Monsieur Becker

Panorama

Berliner Indikatorenmodell

Montag, 30. Oktober 2017

In Berlin soll an den Schulen ein Indikatorenmodell implementiert werden, damit die Schulleitung und das Kollegium die Lage ihrer Schule analysieren und datenbasiert verbessern können.

Hinweis: Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keine offiziellen Informationen durch die Senatsverwaltung, sondern nur die Berichterstattung des Tagesspiegel und des Lokalfernsehsenders TV.Berlin.

Begonnen werde die Implementierung an den Integrierten Sekundarschulen (so heißt in Berlin die nichtgymnasiale Schulform), im nächsten Jahr folgten die Grundschulen und Gymnasien.

Der Prozess

Der mit dem Indikatorenmodell verbundene Prozess gliedere sich in sechs Schritte:

  1. Datenerhebung: Wie ist die Lage an der Schule?
  2. Analyse: Warum ist die Lage so?
  3. Vision: Welche „Vision und Mission“ haben wir?
  4. Ziele: Welche konkrete Ziele setzen wir uns?
  5. Maßnahmen: Wie wollen wir die Ziele erreichen?
  6. „To-Do-Strategie“: Was packen wir wann an?

Zu begrüßen ist, dass es wohl nicht darum geht, einfach Zahlen aufzuhübschen, sondern die dahinterliegenden Probleme anzugehen. Auch soll die Entwicklung der einzelnen Schule im Fokus stehen, indem vergangene Daten der Schule der eigene Vergleichsmaßstab sind, nicht die Daten anderer Schulen. Inwieweit dies realistisch ist und nicht doch zu einer Art Schulranking führt, bleibt abzuwarten.

Die Indikatoren

An Integrierten Sekundarschulen hätten sich folgende Indikatoren als relevant herausgestellt, um die Lage einer Schule zu beurteilen:

Ich kann mir vorstellen, dass diese Indikatoren bei Schulen mit erheblichen Problemen im Schulalltag richtig und wichtig sind. Es gibt jedoch genug Schulen, die bei den genannten Indikatoren bereits gute Werte erzielen. An welchen Indikatoren dürfen/können/müssen sie sich messen?

Und was ist mit all den wünschenswerten Zielen, die sich schwer quantifizieren lassen? Werden solche „weichen“ Bereiche wie bei Lernstandserhebungen einfach ausgeklammert?

Wir dürfen gespannt sein.

Französisch

Soprano - Mon précieux

Samstag, 28. Oktober 2017

„Mein Schatz“, faucht Gollum/Sméagol in Herr der Ringe, den Ring fest an sich klammernd. Dieser Schatz hat Gollums Charakter völlig verändert, nicht zum Positiven. Eine ähnliche Wirkung wird oft auch Smartphones unterstellt. In seinem Lied „Mon précieux“ setzt sich der französische Rapper Soprano kritisch mit der Smartphonenutzung auseinander.

Im Sinne der Schulung des Hör-Seh-Verstehens bietet es sich bei diesem Lied (YouTube-Link) an, einen Ausschnitt, zum Beispiel die erste Minute, tatsächlich nur zu sehen, ohne Ton. Ein auf das Globalverstehen abzielender Arbeitsauftrag für diese erste Phase könnte die Vervollständigung des Satzes „Le précieux de Soprano, c’est ...“ sein.

Weitere Anschlussfragen, die in der Regel auch ohne ein erneutes Sehen beantwortet werden können:
Quels symboles (des réseaux sociaux) avez-vous vu?
Qu’est-ce que le chanteur fait avec son smartphone?

Für eine inhaltliche Auseinandersetzung ist ein annotierter Leidtext sinnvoll. Man kann zum Beispiel in Gruppen erarbeiten lassen, welche Smartphonenutzungsprobleme der Sänger in den beiden Strophen und im Refrain beschreibt. Die Schüler*innen können sich auch äußern, inwiefern sie dies selbst bei sich oder anderen als Problem erleben oder vielleicht auch gar nicht als problematisch empfinden.

Das Lied kann darüber hinaus auch Ausgangspunkt für weitere Produktionen sein, unter anderem für ein Streitgespräch, für eine eigene Liedstrophe (ggf. zu einem anderen Gegenstand), für eine Umfrage, ...

