Monsieur Becker

Panorama

Transnationale Bildungsprogrammatik (Teil III)

Montag, 17. Januar 2011 ·

Dies ist ein Beitrag des Blogthemas »Bildungsdynamik der modernen Welt«.

Neben den bereits besprochenen Inhalten zeigt das Memorandum von David Murray den Zusammenhang zwischen Individuum, Erziehung, nationaler Gesellschaft und Nationalstaat auf. Die Zusammenhänge sollen hier skizzenhaft dargelegt werden.

Das Individuum ist die Basiseinheit des sozialen Handelns und Träger des sozialen Sinns. Die Erziehung zielt auf die selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung des Individuums ab.

Der Nationalstaat ist primärer Träger sozialer Ordnung und gesellschaftlichen Fortschrittes. Er ist Hüter der Nation. Die nationale Gesellschaft als Aggregat der Individuen überantwortet nationale Interessen an den Staat.

Als Staatsbürger ist das Individuum mit Hinblick auf den Nationalstaat einerseits Nutznießer staatlich organisierten Handelns, andererseits ist er aber auch Produzent und loyaler Träger staatlicher Programme, Symbole und Gesetze.

Dieses Gefüge ist auf allen Ebenen vom akzeptierten Programm des Fortschritts geprägt:

  • Die Erziehung dient der Schaffung kulturellen Kapitals. Literalität sowie Kennntnisse und Fertigkeiten sollen beim Individuum ausgebildet werden.
  • Die Summe der Handlungen und Leistungen aller Individuen bildet den gesellschaftlichen Fortschritt. Für den zukünftigen Fortschritt wird das kulturelle Kapital der Individuen genutzt.
  • Der Nationalstaat übernimmt die Interessen der nationalen Gesellschaft.
  • Der Nationalstaat arbeitet am gesellschaftlichen und ökonomischen Fortschritt durch Rahmenplanung und Koordinierung.

Geografie

Aussprache von »Arkansas«

Dienstag, 11. Januar 2011 · ,

Die Aussprache ausländischer und auch mancher deutscher geografischer Namen ist mitunter recht schwierig. Mit Massachusetts /mæ.sə.ˈtʃuː.sɪts/ hatte sicherlich schon jeder, zumindest zu Beginn, seine Probleme.

Aber es gibt auch einen US-Bundesstaat, dessen Ausspracheschwierigkeitsgrad man ausgehend von seiner Schreibung gar nicht erahnt: Arkansas. Viele werden diesen Namen – analog zum nordwestlich gelegenen Kansas – /ɑːˈkænzəs/ aussprechen, wenn sie denn nicht die rein deutsche Aussprache /arˈkanzas/ wählen, die ich persönlich für etwas veraltet halte.

Doch die offizielle Aussprache ist /ˈɑːkənsɔː/ (are-can-saw). 1881 hat man das gesetzlich geregelt, nachdem sich die zwei Senatoren über die Aussprache ihres Bundesstaates stritten.

/ˈɑːkənsɔː/ hat sich auch für den Arkansas River eingebürgert, der im Bundesstaat Arkansas in den Mississippi mündet. Lediglich an der Quelle, im Bundesstaat Colorado, sowie in Kansas, das vom Arkansas durchflossen wird, sagt man /ɑrˈkænzəs/.

Alles ein wenig verwirrend, aber auch sehr spannend. Denn es beweist mal wieder, dass Namen, vor allem aber deren Aussprache, jenseits von Grenzen Schall und Rauch sind.

Die Wörterbücher verzeichnen übrigens die Aussprache wie folgt:

Buch Kansas Arkansas (Staat) Arkansas (Fluss)
Duden
(2000: 169, 465)
/ˈkanzas/
engl.: /ˈkænzəs/
/arˈkanzas/
engl.: /ˈɑːkənsɔː/
/arˈkanzas/
engl.: /ɑːˈkænzəs/
Krech et al.
(2010: 329, 636)
/kˈanzas/
engl.: /kˈɛnzəs/
/aʁkˈanzas/
engl.: /ˈɑːʁkənsɔː/
/aʁkˈanzas/
engl.: /ɑːkˈɛnzəs/
OED (2010) /ˈɑːkənsɔː/
outside U.S.: /ɑːˈkænzəs/
OALD (2010: R39) /ˈkænzəs/ /ˈɑːkənsɔː/
NAmE: /ˈɑːrkənsɔː/

Quellen

  • Duden (2000): Duden Aussprachewörterbuch (= Der Duden in 12 Bänden; 6). Mannheim; Leipzit; Wien; Zürich.
  • Krech, Eva-Maria et. al. (2010): Deutsches Aussprachewörterbuch. Tübingen.
  • OALD (2010): Oxford Advanced Leaner’s Dictionary of Current English. 8th edition. Oxford.
  • OED (2010): Oxford English Dictionary. URL: http://www.oed.com/view/Entry/10798 (abgerufen am 7. Januar 2011). Zugangstipp beim Lexikographieblog.

