Monsieur Becker

Französisch & Panorama

Förderordner Französisch

Sonntag, 21. September 2014 ·

An meiner Schule gibt es für die Klassenstufen 7 und 8 an drei Tagen der Woche ein Ganztagsangebot. Neben dem regulären Unterricht haben die Schülerinnen und Schüler (= SuS) drei »Ganztagsstunden«. Eine oder zwei AGs können in dieser Zeit besucht werden, der Rest (zwei bzw. eine Stunde) ist Flexzeit.

Während der Flexzeit erledigen die SuS unter Aufsicht von externen Partnern und Lehrkräften Hausaufgaben oder üben Mathematik. Für die Matheübungen gibt es einen Ordner mit verschiedenen Niveaustufen; die SuS haben vorher einen Eingangstest geschrieben und nehmen sich entsprechend die Arbeitsblätter. (Konkret erarbeiten bzw. wiederholen die Lernenden den Themenbereich Bruchrechnung, im Anschluss schreiben sie einen neuen Test.)

Alle Arbeitsblätter sind mehrfach vorhanden und laminiert. Die SuS schreiben mit einem non-permanenten Folienstift auf die Blätter und wischen sie, nachdem sie ihre Ergebnisse kontrolliert haben, anschließend wieder sauber. Das alles funktioniert ganz gut, mal davon abgesehen, dass ungestüme SuS-Hände auf labile Ordnerschließmechanik treffen.

Damit die Lernenden zukünftig auch individuell Französisch üben können, stelle ich gerade einen Förderordner zusammen. Hier zahlt sich die Entscheidung der Fachkonferenz für das neue À plus aus, denn mit dem Förderheft, das jedem Carnet d’activité beiliegt, den Übungen im Grammatikheft sowie den Diagnosematerialien füllt sich der Ordner fast von allein.

Aufbau des Ordners

Der erste Band von À plus ist in 8 Unités untergliedert, ab Unité 2 wechseln sich nach jeder Unité die »Evaluationsmodule« Bilan und Fais le point ab. Diese Einteilung (14 Abschnitte) habe ich einfach übernommen, wobei sich die ersten vier Lektionen in einem Ordner befinden, die letzten vier in einem zweiten. Am Ende jeden Ordners gibt es dann noch Lösungsblätter zur Selbstkorrektur.

Material zu jeder Unité

Für jede Unité werden Materialien aus dem Förder- und dem Grammatikheft bereitgestellt:

Material zu Bilan und Fais le point

Für die Bilan– und Fais-le-point-Teile gibt es (a) Diagnose-, (b) Diagnoselösungs-, (c) Förderübungs- und (d) Förderübungslösungsmaterialien. Die (a) Diagnoseübungen überprüfen die SuS selbst mit dem (b) Diagnoselösungsmaterial. Darin werden auch Förderübungen empfohlen. Damit die Lernenden immer wissen, was ihnen empfohlen wird, ist das Diagnoselösungsmaterial eine normale Kopie auf weißem Papier, die sich in Klassenstärke im Ordner befindet. Die SuS können das Blatt also behalten. Die (c) Förderübungsmaterialien sind hellgelb, ebenso die (d) Lösungen.

»Produktionsprozess«

Zum Abschluss möchte ich noch etwas zum »Produktionsprozess« sagen.

Oben hatte ich bereits geschrieben, dass ungestüme SuS-Hände auf labile Ordnerschließmechanik treffen, sodass innerhalb der ersten Woche zwei Matheübungsordner kaputt gingen. Ich habe mich daher für einen Leitz-Aktenordner entschieden, bei dem sich der Hebel 180° bewegen lässt. Den gibt es auch in den vier Farben, die die vier À-plus-Bände haben (gelb, hellgrün, hellblau, orange).

Für die farbigen Papiere habe ich von zwei unterschiedlichen Marken gekauft: Pastellgrün und pastellblau sind PEFC-zertifizierte A4-Papiere von Staples mit einer Grammatur von 80g. Intensivgelb und mittelorange haben die gleiche Größe und Grammatur, sind allerdings von Rainbow (bzw. Papyrus) und FSC-zertifiziert. Gern hätte ich farbiges Recyclingpapier verwendet, habe jedoch keines in den gewünschten Farben gefunden. Immerhin können die weißen Diagnosebögen auf recyceltem Papier gedruckt bzw. kopiert werden.

Zur Lamination: Insgesamt habe ich über 400 Folien verbraucht. Sehr zufrieden bin ich mit den A4-Folien von Peach, da sie über »easy centering« verfügen. Im Gegensatz zu den meisten Folien, die nur an einer kurzen Seite nicht offen sind, geht der Verschluss bei den Peach-Folien auch ein klein Wenig um die Ecke, was beim Einlegen der Arbeitsblätter in die Folie sehr hilfreich ist. Natürlich ist der Zeitgewinn pro Folie nicht sehr groß, doch bei 400 Folien macht sich der Unterschied schnell bemerkbar. Das Laminieren selbst dauert an die sieben Stunden.

Wie deutlich wurde, ist so ein Förderordner mit einem enormen Arbeits- und finanziellen Aufwand verbunden. Ich schätze, dass ich ca. 15 Stunden beschäftigt war, einschließlich Einkauf und Herstellung. Für die Ordner habe ich 10 € ausgegeben, das Papier kostete ca. 26 €, die Folien schlagen mit 32 € zubuche. Summa summarum betragen die Materialkosten für den Förderordner etwa 70 €. Für einen Lehrbuchband. Das klingt erstmal viel, doch runtergebrochen auf vier Klassen, die ihn nutzen können und mindestens vier Jahren Einsatz kostet er weniger als 4,50 € pro Klasse und Schuljahr.

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