Das Lied passt gut zu À plus! 2 (2013) Unité 3 Volet 3: Nathans Mutter, Mme Rossi, ist vom übermäßigen Smartphonegebrauch ihres Sohnes genervt und behält es daraufhin bis zum Monatsende ein. „Qu’est-ce que je vais faire sans portable?“, fragt sich der nun handylose Nathan.

Panorama

Einführung eines Lernmittelfonds

Sonntag, 23. Juli 2017

An meiner Schule wurde zum Schuljahr 2016/17 ein Lernmittelfonds eingeführt. In diesem Beitrag möchte ich erklären, wie wir bei der Einführung vorgegangen sind.

Was ist ein Lernmittelfonds?

In Berlin müssen alle Schüler*innen pro Schuljahr bis zu 100 € Eigenanteil für Schulbücher ausgeben. Jede Schule erstellt für jeden Jahrgang eine so genannte Bücherliste, auf der alle Bücher und Arbeitshefte (wie Workbook und Cahier/Carnet d’activités) aufgeführt sind, die von den 100 € gekauft werden müssen.

Das Berliner Schulgesetz gestattet den Schulen, einen Lernmittelfonds einzurichten (§ 50 Abs. 2 SchulG). Dieser bietet die Möglichkeit, die Kosten für die Eltern zu senken: Sie zahlen eine Summe an die Schule, dafür erhält ihr Kind alle Medien aus der Bücherliste von der Schule. Während Arbeitshefte behalten werden können, sie sind ja benutzt, müssen die Bücher wieder zurückgegeben werden. Sie können die nächsten Jahre wiederverwendet werden.

Im Allgemeinen beträgt der Lernmittelfondsbeitrag zwischen 60 € und 70 €. Am Anfang, bei der Einführung des Lernmittelfonds, ist er meist höher als zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Schule auf vorhandene Bestände zurückgreifen kann.

Zu Beginn muss die Schule aus ihren eigenen Finanzmitteln dem Lernmittelfonds unter die Arme greifen, denn auch wenn Schulen bei der Bestellung von Schulbüchern einen Rabatt erhalten (12 %, § 7 Abs. 3 Buchpreisbindungsgesetz), decken die Beiträge nicht die Ausgaben. Je nachdem, wie viele Schüler*innen am Lernmittelfonds teilnehmen und welche Materialien auf der Bücherliste stehen, erwirtschaftet die Schule nach zwei bis drei Jahren einen Überschuss. Dieser wird ausschließlich für die Anschaffung weiterer Schulbücher und anderer Materialien genutzt, auch für Fächer, die nicht auf der Bücherliste stehen.

Vorbereitung

Finanzkonzept erstellen

Zuallererst muss ein Finanzkonzept erstellt werden. Es beinhaltet

Es ist sinnvoll, erst einmal davon auszugehen, dass alle Schüler*innen, die nicht von der Zahlung des Eigenanteils befreit sind (für diese muss die Schule eh alle Bücherlistenmedien anschaffen), am Lernmittelfonds teilnehmen, denn so ist das potenzielle Defizit am größten. Sodann muss abgeklärt werden, ob dieses Defizit mit den finanziellen Möglichkeiten der Schule tragbar ist.

In diesem Zusammenhang ist auch zu überlegen, ob der Lernmittelfonds

Hierbei ist zu berücksichtigen, ob bestimmte Bücher „auslaufen“ (etwa wenn das alte Englischlehrwerk von einem neuen abgelöst wird) oder aufgrund eines neuen Rahmenlehrplans ausgetauscht werden müssen.

Alle Akteure einbinden

Es ist sinnvoll, bei so vielen schulischen Gremien (z. B. Schulleitung, Schulkonferenz, Gesamtelternvertretung, Gesamtlehrerkonfernz, Fachverantwortlichensitzung) wie möglich für die Einführung eines Lernmittelfonds zu werben und dass die relevanten schulischen Organe zustimmen. Ohne eine breite Akzeptanz ist eine Einführung nicht sinnstiftend.

Hier ist es sinnvoll, schon im Vorfeld mögliche Bedenkenträger konkret anzusprechen, sodass Gegenargumente durchdacht und bei der Präsentation vor dem jeweiligen Gremium berücksichtigt werden können.