Panorama

Transnationale Bildungsprogrammatik (Teil II)

Montag, 10. Januar 2011 ·

Dies ist ein Beitrag des Blogthemas »Bildungsdynamik der modernen Welt«.

Im letzten Beitrag wurde der im Memorandum von David Murray formulierte Stellenwert von Bildung für die gesellschaftliche Entwicklung und den Fortschritt aufgezeigt. In diesem Beitrag folgen zwei weitere Dimensionen: die Grundsätze einer modernen Bildungsorganisation und die Makroorganisation eines neu aufzubauenden Bildungssystems. Murray stellt sechs Grund­sätze auf, der letzte beschreibt die Makroorganisation.

Grundsätze der modernen Bildungsorganisation

Der erste Grundsatz Murrays ist, dass jede Nation ein zu ihren Wünschen passendes Bildungs­system schaffen solle. Der Sinn dieser Forderung ist im Rahmen einer transnationalen Bildungs­programmatik fraglich. Wie bereits bei Japans Öffnung aufgezeigt wurde, ahmen die Staaten dieser Welt sich gegenseitig nach, auch hinsichtlich ihres Bildungssystems. Durch den ebenfalls dort aufgezeigten äußeren Zwang relativieren sich die eigenen Wünsche.

Dem zweiten Grundsatz zufolge solle das nationale Bildungssystem von nationalem Geist erfüllt sein. Es sei unklug, die traditionellen Gebräuche zu ignorieren. Bereits existierende Institutionen, die hohes Ansehen genössen, könnten die besten Elemente für ein neues Bildungssystem sein. Dies sei nicht nur ein Ausdruck von nationaler Selbstachtung, sondern erhöhe auch die Akzeptanz für Veränderungen.

Der dritte Grundsatz verfolgt das Prinzip der Inklusion. Erziehung und Bildung in einem nationalen Bildungssystem sollten universell, das heißt, für alle sein. Hier verweist Murray auf den Nutzen von Bildung für Gesetzgebung und Regierung: “It is cheaper to educate the people than to govern them uneducated.”

Im vierten Grundsatz betont Murray die Bedeutsamkeit der weiblichen Bildung, die gleich wichtig wie die männliche Bildung ist. Diese Gleichwertigkeit bedeute jedoch nicht eine Gleichinhaltlichkeit von Bildung für Mädchen und Jungen.

In Grundsatz Nummer fünf geht Murray auf die Zweigleisigkeit von Bildung ein. Das erste Ziel von Bildung ist die Stärkung der intellektuellen Fähigkeiten, das zweite die Ermöglichung von beruf­licher Qualifikation. Auch hier gilt wieder, dass beide Ziele – allgemeine und berufspraktische Bildung – gleichwertig, aber nicht gleichinhaltlich sind.

Der sechste Grundsatz widmet sich der Makroorganisation eines Bildungssystems. Diese entspricht in groben Zügen unserem heutigen System: Primarbereich (bis zum 14./15. Lebensjahr; Vermitt­lung basaler Kenntnisse), Sekundarbereich (Vermittlung viertiefter Kenntnisse), Tertiärbereich (Universitäten, technische Schulen und Ausbildungsstätten für Lehrer).

Makroorganisation des zu errichtenden Bildungssystems

Neben den Grundzügen formuliert Murray Prinzipien für die Struktur der Makroorganisation, sodass dieser Bereich als eigenständige Dimension im Memorandum betrachtet werden kann.

Die Prinzipien für die Struktur derer Makroorgansation sind folgende:

  • Gleichwertigkeit, aber nicht Gleichinhaltlichkeit von Bildung für Mädchen und Jungen
  • Gleichwertigkeit, aber nicht Gleichinhaltlichkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung
  • Umfassende Persönlichkeitsentwicklung mit dem Ziel glücklicher Menschen

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Murray in seinem Memorandum die gesellschaft­lichen Fern- und Folgewirkungen von Bildung für den ökonomischen, materiellen, wissen­schaft­lichen, politischen (inklusive Gesetzgebung/Regierung) und moralischen Fortschritt ausführt.

