Monsieur Becker

Panorama

Warum ich Perspective Daily unterstütze

Samstag, 6. Februar 2016

Neben Exekutive, Legislative und Judikative gibt es […] die Medien, die zwar keine eigene Gewalt zur Änderung der Politik oder zur Ahndung von Machtmissbrauch besitzen, aber durch Berichterstattung und öffentliche Diskussion das politische Geschehen beeinflussen können. (Quelle)

In Zeiten, in denen Artikel mit reißerischen Überschriften in Klickstrecken zerstückelt werden, jedes Gerücht als Eilmeldung in die Welt gesetzt wird und sich allernorts die gleichen Meldungen der Nachrichtenagenturen finden, hat man den Eindruck, dass Medien teilweise nicht mehr ihrer Funktion nachkommen. Verantwortlich dafür sei, so liest man immer wieder, die Kostenlosmentalität im Internet, sodass man von Klicks geradezu abhängig sei, um Werbung verkaufen zu können. Was polarisiert wird geklickt und lässt sich monetarisieren. Algorithmen, die bei Facebook die Timeline bestücken, oder wie sie bei Twitter eventuell erwogen werden, begünstigen die Fokussierung auf Polarisierendes.

Um aus diesem Hamsterrad von Eilmeldungen und Klicks auszubrechen, gibt es verschiedene Versuche.

Im Jahr 2014 starteten die Krautreporter (@krautreporter). Ich war bei der Crowdfundingkampagne dabei und wurde im Nachhinein enttäuscht, denn inhaltlich und vor allem technisch sprach mich die Umsetzung gar nicht an. Auch in der Kommunikation lief meines Erachtens vieles nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, sodass ich mein Abo nicht verlängert habe.

Seit 2014 unterstütze ich CORRECT!V (@correctiv_org), „das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum“, das sich an Vorbildern wie De Correspondent orientiert. Zwar kann ich mit der Art des Bookzines nicht so richtig etwas anfangen, jedoch finde ich den Ansatz, zu vielfältigen Themen zu recherchieren und mit Medienpartnern zusammenzuarbeiten, sehr spannend. Reportagen, die mich besonders ansprechen, habe ich gepinboarded.

Einen anderen Ansatz versucht nun Perspective Daily (@PDmedien), konstruktiver Journalismus ist ihr Ziel. In fünf Beiträgen die Woche sollen nicht nur Probleme, sondern auch Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. „Dafür arbeiten [die Macher] mit neugierigen und engagierten Autoren, die Fachwissen und Leidenschaft vereinen. Dazu kommen kluge Köpfe, Visionäre und Querdenker aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.“ Der Twitterhashtag lautet gänzlich unbescheiden: #zeigenwasgeht. Ich, ich will sehen, was geht, daher bin ich Mitglied Nr. 2288 geworden. Fast 4000 Menschen haben sich ebenfalls dafür entschieden, bis zum 21. Februar fehlen aber noch knapp 8100, die bereit sind, das Vorhaben mit 42 € zu unterstützen. Einen Versuch ist es wert.

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