Bibliothek fit machen

Im Zusammenhang mit der Einführung des Lernmittelfonds wurde das Ausleihesystem der Schulbibliothek von einer Zettelwirtschaft in ein digitale Ausleihe per Strichcode und Handscanner überführt.

Diese Anschaffungen verursachen einmalige Kosten, Vorteile sind jedoch, dass

Lernmittelfondskonto einrichten

Der Zahlungsverkehr beim Lernmittelfonds sollte ausschließlich unbar stattfinden, damit alle Zahlungsvorgänge transparent nachvollziehbar sind. Der Bezirk Treptow-Köpenick gibt beispielsweise vor, für einen Lernmittelfonds ein Geschäftskonto bei der Postbank zu führen; es fallen monatliche Grundgebühren sowie einige Cent je Buchung an, jedoch ein bestimmter Mindestbuchungsbetrag pro Monat.

Von Konten der Fördervereine und insbesondere Privatkonten ist dringend Abstand zu nehmen.

Einführung

Termine festlegen

Sobald die Einführung des Lernmittelfonds beschlossen ist, müssen Termine festgelegt werden. Bei der Wahl der Anmelde- und Zahlungsfrist ist zu bedenken, dass

Umfassend informieren

Für eine möglichst reibungslose Einführung des Lernmittelfonds ist eine umfassende Information wichtig:

Listen über Listen

Sind alle informiert und die Informations-/Anmelde-Flyer verteilt, trudeln alsbald die Rückmeldebögen ein. Hier lohnt es sich, einen aktuellen elektronischen Datensatz mit Namen und Klassenzugehörigkeit der Schüler*innen zu besorgen. In die Exceltabelle wird nun eingetragen, wer im nächsten Schuljahr für den Lernmittelfonds angemeldet ist, wer einen berlinPass hat oder wer sich gegen den Lernmittelfonds entscheidet. Mit der Zahlungsfrist werden dann die Eingänge auf dem Lernmittelfondskonto überprüft und in die Tabelle eingetragen.

Bestellung vornehmen

Mithilfe von Formeln in Excel kann man automatisch auswerten, wie viele Schüler*innen der einzelnen Jahrgänge am Lernmittelfonds teilnehmen und auf dieser Grundlage die Bestellungen vornehmen. Es ist überlegenswert, eine zusätzliche Reserve (etwa fünf Exemplare je Medium) zu bestellen, falls jemand bei den Anmeldungen bzw. Zahlungen durchgerutscht sein sollte, doch einen berlinPass haben sollte oder neu an die Schule kommt.

Mit dem Bücherlieferdienst ist abzusprechen, wann die Bücher geliefert werden. Hier ist zu bedenken, dass insbesondere mit der Einführung des Lernmittelfonds eine sehr große Menge an Büchern eintrifft, die mit einem Schulstempel sowie einem Barcode versehen werden müssen. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Zeit- und Arbeitsaufwand.

Ausleihe

Für die Ausleihe müssen im Bibliothekssystem die Schülerlisten so bearbeitet werden, damit auf einen Blick ersichtlich ist, wer am Lernmittelfonds teilnimmt und wer nicht, sodass die richtigen Bücher ausgegeben werden können.

Panorama

Referenzrahmen Informationskompetenz

Samstag, 17. Juni 2017

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen gibt vor, was ein*e Lernende*r auf welcher Kompetenzstufe können muss. Schulen und andere Bildungseinrichtungen orientieren sich in ihrem Unterricht daran, Anbieter von Zertifikaten und Diplomen ebenso. Mit dem Referenzrahmen Informationskompetenz liegt nun ein vergleichbares Dokument für den Umgang mit Informationen vor.

Über einen Tweet der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V. bin ich auf den Referenzrahmen Informationskompetenz (PDF) gestoßen. Andreas Klingenberg, Leiter der Bibliothek der Hochschule für Musik Detmold, hat im Auftrag der dbv-Kommission Bibliothek & Schule und der Gemeinsamen Kommission Informationskompetenz von VDB und dbv diesen Referenzrahmen erarbeitet.