Geografie

Ortszeit

Samstag, 8. Januar 2011 · ,

Die offizielle Zeit in dem Ort, wo man sich befindet, resultiert aus der Zuordnung zu den Zeitzonen. Berlin befindet sich wie viele Orte in Europa in der Zone der »Mitteleuropäischen Zeit« (UTC+1); im Sommer gilt die »Mitteleuropäische Sommerzeit« (UTC+2).

Um 12 Uhr sollte die Sonne den Moment der Kulmination (höchster Sonnenstand am Tag) erreicht haben. Das tut sie in Deutschland aber nur in Görlitz. Dieser Ort an der polnischen Grenze liegt am 15. Längengrad, genau eine Stunde entfernt vom Nullmeridian. Der Nullmeridian sowie jeder 15. Längengrad (15°, 30°, 45°, 60°, …) bildet die Mittelinie eines 15 Grad breiten Streifens, in dem die gleiche Zeit gilt. Hiervon gibt es in der Realität jedoch viele Ausnahmen: Madrid ist etwa, obwohl es westlicher als London liegt, der britischen Hauptstadt um eine Stunde voraus. Und das, obwohl die Sonne erst einige Minuten später die Kulmination erreicht.

Aus diesem Grund gibt es auch eine Ortszeit. Der Einfachheit halber sprechen wir hier nur von der mittleren Ortszeit, denn die wahre Ortszeit wird noch durch die Erdbahn sowie die Neigung der Erde beeinflusst.

Um die Ortszeit zu bestimmen, muss man die Längenangaben eines Ortes kennen. Berlin liegt bei 13° 24′ 36″ östliche Länge, der Abstand zum 15. Längengrad (also jener Längengrad, der die Uhrzeit in Berlin bestimmt), beträgt 1° 35′ 24″. Der Zeitunterschied beträgt je Grad 4 Minuten, je Winkelminute 4 Sekunden und je Winkelsekunde 0,06 Sekunden. Für Berlin ist das ein Zeitunter­schied von 6 Minuten und 22 Sekunden. Wenn die Uhren also 12 Uhr anzeigen, ist es eigentlich erst 11:53:38 Uhr.

Madrid liegt bei 3° 42′ 14″ westlicher Länge, ist also 18° 42′ 14″ von jenem Längengrad entfernt, der die offizielle Uhrzeit bestimmt. Umgerechnet beträgt der Unterschied 74 Minuten und 49 Sekunden. Wenn die Uhren also 12 Uhr anzeigen, ist es eigentlich erst 10:45:11 Uhr. In London (0° 7′ 6″ W) ist es zu diesem Zeitpunkt 10:59:32 Uhr, offiziell 11 Uhr.

Geografie & Lehren

I Have a (Geographical) Dream

Dienstag, 4. Januar 2011 ·

Anfang Dezember schrieb Felix Schaumburg über digitale Schulbücher. In der Diskussion wurde unter anderem aufgeworfen, dass die Verlage erst in Zugzwang kämen, wenn Lehrende selbst digitale Angebote veröffentlichten.

Dieser Gedanke hat mich in den letzten Wochen beschäftigt und ich bin zu dem Schluss gekom­men, dass es eigentlich nicht ausreichend ist, wenn Lehrer »nur« digitale Angebote selbst veröf­fentlichen. Vielmehr müsste die Möglichkeit bestehen, alles rund um den Unterricht aus den Hän­den der Verlage zu befreien und kostenlos abrufbar verfügbar zu machen. Sprich Open Access in allen unterrichtsrelevanten Bereichen.

Was ich genau damit meine, möchte am Beispiel Erdkundeunterricht darstellen.

Guter Unterricht baut immer auf aktuellem Fachwissen auf. Doch leider ist der Zugang dazu alles andere als frei. Die 45 UTB-Bücher zum Bereich Geowissenschaften beispielsweise geben für viele Teildisziplinen einen guten Überblick. Der Haken: Zusammen kosten sie über 1300 €. Hinzu kom­men noch die vielen Bücher anderer Verlage. Fachwissen erscheint jedoch nicht nur in Form von einführenden Büchern, sondern auch in Form von Artikeln, Glossaren, Wörterbüchern, … All dies muss nach meiner Ansicht (in Zusammenarbeit mit Fachwissenschaftlern) »befreit« werden. Sicherlich findet man in der Wikipedia bereits viel Fachwissen, doch noch immer gibt es hier und dort, unter anderem aufgrund mangelnder Quellenangaben, berechtigte Vorbehalte gegenüber der Qualität.

