Monsieur Becker

Panorama

Reform der Lehrerbesoldung

Dienstag, 13. Oktober 2009 ·

Das arbeitgebernahe Wirtschaftsforschungsinstitut »Institut der deutschen Wirtschaft« in Köln hat ein Positionspapier zur Reform der Lehrerbeschäftigung herausgegeben.

Status quo

Die Autoren untersuchen die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften im internationalen Vergleich sowie die personalrechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Sie stellen fest, dass das Tätigkeitsumfeld von Lehrern in Deutschland geprägt ist »durch einen relativ großen Handlungs­spielraum, eine geringe Kontrollintensität und so gut wie keine positiven oder negativen Anreizmechanismen, die zu effizienz- und qualitätssteigerndem Verhalten bewegen könnten.« (Klein/Stettes 2009: 35) Darüber hinaus behinderten diverse Faktoren (durchschnittlich hohe Gehälter, Beamtenstatus etc.) einen Berufswechsel ungeeigneter Lehrkräfte (ebd.).

Momentan ist es so, dass das Gehalt der Lehrer mit der Anzahl der Dienstjahre ansteigt. Dabei handelt es sich um das so genannte Senioritätsprinzip. Grundschul- und Hauptschullehrer sind in der Regel der Besoldungsgruppe A12 zugeordnet, alle anderen der Besoldungsgruppe A13.

neues Entgeltmodell

Die Autoren schlagen ein neues Besoldungssystem vor, das aus einem Grundgehalt, Zulagen und Prämien besteht.

Das Grundgehalt (entspricht dem Einstiegsgehalt: Besoldungsgruppe A12, Besoldungsstufe 3) beträgt 32 280 € jährlich (ebd: 49; Zahl weicht von Besoldungstabelle ab).

Die Zulagen werden ein- bis zweimal im Jahr gezahlt und lassen sich in drei Kategorien unterteilen (ebd.: 45ff.):

  1. eher dauerhafte Zulagen
    • für Fächer, bei denen es einen Lehrermangel gibt
    • für korrekturintensive Fächer
    • für die Übernahme von Führungsfunktionen (Jahrgangsstufenkoordinator, Fachleiter, …)
    • für die »Tätigkeit an einer Schule mit unattraktivem Standort oder mit einer für den Lernerfolg ungünstigen Zusammensetzung der Schülerschaft«
  2. jedes Schuljahr neu vergebene Zulagen
    • für das Unterrichten in der Sekundarstufe II (Oberstufe)
    • für das Unterrichten in Abschlussklassen bzw. in an Lernstandserhebungen teilnehmende Klassen
  3. von der Schulleitung festgelegte Zulagen
    • für Klassenlehrer
    • für das Unterrichten in Problemklassen
    • für Profilfächer (zur Förderung der Profilbildung)
    • für zusätzliche Aktivitäten (Arbeitsgemeinschaften, Unterricht in den Ferien, …)

Die Höhe der Zulagen der ersten beiden Kategorien sollte, so Klein/Stettes (2009: 45f.), auf Landesebene festgelegt werden, um zu vermeiden, dass Schulen einen Wettbewerbsnachteil haben. Zudem sollte die maximale Höhe der Zulagen der Differenz zwischen den Besoldungs­gruppen A13 und A12 entsprechen.

Die Autoren empfehlen des Weiteren, dass man Lehrern freistellen sollte, statt monetären Zulagen lieber Deputatsermäßigung (Verringerung der zu unterrichtenden Stunden) in Anspruch zu nehmen (ebd.: 38). Eine generelle Ersetzung der Zulagen sei allerdings nicht sinnvoll, da sonst die Unterrichtszeit besonders engagierte Lehrer automatisch verkürzt würde (ebd.).