Im Vorwort (S. 2) ist zu lesen:

Dem Vorbild des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen folgend, will der Referenzrahmen Informationskompetenz des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) die Aktivitäten sämtlicher Akteure zur Entwicklung von Informationskompetenz vergleichbar machen und einen Maßstab zur Messung der Kompetenzniveaus schaffen.

Der Referenzrahmen Informationskompetenz unterstützt jede Bibliothek und jede Bildungseinrichtung dabei, ihre Veranstaltungen und Angebote zur Förderung von Informationskompetenz einzuordnen und zu klassifizieren. Diese Aktivitäten werden damit nicht nur untereinander vergleichbar, sondern erleichtern im Sinne des Lebenslangen Lernens auch den Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Institutionen, von Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken über Schulbibliotheken zu Schulen, Universitäten, Hochschulen und Einrichtungen der Weiterbildung. Der Referenzrahmen Informationskompetenz vermittelt dabei mit Hilfe seiner Teilkompetenzen ein umfassendes Verständnis von Informationskompetenz.

Informationskompetenz

Ein umfassendes Verständnis von Informationskompetenz gewinnt man als Leser*in dieses Referenzrahmens nur bedingt. Es fängt schon damit an, dass im Gegensatz zu anderen Referenzrahmen eine Beschreibung der Informationskompetenz sowie ihrer Teilkompetenzen Suchen, Prüfen, Wissen, Darstellen und Weitergeben (vgl. S. 4) einfach fehlt.

Zur Erleichterung der Referenzrahmennutzung für einzelnen Lernende, sie gehörten zur Zielgruppe des Referenzrahmens (vgl. S. 5), werden die mit den Teilkompetenzen verbundenen Arbeitsschritte (bei Suchen, Wissen und Weitergeben) bzw. Kriterien (bei Prüfen und Darstellen) „auch als Fragen oder leicht verständliche Bezeichnungen“ (ebd.) dargestellt. Bei der Teilkompetenz Wissen werden aus den Arbeitsschritten „Wissensbedarf formulieren“, „Quellen finden“, „Quellen auswählen“ und „Informationen isolieren“ die Fragen „Was will ich wissen?“, „Wo könnte ich es finden?“, „Wo steht es?“ und „Was steht da?“ (S. 4f.). Dies ist im Grundsatz sehr gelungen, leider ist es jedoch die einzige Bemühung, den Referenzrahmen für Lernende verständlich zu gestalten.

Niveaustufen und Standard

In Anlehnung an den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (= GeR) gibt es die Niveaustufen A1, A2, B1, B2, C1 und C2. A steht dabei für elementare, B für selbstständige und C für nachhaltige Informationskompetenz (vgl. S. 5). Beim GeR werden die Stufen A und B mit den gleichen Adjektiven beschrieben, C jedoch nicht mit „nachhaltig“, sondern mit „kompetent“. Es bleibt bei der Lektüre des Referenzrahmens Informationskompetenz unklar, was mit „nachhaltig“ gemeint sein könnte. Die Standards zu dieser Niveaustufe beschreiben eher eine universitäre, ausgeprägte Informationskompetenz als eine wie auch immer geartete nachhaltige Informationskompetenz.

Die Standards sind zumeist verständlich, aber nicht wie üblich als Can-do-Beschreibungen formuliert.

Teilkompetenz Suchen

Die Teilkompetenz Suchen wird wie bereits oben erwähnt in die vier Arbeitsschritte „Wissensbedarf formulieren“, „Quellen finden“, „Quellen auswählen“ und „Informationen isolieren“ untergliedert.

Die Progression im Bereich „Wissensbedarf formulieren“ (vgl. S. 6) finde ich nicht geglückt. Sowohl bei A wie auch bei B und C müssen immer anspruchsvolleren Texten Suchbegriffe entnommen werden, bei B und C sollen in der jeweils höheren Teilstufe (B2 und C2) ausgehend vom Text eigene Suchbegriffe formuliert werden. Die Progression liegt eher in der Textsorte (A1: kurzer Lehrbuchtext; A2: journalistischer Text; B1: überschaubarer populärwissenschaftlicher Text; B2: längerer populärwissenschaftlicher Text; C1 und C2: wissenschaftlicher Text) als in der tatsächlichen Fähigkeit, seinen Wissensbedarf zu formulieren. Offen bleibt, ob mit „Text“ nur schriftliche kontinuierliche Texte gemeint sind, was ausgehend von den gewählten Textsorten wahrscheinlich ist, oder ob ein weit gefasster Textbegriff gilt, der unter anderem auch audiovisuelle, Hör-, grafische, formale, Hyper- und diskontinuierliche Texte umfasst. Ein Wissensbedarf ergibt sich im Übrigen nicht nur aus Texten im Sinne des weit gefassten Textbegriffes, sondern auch aus Erfahrungen im Realraum wie Experimenten und Beobachtungen in der Natur.