Ein wichtiger Bestandteil fachwissenschaftlicher sowie didaktisch aufbereiteter Veröffentlichungen sind geografisch relevante Grafiken und Fotos. Ausgezeichnete Grafiken und gute Fotos kosten Geld, keine Frage. Doch einmal bezahlt sollte es möglich sein, ihre Verwendung für Bildungszwecke mithilfe einer entsprechenden Lizenz unentgeltlich zu ermöglichen. Zudem sollten Grafiken in veränderbaren Formaten angeboten werden, damit sie an die spezifischen Unterrichtsbedürfnisse angepasst werden können.

Anpassbarkeit und kostenlose Nutzung sind auch zwei wichtige Eigenschaften von Karten und Statistiken. Es müsste ein Web-GIS geben, das neben einer Vielzahl von Karten auf verschie­denen Maßstabsebenen auch umfassende Statistiken bereithält, die in Tabellen, Diagrammen und natürlich auch Karten visu­alisiert werden können. Dazu gehören explizit auch Bevölkerungs­pyramiden und Klimadiagramme. Selbstverständlich muss ein einfacher Export der Daten möglich sein, damit Karten beispielsweise in Arbeitsblätter eingefügt oder auf Folie gezogen werden können.

Fachwissen, Grafiken und Fotos sowie Karten und Statistiken haben allein schon diverse Nut­zungspotenziale. Doch um sie leicht im Unterricht einsetzen zu können, bedarf es in vielen Fällen einer didaktischen Aufbereitung in Form von Unterrichtsmaterialien. Klassisch sind dabei kopier­fähige Arbeitsblätter und Folien, doch auch interaktive Tafelbilder sowie Materialien für Tablet-Computer sind denkbar. Für letzte müsste erst ein passender Rahmen geschaffen werden, der die Erstellung und Nutzung vereinfacht.

Alle vier Module (im Text fett hervorgehoben) können in einem Internetangebot vereint werden. Dabei sollten sämtliche Komponenten nach (a) ihrem räumlichen Bezug, nach (b) thematischen Schlagworten (Tags) sowie nach (c) Themenfeldern in den Rahmenlehrplänen erschlossen werden. Weitere Module sind ebenfalls denkbar: so etwa eine Linksammlung oder eine fachwissen­schaftliche Bibliografie.

Die verschiedenen Erschließungsmaßnahmen ermöglichen diverse Zugriffsmöglichkeiten auf das Internetangebot: So lassen sich beispielsweise Informationen zum Aralsee über (a) die räumlichen Bezüge Zentralasien, Kasachstan, Usbekistan, Aralsee, Amudarja und Syrdarja finden, über (b) die Schlagworte Aralsee, Salzsee und Umweltkatastrophe sowie über (c) das Themenfeld 1 der Doppeljahrgangsstufe 7/8 (Berliner Rahmenlehrplan). Das konkrete Unterrichtsmaterial könnte dann noch weiter über Unterrichtsmethoden und Kompetenzbezüge sortiert werden.

Zugegeben, so wünschenswert all das ist, so schwierig gestaltet sich die Umsetzung. Nicht umsonst der Titel dieses Posts. Die Finanzierung gelingt meines Erachtens am ehesten im Rahmen eines Vereins. Einen Verband Deutscher Schulgeographen gibt es bereits; dessen Internetauftritt strotzt allerdings nicht vor Affinität für neue Medien. Vielleicht muss ein neuer Verein das Geschäft beleben.

Panorama

Transnationale Bildungsprogrammatik (Teil I)

Montag, 3. Januar 2011 ·

Dies ist ein Beitrag des Blogthemas »Bildungsdynamik der modernen Welt«.

Für die Modernisierung des japanischen Bildungssystems war die Konsultation von Experten sehr wichtig. Eine Schlüsselrolle spielt hierbei das Memorandum von David Murray, das Mori Arinori ins Japanische übersetzte. Es ist beispielhaft für die Inhalte der transnationalen Bildungsprogrammatik.