Der letzte Gehaltsbestandteil sind die Leistungsprämien. Diese werden individuell in Kombination mit Zielvereinbarungen festgelegt und in Abhängigkeit von der Zielerreichung gezahlt (ebd.: 47f.). Die der Schule zur Verfügung stehende Summe an Leistungsprämien bemisst sich aus einer Zielvereinbarung der Schule mit dem Schulamt (ebd.). Dabei soll das Abschneiden einer Schule nicht mit anderen Schulen verglichen werden, sondern mit dem erwarteten Abschneiden der jeweiligen Schule (ebd.). Eine an die individuelle Zielerreichung gekoppelte Ausschüttung der Gruppenprämie erlaube dabei eine Binnendifferenzierung zwischen den Lehrkräften einer Schule (ebd.).

Wer soll das bezahlen?

Klein/Stettes (2009: 52) beschreiben abschließend vier Szenarien und ihre Auswirkung auf die Personalausgaben für das Jahr 2016 im Vergleich zu 2006:

  1. Alles bleibt wie bisher.
  2. Für die Berufseinsteiger wird das Senioritätsprinzip (= höheres Einkommen mit höherer Dienstzeit) abgeschafft.
  3. Für die Berufseinsteiger wird das Senioritätsprinzip abgeschafft, für alle anderen eingefroren.
  4. Das Senioritätsprinzip wird für alle abgeschafft.

Aus den Einsparungen wird errechnet, wie viel Umverteilungsspielraum das jeweilige Szenario pro Beamten/Angestellten schaffte, das heißt, wie hoch die Zulagen und Prämien durchschnittlich sein könnten (Eigene Zusammenstellung nach Klein/Stettes 2009: 55, 57ff.):

Szenario Einsparung im Jahr 2016 im Vgl. zu 2006 Umverteilungsspielraum je
Beamten Angestellten
Szenario 1 616 Mio. € 1 200 € 400 €
Szenario 2 1428 Mio. € 2 300 € 3 300 €
Szenario 3 2442 Mio. € 4 000 € 5 000 €
Szenario 4 7746 Mio. € 13 300 € 13 800 €

Quelle

Französisch

Konjugationstabellen im Vergleich

Samstag, 10. Oktober 2009 · ,

Konjugationstabellen sind nützliche Helfer, wenn man schnell die Konjugation von unregelmäßigen Verben oder seltener gebrauchten Zeiten nachschlagen möchte. Moderne Konjugationstabellen gehen über diese reine Nachschlagefunktion deutlich hinaus. Ein kleiner Überblick, mit Empfehlung. Weiterlesen »

Französisch

Rectifications orthographiques: Miniguide

Freitag, 9. Oktober 2009 ·

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die französische Sprache sehr ver­ändert; mehrfach kam es zu Rechtschreibreformen. 1740 wurde fast jedes dritte Wort in seiner Orthografie geändert. 1935 hat grand-mère die Schreibung grand’mère abgelöst.

1990 veröffentlichte der Conseil supérieur de la langue française (Paris) im Journal officiel de la République française die Rectifications orthographiques.

Das Ziel dieser Empfehlungen, die rund 2000 Wörter betreffen, ist es, die Schreibung einiger Wörter zu vereinheitlichen sowie Zusammenhangs­losigkeiten und verwirrende Schreibungen zu beseitigen, um das Ansehen der französischen Sprache in der Welt zu stärken.

Die Umsetzung der Rectifications orthographiques ist nicht verpflich­tend, wird aber empfohlen. Keine der beiden Schreibweisen – weder die alte, noch die neue – ist falsch!

Die Académie française hat die neuen Schreibungen in ihr Wörterbuch aufgenommen. Referenz­werke, wie zum Beispiel Wörterbücher, Gramma­tiken, Schulbücher und vieles mehr, wurden und werden aktualisiert, manchmal sukzessive. Die gängigsten Programme zur Rechtschreibkorrek­tur berücksichten ebenfalls die neue Orthografie.

Weitere Informationen finden Sie unter orthographe-recommandee.info. Der dort erhältliche miniguide steht hier in deutscher Übersetzung zum Herunterladen bereit.

Materialien

Französisch

IPA-Zeichen am Computer

Freitag, 9. Oktober 2009 ·

Heutzutage ist es kein Problem mehr, die Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA/API) am Computer zu benutzen.