Die Bereiche „Quellen finden“ und „Quellen auswählen“ haben identische Standards (vgl. S. 6f.), auch in der Onlineausgabe des Referenzrahmens. Bedenkend, dass diese Dopplung seit der Verabschiedung durch den Bundesvorstand des Deutschen Bibliotheksverbandes im Oktober 2016 nicht korrigiert wurde, ist es anscheinend kein Fehler. Der Sinn erschließt sich mir jedoch nicht. Befremdlich, da wenig zeitgemäß, empfinde ich, dass sich die elementare Informationskompetenz (Niveaustufe A) in diesen Bereichen ausschließlich auf Bibliotheken und deren Kataloge beschränkt.

Der vierte Bereich der Teilkompetenz Suchen ist „Informationen isolieren“. Oder als Frage formuliert: „Was steht da?“ (S. 5). Er wird umschrieben mit „Identifizieren und Dokumentieren der Information“ (S. 7). Der Name des Bereichs, die Frage und die Umschreibung wollen nicht recht zusammenpassen, auch nicht mit den Standards:

Fazit

Zusammenfassend ist der Referenzrahmen als Instrument der systematischen Entwicklung der Informationskompetenz grundsätzlich zu begrüßen. Es ist jedoch vonnöten, die Informationskompetenz und ihre Teilkompetenzen zu definieren. Dies verbesserte nicht zuletzt die Verständlichkeit des Referenzrahmens für Lernende, die auch zur Zielgruppe zählten.

Beispielhaft an der Teilkompetenz Suchen wurde aufgezeigt, dass eine Überarbeitung der Standards geboten ist, sodass diese präzise, verständlich und hinsichtlich der Progression stimmig sind. Im Sinne der Kompetenzorientierung sollten sie auch als Can-do-Beschreibungen formuliert werden.

Eventuell hätte es dem Referenzrahmen gut getan, wenn an seiner Erarbeitung völlig verschiedene Akteure zur Entwicklung von Informationskompetenz aus Schule, Universität, Volkshochschule, Schulbibliothek, Stadtbibliothek, Universitätsbibliothek und vielen andern Institutionen beteiligt worden wären, ganz im Sinne des letzten Arbeitsschrittes der Teilkompetenz Weitergeben: „Netzwerke nutzen“.

Panorama

Rate me

Montag, 29. Mai 2017

Die dritte Staffel der britischen Science-Fiction-Serie Black Mirror beginnt mit der Folge „Abgestürzt“.

Diese Geschichte spielt in einer alternativen Realität, in welcher Menschen anhand ihres Social Rankings live bewertet werden können und dann auch dementsprechend behandelt werden. Die Menschen bewerten sich permanent gegenseitig und schaffen damit eine fluide Struktur des Miteinanders, weswegen alle nett zueinander sind und Freundschaft und Freundlichkeit vortäuschen, um in der Gunst der jeweils anderen zu steigen.

Die Protagonistin dieser Episode versucht von ihrer 4,2 auf eine 4,5 von maximal 5 möglichen Punkten im Ranking zu kommen, damit sie sich eine schicke Wohnung in einem Szeneviertel leisten kann. Dabei hilft ihr ihre alte Freundin Naomi, auch Naynay genannt. Diese hat nun vor zu heiraten und lädt die Freundin ein, ihre Trauzeugin zu sein, um alter Erinnerungen wegen. Da Naynay eine beinahe perfekte Bewertung hat und alle ihre Gäste auch nur einen Score von über 4 haben, sieht die Protagonistin hierbei ihre Chance des sozialen Aufstiegs. Auf dem Weg zu Naynay geht einiges schief und bevor sie ankommt, ist die Protagonistin nur noch eine 1,3. Obwohl Naynay ihr nun wegen ihres schlechten Rankings absagt und offenbart, dass sie sie nur eingeladen hat, um ihr eigenes Ranking zu verbessern, schleicht die Protagonistin sich auf die Hochzeit. Betrunken und verzweifelt hetzt sie über die Gesellschaft und Naynay her und landet schlussendlich als 0,6 im Gefängnis. Dort trifft sie einen ihr unbekannten Inhaftierten und sie fangen beide an, gelöst von den gesellschaftlichen Zwängen, sich voller Spaß gegenseitig zu beleidigen.