Anfrage von Mori Arinori

Mori Arinori war der erste japanischer Gesandte in den USA. Um sein Land bei der Selbstmoderni­sierung zu unterstützen, wandte er sich an US-amerikanische Universitätsdirektoren. In seinem Brief betonte Mori Arinori den Wunsch nach großem Fortschritt seines Landes, um die Zivilsiertheit Asiens anzuheben. Die mission civilisatrice verfolgend übernimmt er den Gedanken, dem Westen ebenbürtig zu werden und Asien auf westliches Niveau zu heben.

Mori formulierte fünf Fragen: Wie wirkt sich Bildung aus auf (a) den Wohlstand des Volks, (b) den Handel, (c) die Landwirtschaft, (d) die sozialen, moralischen und physischen Bedingungen des Volkes und (e) die Gesetzgebung sowie die Regierung.

Memorandum von David Murray

David Murray von der Universität in New Brunswick antwortete ihm mit einer Denkschrift, einem Memorandum.

Seine Antwort ist in drei große Dimensionen geteilt:

  • Stellenwert von Bildung für gesellschaftliche Entwicklung/Fortschritt
  • Grundsätze einer modernen Bildungsorganisation
  • Makroorganisation eines neu aufzubauenden Bildungssystems

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der ersten Dimension. Die anderen beiden folgen in einem späteren Beitrag.

Stellenwert von Bildung für gesellschaftliche Entwicklung

Die Bedeutung von Bildung wird bereits in der Überschrift deutlich: »National Education« weist auf die nationale Bedeutung von Bildung und Erziehung hin. »National Education« bezieht sich sowohl auf die Nation als auch auf das Individuum selbst, denn es ist Aufgabe des Nationalstaates, für die Erziehung seiner Bürger zu sorgen. Zugleich ist er Vormund, Beschützer und Garant der nationalen Gesellschaft.

Bildung ist daher unverzichtbar für die Anhebung des Zivilisationsgrades. Dieses sachliche Argument wird durch Verweise auf Beispiele, dass dem so ist, gestützt. Murray verweist für den Zusammenhang von Bildung und Entwicklung auf die USA und Deutschland. Die beiden Länder sind Referenzgesellschaften, von denen man lernen kann, Bildung als Fortschrittsmittel einzusetzen.

Für den Zusammenhang von Bildung und Wohlstand fungieren England und die USA als Referenzgesellschaften. Murray zufolge trägt Bildung in dreifacher Weise zum materiellen Wohlergehen bei: (1) durch individuelle Motivierung, die eigene Lage zu verbessern, (2) durch Vermittlung von Erfahrungen aus dem Ausland und (3) durch technologische Qualifizierung von Facharbeitern. »Improvement« ist hier der zentrale Begriffe des Fortschritts. Eine Nation, die ihre Ressourcen entwickeln will, muss in der Lage sein, ihre Leute zu qualifizieren.

Der Begriff »Bildung« wird von Murray erweitert. Bildung sei nicht nur als berufliche Qualifikation, sondern auch Allgemeinbildung im Sinne der Bildung des ganzen Menschen. Wo immer man Bildung ausgebaut habe, nahmen Wohlstand und Glück zu.

Der technologische Fortschritt führt zu Automatisierung, die wiederum die Arbeit verändert. Man kann die so eingesparte Zeit und das eingesparte Geld dazu nutzen, höhere Fähigkeiten zu entwickeln, denn der Mensch lebt nicht von Brot allein, sondern auch von intellektueller bzw. geistiger Nahrung. Bildung zielt dadurch ab auf Glück, geistige Nahrung und Menschenwürde.

Hinsichtlich der Wirkung von Bildung auf Gesetzgebung und Regierung geht Murray grundsätzlich davon aus, dass in allen guten Regierung die Verwaltung in den Händen der besser gebildeten Klasse ist. Je aufgeklärter die Gesetze und je fortschrittlicher die Nationen sind, desto besser ist der Regierungsstil. Eine gerechte, objektive und integre Regierung ist dabei für die Aufrecht­erhaltung der Ordnung des Landes viel wichtiger als eine Armee. Zudem hilft Bildung Geld zu sparen: “What is spent on education will be saved a hundredfold in armies, and police, and courts of justice.” Schlussendlich genieße eine gebildete Nation Ansehen und Macht im internationalen Staatensystem.