Schriftart installieren

Zuerst benötigen Sie eine Schriftart, die die IPA-Sonderzeichen enthält. Ich verwende privat »Gentium« [ʒɛntiːum]. Sie sieht am Bildschirm nicht sehr gut aus, dafür brilliert sie auf Papier.

In diesem Blog habe ich Droid Sans eingebunden, damit Sie die IPA-Zeichen unabhängig von bei Ihnen installierten bzw. nicht installierten Schriftarten lesen können.

Schriftart Bezugsquelle Beispiel
Charis SIL SIL International [məsjø bɛkɐ]
Code2000 Code2000.net [məsjø bɛkɐ]
DejaVu Sans DejaVu-Fonts.org [məsjø bɛkɐ]
Doulos SIL SIL International [məsjø bɛkɐ]
Gentium SIL International [məsjø bɛkɐ]
Segoe UI Windows Vista/7 [məsjø bɛkɐ]
Quivira Quivira-Font.com [məsjø bɛkɐ]

Kopieren Sie die Schriftdateien in Ihren Fonts-Ordner (bei Windows meist C:/WINDOWS/Fonts/).

Starten Sie anschließend Ihr Textverarbeitungsprogramm neu. Bei OpenOffice.org muss auch der Schnellstarter geschlossen werden.

IPA-Zeichen finden

Die aus dem lateinischen Alphabet entstammenden IPA-Zeichen können Sie normal mit Ihrer Tastatur eingeben.

Andere Lautzeichen finden Sie bei OpenOffice.org wie folgt:

  1. Einfügen > Sonderzeichen…
  2. Schriftart (»Gentium«) auswählen
  3. Bereich »Lautschrift Erweiterung« wählen

Mitunter sind einige IPA-Zeichen auch bereits in den Bereichen »Latein 1« ([ð], Zeichen 00F0), »Latein Erweitert-A« ([ŋ], Zeichen 014B) oder »Basis Griechisch« ([β], Zeichen 03B2) enthalten.

Längungs- [ː] (Zeichen 02D0) und Betonungszeichen [ˈ ˌ] (Zeichen 02C8 und 02CC) befinden sich im Bereich »Phonetische Hilfzeichen«, die Tilde [] (Zeichen 0303) im Bereich »Kombinierte dia­kri­tische Zeichen«. Aufgrund von Darstellungsfehlern kann die Tilde bei kleiner Schriftgröße auf dem Bildschirm wie ein Strich aussehen, sie erscheint jedoch im Ausdruck richtig.

Bei Microsoft Word ist die Vorgehensweise sehr ähnlich, die Bereiche haben jedoch abweichende Bezeichnungen.

unästhetische Uneinheitlichkeiten vermeiden

Beim Einfügen eines Sonderzeichens wird nicht nur das Zeichen an sich eingebunden, sondern auch die Schriftart. Wenn Sie also ein IPA-Zeichen einfügen und direkt danach neuen Text schrei­ben, erscheint dieser neue Text in der falschen Schriftart (etwa Gentium statt Calibri). Schnell kommt es zu unästhetischen Uneinheitlichkeiten im Text. Zudem steht Ihnen eine sehr mühselige Arbeit bevor, wenn Sie die Schriftart der IPA-Zeichen ändern wollen: Sie müssen das bei jeder Transkription per Hand erledigen!

Um dies zu vermeiden, fügen Sie die Sonderzeichen zuerst in ein neues, leeres Dokument ein. Kopieren Sie von dort die Zeichen und fügen Sie sie mittels Bearbeiten > Inhalte einfügen > Unformatierter Text ein. Nun erscheint das IPA-Zeichen in der Schriftart, in der Sie Ihren Text schreiben. Damit es in der von Ihnen gewünschten IPA-Schriftart erscheint, richten Sie sich über Format > Formatvorlagen (auch erreichbar über die Taste F11) die Zeichenvorlage »Phonetik« ein. Weisen Sie dieser die IPA-Schriftart zu und wenden Sie nun die Zeichenvorlage auf die IPA-Zeichen an.

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