(Quelle: Black Mirror (Fernsehserie))

Dass ein solches Szenario nicht mehr utopisch ist, zeigt „Genosse Big Brother“, ein Bericht des China-Korrespondenten Kai Strittmatter (via @phwampfler).

Wenn auch thematisch anders gelagert, in dem Zusammenhang aber ebenfalls interessant: Das Darknet – Eine Reise in die digitale Unterwelt mit der ehemaligen Londonkorrespondentin Annette Dittert.

Panorama

Wie konnte man nur ...

Mittwoch, 3. Mai 2017

Bei Diskussionen über Diktaturen wird häufig ein Unverständnis dafür artikuliert, wie die Menschen (damals oder heute) zu Mitläufern werden konnten. Oft lehnt man sich aus dem Fenster und sagt: „Ich könnte nie so agieren, ich hätte etwas gesagt, ich wäre dagegen vorgegangen.“ Wie falsch dieser Gedanke ist, zeigt der ZDF-Dokuvierteiler.

Das vierteilige Social Factual „Diktator“ gibt einen Einblick, wie sich eine Gruppe von acht Menschen für begrenzte Zeit unter der Herrschaft eines fiktiven Diktators verhält. Das Sozialexperiment erhebt nicht den Anspruch, real existierende Diktaturen abzubilden. Vielmehr geht es darum, Erklärungsansätze zu liefern: Wie kann Macht über eine Gruppe gewonnen werden? Welche Mechanismen greifen innerhalb der Gruppe? Und wie reagieren einzelne Teilnehmer?

Auch wenn dieses Fernsehformat nur teilweise mit einer Diktatur vergleichbar ist – die Personen nehmen daran freiwillig teil und können jederzeit aussteigen, zudem kann der Diktator keine körperliche Gewalt (von Folter bis hin zur Todesstrafe) ausüben –, zeigt sie dennoch Mechanismen, denen wir uns selbst als Demokratiesozialisierte schneller unterwerfen, als wir denken.

Alle vier Folgen gibt es bis Anfang Juli in der ZDF-Mediathek. (Trailer bei youtube)

Französisch

Emploi du temps

Freitag, 14. April 2017

Damit meine Schüler*innen in ihrem Alltag ein kleines bisschen mehr mit Französisch in Kontakt kommen, erhalten sie ihren Stundenplan en français.

Die Grafik lasse ich als hausaufgabenheftkompatibles 10er Foto (ca. 10 cm x 15 cm) auf mattem Papier bei einem Fotoservice, zum Beispiel von einer Drogerie, ausdrucken. Das kostet 5 Cent pro Foto, bei 32 Schüler*innen lediglich 1,60 €.

Zur Gestaltung habe ich InDesign verwendet, man kann den Stundenplan aber auch mit PowerPoint oder einem Textverarbeitungsprogramm erstellen. Wichtig ist, dass die Software am Ende ein Bild erzeugen kann, das man dann bei dem Fotoservice hochladen kann. LibreOffice Writer kann dies zum Beispiel.

Französisch

Französischfundstücke (I)

Samstag, 8. April 2017

In unregelmäßigen Abständen blogge ich Fundstücke aus Twitter und Co.

Französisch

Lecture à haute voix: envoyez-moi un fichier MP3

Sonntag, 27. November 2016

Lautes Lesen ist im Fremdsprachenunterricht ein wichtiger Teil der phonetischen Grundausbildung. Als Gegenstand der lecture à haute voix eigenen sich bei À plus! insbesondere die Lektionstexte (bzw. Ausschnitte davon), da sich diese auch auf der CD im Carnet d'activités befinden und daher hörend und imitierend zuhause geübt werden können.