Panorama

Japans Öffnung

Montag, 27. Dezember 2010 ·

Dies ist ein Beitrag des Blogthemas »Bildungsdynamik der modernen Welt«.

Japan hat sich Mitte des 19. Jahrhunderts in nur zwanzig Jahren von totaler Isolation und »Rückständigkeit« in die Moderne katapultiert. Nicht ganz freiwilig. Aber warum nicht aus der Not eine Tugend machen?

Geschichtlicher Abriss

Japan war früher ein sehr isoliertes Reich. Kontakt zur Außenwelt wurde kaum unterhalten. Und wenn doch Schiffbrüchige anlandeten, so wurde mit diesen kurzer Prozess gemacht.

Das vormoderne Japan war von zwei Gewalten repräsentiert: dem symbolisch agierenden Kaiser (Tennō) und dem eigentlichen Machthaber/Militärdiktator (Shōgun). Über die einzelnen Landesteile herrschten 280 Feudalfürsten.

In diese isolierte feudale Welt brach Mitte des 19. Jahrhunderts Westeuropa ein. Im Juli 1853 stellten die USA, die Japan mit ihrer Kriegsmarine einen Besuch abstatteten, Forderungen: Schiffsbrüchige sollten fortan gastlich behandelt werden, vorbeifahrende Schiffe sollten sich mit Trinkwasser und Proviant versorgen können und japanische Häfen sollten sich für den Handel öffnen. Durch den Nachahmungseffekt der rivalisierenden und sich gegenseitig nachahmenden Staaten zogen die Russen, Briten, Franzosen, Holländer und Preußen kurz darauf nach. Die technisch moderneren westlichen Staaten zwangen dem rückständigen Japan »ungleiche Verträge« auf.

Gleiches taten die Briten infolge des Opiumkriegs bereits mit China. Dies führte zu einer Art Halbkolonialisierung des chinesischen Reichs. Die Japaner, die diese Entwicklung aus der Ferne aufmerksam beobachteten, wollten dieses Schicksal nicht erleiden und entschlossen sich dazu, sich konsequent zu modernisieren und zu öffnen.

Dieser Vorgang, dass ein Gesellschaftssystem (in diesem Fall das westliche Gesellschaftssystem) neben ihm existierende Gesellschaftssysteme nicht mehr akzeptiert und über die Möglichkeit verfügt, die anderen Gesellschaften zu zwingen, sich zu ändern, stellt für Rudolf Stichweh den Beginn der Weltgesellschaft dar.

Etappen des Öffnungsprozesses

Nach Abschluss der ungleichen Verträge durch Shōgunatsregierung spalten sich die Feudalfürsten in zwei Lager: Zwischen den Anhängern des Tennōs (vor allem junge Feudalfürsten) und des Shōguns (vor allem alte Feudalfürsten) bricht eine Art Bürgerkrieg aus.

Man einigt sich darauf, den Kaiser wieder als Regierungschef einzusetzen und gestaltet die gesellschaftliche Ordnung des Landes neu. 1867 stirbt der Tennō, sein Nachfolger ist der 16-jähriger Meiji-Tennō (›erleuchtete Regierung‹). Im Jahr zuvor starb der Shōgun, dessen Nachfolger trat bald die Macht an Meiji ab.

1868 begann der als Meiji-Restaurierung bezeichnete politische Umbruch. Durch die Moderni­sierung soll die Kolonialisierung durch den Westen, die China erleiden musste, vermieden werden. Zu diesem Zweck modernisierte (kolonialisierte) man sich selbst und verfolgte dabei drei Ziele:

  1. Ungleiche Verträge beseitigen
  2. Niederlage und damit Kolonialisierung durch den West vermeiden (man wollte nicht wie China enden)
  3. Im Gefüge der rivalisierenden Mächte volle Gleichberechtigung erlangen

Die Modernisierung erfolgte allerdings nicht so, dass man einfach alles blind übernahm. Man modernisierte sich nach westlichem Vorbild unter — dies ist die Besonderheit — Berücksichtigung der eigenen Werte (Shintō[ismus]).

