Monsieur Becker

Panorama

US-Wahlsystem

Samstag, 12. November 2016

Obwohl Hillary Clinton insgesamt die meisten Stimmen bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 erhielt, erreichte Donald Trump die meisten Wahlmänner und ist daher der gewählte Präsident.

Der unrühmliche Grund des Wahlmännerkollegiums

Das Nachrichtenmagazin Time beleuchtet den unrühmlichen Grund für das Wahlmännerkollegium (via @damianduschamps) – es ist die Sklaverei.

Die Anzahl der Wahlmänner eines Staates setzt sich zusammen aus der Anzahl seiner Senatoren (immer 2) und seiner Abgeordneten im Repräsentantenhaus (mindestens 1). Die Anzahl der Abgeordneten richtet sich nach der Einwohnerzahl. Als Einwohner galten in diesem Zusammenhang damals laut Verfassung nicht nur alle freien wahlberechtigten Männer, sondern auch die männlichen Sklaven wurden zu drei Fünftel berücksichtigt. So hatte Pennsylvania trotz einer größeren Anzahl an Wahlberechtigten weniger Wahlmänner als Virginia, wo mehr Sklaven lebten.

Seit dem 14. Zusatzartikel (1868 ratifiziert) ist die Drei-Fünftel-Klausel hinfällig geworden. Es bedurfte noch weiterer Verfassungszusätze, um Einschränkungen des Wahlrechts zu beseitigen.

Clinton – die eigentliche Gewinnerin?

»Ist Clinton doch die heimliche Präsidentin? «, fragt die FAZ und zeigt auf, dass es fragwürdig ist, dass Hillary Clinton bei einer Direktwahl tatsächlich gewonnen hätte. Der Grund hierfür liegt auch wieder beim Wahlmännerkollegium und seiner Auswirkung auf die Wahlbeteiligung.

Im Fokus der Wahlen und Wahlkampagnen stehen die so genannten Swing States, in denen mal die Demokraten und mal die Republikaner gewinnen, hier kommt es auf jede Stimme an.

In den demokratischen und republikanischen Hochburgen hingegen lohnt sich der Gang zur Wahlurne für die Anhängerinnen und Anhänger der gegenerischen Partei meist kaum. Kalifornien wählt zum Beispiel traditionell demokratisch. Nach dem „Winner takes all“-Prinzip fallen alle kalifornischen Wahlmänner an die Demokraten. Für Republikanerinnen und Republikaner aus dem Bundesstaat ist es daher fast gleich, ob sie wählen oder nicht, insofern sind sie weniger motiviert, zur Wahl zu gehen.

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