichts der Unregelmäßigkeiten etwas unter.

Es schließt sich eine sehr kurze Liste von Verben mit ihren Präpositionen und die alphabetische Verbliste an. Die letztgenannte umfasst deutlich unter 1000 Verben (schätzungsweise 750), liegt dafür aber sowohl in der Richtung Französisch-Deutsch und Deutsch-Französisch vor.

Insgesamt möchte ich zu dem Buch bemerken, dass die konsequente Blaufärbung des französischen Textes aus meiner Sicht das Buch recht unübersichtlich macht.

Klett: Die französischen Verben

Das Nachschlagewerk »Die französischen Verben« von Klett richtet sich explizit an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II.

Es umfasst 76 Musterverben. Einige Konjugationsschemata kommen dabei mit verschiedenen Musterverben vor, um den Lernerinnen und Lernern die Anwendung zu erleichtern. In den Konjugationstabellen wird das Passé simple nur angeschnitten, der Subjonctif Imparfait hingegen bleibt völlig ausgespart. Dies geschieht bewusst, da beide Zeitformen für Schülerinnen und Schüler kaum relevant sind. Positiv ist ebenfalls, dass auf die Liaison (vous avez [vuzave]) mit einem Bogen (hier nicht darstellbar) hingewiesen wird.

Die alphabetische Verbliste umfasst die rund 2000 wichtigsten Verben. Sehr übersichtlich werden die wichtigsten Bedeutungen und präpositionalen (und präpositionslosen) Anschlüsse ebenfalls aufgeführt.

Zusammenfassung und Empfehlung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Bescherelle ganz der Tradition der Konjugations­tabel­len verpflichtet ist. Klett zum Teil ebenfalls, dort besticht man jedoch durch eine sinnvolle Schülerorientierung sowie durch Klarheit und Übersichtlichkeit in der Verbliste. Pons‘ und Langen­scheidts Verbtabellen setzen sich von dieser reinen Nachschlagefunktion ab und binden die Konjugation stärker in die Wortschatzarbeit ein.

Bis auf Langenscheidts Verbtabellen kann ich alle Verbtabellen empfehlen.

Dabei möchte ich Kletts »Die französischen Verben« vor allem Schülerinnen und Schülern ans Herz legen. Pons‘ »Verbtabellen Plus Französisch« eignen sich aus meiner Sicht für erwachsene Lernerinnen und Lerner. Und der Bescherelle ist insbesondere im Regal von Studentinnen und Studenten gut aufgehoben.

Quellenangabe:

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