Freitag, 2. April 2010 – 22:55 Uhr
Gütekriterien von Lernerfolgskontrollen, Klausuren und mündlichen Prüfungen sind Objektivität, Reliabilität und Validität. Ein Test ist objektiv, wenn das Ergebnis weder vom Lehrer, dessen Verhalten beim Test oder von der Art der Auswertung beeinflusst wird. Er ist reliabel, wenn er das, was er misst, möglichst genau misst. Und er ist valide, wenn er das, was er messen soll, auch tatsächlich misst.
Auch wenn diese Anforderungen der klassischen Testtheorie nur bedingt in der Schule erfüllbar sind, sollte man sich als Lehrer dennoch bemühen, ihnen gerecht zu werden.
Entscheidend für die Validität ist bei Tests und mündlichen Prüfungen eine klare und deutliche Aufgabenstellung (vgl. Haubrich 2006: 227). W-Fragen sind hierbei ungeeignet, denn die Schüler wissen nicht eindeutig, was sie tun sollen, wie an folgendem Beispiel aufgezeigt werden soll: »Welche Auswirkung hat die Bevölkerungsentwicklung in China?« Die Schüler könnten die Auswirkungen nennen, beschreiben, charakterisieren, erklären, erläutern, skizzieren, vergleichen, beurteilen, bewerten, diskutieren, …
Die Verwendung eines Operators ist daher notwendig und gemäß der EPA Geographie Bestandteil jeder Prüfungsaufgabe (vgl. Kultusministerkonferenz 2005: 7).
Hinter dem hochtrabenden Begriff ›Operatoren‹ steckt letztlich nichts anderes als eine quasi uneingeschränkte Vielzahl an handlungsinitiierenden Verben oder – einfach ausgedrückt – Verben, die bei den SchülerInnen (sic!) relativ genau vordefinierte und eintrainierte Handlungsweisen zur Bearbeitung einer gestellten Aufgabe auslösen soll.
(Keller 2009: 29)
Die Vielfalt an Operatoren ist bedrückend. Mehrere Zusammenstellungen vergleichend lassen sich leicht rund 55 Operatoren finden. Allein für den Geografieunterricht.
Während Keller (2009: 30) vorschlägt, dass Lehrer sowie Schüler gemeinsam die Bedeutung jedes Operators aushandeln und in den entsprechenden Anforderungsbereich einordnen, bin ich der Meinung, dass die Bedeutungsauslegung nur auf der Ebene des Kollegiums sinnvoll ist, um innerhalb der Schule vergleichbare Anforderungen zu gewährleisten. In Anbetracht der Tendenz zu zentralisierten Prüfungen wäre es meines Erachtens sogar noch sinnvoller, wenn auf Landes- bzw. durch die Kultusministerkonferenz sogar auf Bundesebene Operatoren festgelegt, definiert und mit Beispielen illustriert würden.
Diesem Wunsch steht die Realität entgegen: Die Kultusministerkonferenz (2005: 6f.) verwendet in der EPA Geographie 27 Operatoren, erklärt sie aber nicht. In Schulbüchern sind unterschiedlich viele zu finden, darüber hinaus werden sie, selbst innerhalb eines Verlages, unterschiedlich definiert.
Mit einer Artikelserie »Operatoren im Erdkundeunterricht« möchte ich einen Beitrag gegen den Operatorenwirrwarr und für eine einheitlichen Verwendung von Operatoren leisten. Für jeden Anforderungsbereich werde ich verschiedene Zusammenstellungen vergleichen, einzelne Operatoren diskutieren und abschließend einen Katalog an Operatoren vorschlagen.
In besonderem Maße orientiere ich mich an den EPA Geographie sowie an den Bildungsstandards, herausgegeben von der DGfG (2008).
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