Monsieur Becker

Geografie & Panorama

Plastic Planet

Mittwoch, 11. Mai 2011

Wir leben im Plastikzeitalter. Wo man in seiner Wohnung hinschaut, überall Kunststoffe. Es ist schon praktisch, was man mit diesem Allrounder alles machen kann. Doch die Kehrseite der Medaille: Plastiktüten »zieren« die Landschaft, in den Ozeanen gibt es sechsmal mehr Plastik als Plankton. Fische sterben mit vollem Magen, Albatrossjunge verenden, da ihre Eltern sie mit Plastikmüll gefüttert haben. Das geht auch noch lange so weiter, schließlich braucht es mehrere Jahrhunderte, bis eine Kunststofftüte vollständig abgebaut ist.

Um eben diese Kehrseite des ungebrochenen Plastikglaubens dreht sich der Film »Plastic Planet« von Werner Boote. Er ist nicht reißerisch, er will sensibilisieren.

Zum Beispiel für den Fakt, dass viele unserer täglichen Lebens­mittel in Plastik eingepackt sind. Jedem, der sich die Mühe macht, Produkte mit dem grünen Punkt gesondert zu recyceln, wird das aufgefallen sein. Was weniger offensichtlich ist: Weichmacher und andere Zusatzstoffe lösen sich aus solchen Verpackungen, gehen in die Nahrung über und werden aufgenommen. So etwas Bisphenol A, das in Polycarbonaten vorkommt. Dieses wurde beispielsweise lange für Babyflaschen verwendet. Bisphenol A wirkt im Körper jedoch wie Östrogen und senkt bei männlichen Personen die Spermienproduktion. Eine Untersuchungsreihe mit unfruchtbaren Paaren hat bei diesen erhöhte Konzentrationen von Stoffen gefunden, die in Kunststoffen enthalten sind.

Der Film bietet interessante Einblicke, die bedenklich stimmen. Entpuppt sich der Plastiksegen als Fluch?

Den Film gibt es beispielsweise bei Amazon auf DVD und Blu-ray in einer (fast) plastikfreien Ökoverpackung, aber auch als traditionell verpackte DVD.

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2 Reaktionen

  1. teacher

    13. Mai 2011 – 23:41 Uhr (#534)

    Der Film ist sehenswert, aber doch recht manipulativ. In den Klassen regt er zum Nachdenken an, aber er ändert nichts.
    lg teach
    http://teacher.twoday.net/stories/16541847/

  2. Julius Becker

    14. Mai 2011 – 08:15 Uhr (#538)

    Ja, ein Umdenken ist für den Einzelnen in der Tat schwierig, weil es schlechterdings unmöglich ist, dem Plastik auszuweichen. Auf der anderen Seite wirft man vielleicht weniger sorglos die Plastiktüte in die Walachei.

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