Das Überprüfen in Form des Vorlesens empfand ich bisher als recht unbefriedigend. Grundsätzlich sollte jeder vorlesen dürfen/müssen, aber 32 mal den gleichen Text im Plenum zu hören übersteigt dann doch die Grenzen des Zumutbaren. Zudem wäre jede(r) zwangsweise 44 von 45 Minuten inaktiv. Bei deutlich kleineren Gruppen könnte man das vielleicht durch peer correction umgehen, aber 32 Schülerinnen und Schüler sind keine kleine Gruppe.

Einzelne Schülerinnen und Schüler bzw. eine Handvoll von ihnen vor dem Raum abzuprüfen, während alle anderen Aufgaben bearbeiten, funktionierte auch eher schlecht als recht. Spannender als die eigentlichen Aufgaben sind dann doch meist die Fragen, welche Note die Hereinkommenden bekommen haben und ob man selbst im subjektiven Vergleich nicht zu schlecht weggekommen ist.

Darstellung einer Audioaufnahme Als Ausweg aus dieser Situation bitte ich seit diesem Schuljahr die Schülerinnen und Schüler, das im Unterricht durch chorisches Nachsprechen und weitere vorbereitende Aktiviten Eingeübte einzusprechen, etwa mit der Diktierfunktion des Smartphones, und mir als MP3-Datei zu schicken. Dieses Vorgehen hat eine Vielzahl an Vorteilen:

Panorama

US-Wahlsystem

Samstag, 12. November 2016

Obwohl Hillary Clinton insgesamt die meisten Stimmen bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 erhielt, erreichte Donald Trump die meisten Wahlmänner und ist daher der gewählte Präsident. Warum gibt es eigentlich dieses Wahlmännersystem? Und ist Clinton nicht die eigentliche Gewinnerin?

Der unrühmliche Grund des Wahlmännerkollegiums

Das Nachrichtenmagazin Time beleuchtet den unrühmlichen Grund für das Wahlmännerkollegium (via @damianduschamps) – es ist die Sklaverei.

Die Anzahl der Wahlmänner eines Staates setzt sich zusammen aus der Anzahl seiner Senatoren (immer 2) und seiner Abgeordneten im Repräsentantenhaus (mindestens 1). Die Anzahl der Abgeordneten richtet sich nach der Einwohnerzahl. Als Einwohner galten in diesem Zusammenhang damals laut Verfassung nicht nur alle freien wahlberechtigten Männer, sondern auch die männlichen Sklaven wurden zu drei Fünftel berücksichtigt. So hatte Pennsylvania trotz einer größeren Anzahl an Wahlberechtigten weniger Wahlmänner als Virginia, wo mehr Sklaven lebten.

Seit dem 14. Zusatzartikel (1868 ratifiziert) ist die Drei-Fünftel-Klausel hinfällig geworden. Es bedurfte noch weiterer Verfassungszusätze, um Einschränkungen des Wahlrechts zu beseitigen.

Clinton – die eigentliche Gewinnerin?

Ist Clinton doch die heimliche Präsidentin? “, fragt die FAZ und zeigt auf, dass es fragwürdig ist, dass Hillary Clinton bei einer Direktwahl tatsächlich gewonnen hätte. Der Grund hierfür liegt auch wieder beim Wahlmännerkollegium und seiner Auswirkung auf die Wahlbeteiligung.

Im Fokus der Wahlen und Wahlkampagnen stehen die so genannten Swing States, in denen mal die Demokraten und mal die Republikaner gewinnen, hier kommt es auf jede Stimme an.

In den demokratischen und republikanischen Hochburgen hingegen lohnt sich der Gang zur Wahlurne für die Anhänger*innen der gegenerischen Partei meist kaum. Kalifornien wählt zum Beispiel traditionell demokratisch. Nach dem „Winner takes all“-Prinzip fallen alle kalifornischen Wahlmänner an die Demokraten. Für Republikaner*innen aus dem Bundesstaat ist es daher fast gleich, ob sie wählen oder nicht, insofern sind sie weniger motiviert, zur Wahl zu gehen.