Die wichtigsten Modernisierungsmaßnahmen in der Meiji-Restaurierung sind:

  1. territoriale Neustrukturierung: Feudalterritorien wurden an den Kaiser zurückübertragen und neu in Präfekturen aufgeteilt (wie in Frankreich)
  2. Gründung zentraler Regierungsbehörden (später »Ministerien«)
  3. Regierungskabinett nach westlichem Vorbild wurde 1885 eingerichtet
  4. Rechtswesen wurde nach internationalen Vorbildern völlig neu strukturiert
  5. umfassende Militärreform (Privilegien der Samurai wurden aufgehoben, sie erhielten eine staatliche Pension, um sie ruhigzustellen; allgemeine Wehrpflicht)
  6. westlicher Kalender wurde eingeführt
  7. Währungsreform
  8. Post- und Eisenbahnwesen wurde aufgebaut
  9. Umfassende Reform des Bildungswesens (Einführung einer allgemeinen Schulpflicht)
  10. Sprachliche Standardisierung des Japanischen

Innerhalb von 20 Jahren (1870er/1880er) wurde das Land grundlegend modernisiert. Es wurden neue Verträge mit dem Westen geschlossen, Japan war nun gleichberechtigt.

Japans Erfolgsrezept: Moderne + Tradition

Japans Erfolgsrezept ist, dass westliche Einflüsse nicht unreflektiert übernommen wurden, sondern selektiv an japanische Verhältnisse angepasst wurden: Die Meiji-Restaurierung war eine Modernisierung unter Berücksichtigung der traditionellen Kultur.

Dabei spielt der Shintō[ismus] eine besondere Rolle. Er ist an sich eine Philosophie zur Morali­sierung des Einzelnen und zur Ordnung der Gesellschaft in einem hierarchischen Loyalitätsgefüge. Der Shintō wird »gereinigt« und mit seiner Hilfe eine mythische Entstehungsgeschichte Japans gesponnen, in deren Rahmen der Tennō vergöttlicht wurde. Dies führte zu einem mythisch überhöhten nationalen Radikalismus, der im Zweiten Weltkrieg zu Exzessen geführt hat.

Eine weitere zentrale Rolle bei der Modernisierung spielten die Vorbilder des Westens: auslän­dische Berater kamen nach Tokio; Japan schickte umgekehrt Experten in die USA und nach Europa. Auch das gesamte japanische Kabinett wurde für ein Jahr ins Ausland geschickt. Insgesamt gab der japanische Staat die Hälfte des gesamten Bildungshaushaltes für die Bezahlung ausländischer Experten und die Bezahlung der japanischen Studenten im Ausland aus.

Vom Zwangsgeöffneten zum Zwangsöffner

Wie bereits erwähnt, gelang es Japan, sich innerhalb kurzer Zeit zu modernisieren.

Die Folge der Öffnung war, dass Japan anfing, sich wie eine europäische Großmacht zu verhalten: Es führte Krieg gegen China (Besetzung Taiwans, japanische Kolonie bis 1945), Russland (eine europäische Großmacht, die rückständiger als das moderne Japan war) und Korea. Letzten zwang Japan ungleiche Verträge auf, sie zwangen Korea, sich zu öffnen und annektierten es.

Quintessenz

Das Beispiel Japan zeigt ganz gut, wie sich die Modernisierung vollzieht: Angesichts der Gefahr, kolonialisiert zu werden, holte sich Japan Rat aus dem Ausland und studiert das Funktionieren verschiedener Systeme (Bildung, Militär, Verwaltung, …) im Ausland. Die USA sowie die europä­ischen Mächte haben Japan ihre Weltentwicklungs- und -bildungsprogrammatik, ihre Vorstellung von Moderne »aufgedrückt«, Japan führte dies in Asien fort.

Japan ist daher repräsentativ für die Kernstücke der modernen Welt. Zum einen für die Inhalte an sich, zum anderen für die Prozesse der Verbreitung (Zwang von Außen, Reisen ins Ausland, Konsultation von Experten und Orientierung an Referenzgesellschaft).

Panorama

Moderne (Bildungs)Welt

Montag, 20. Dezember 2010 ·

Dies ist ein Beitrag des Blogthemas »Bildungsdynamik der modernen Welt«.

Im letzten Beitrag wurden Phänomene und Ursachen der Bildungsdynamik vorgestellt, die zu unserer modernen Bildungswelt geführt haben. Dieser Beitrag geht der Frage nach: Was genau ist die moderne (Bildungs)Welt und wodurch ist sie gekennzeichnet?

Moderne Welt

Zwei Antonyme des Wortes »modern« sind »veraltet« und »bisherig«. Diese deuten darauf hin, dass mit der Moderne Änderungen eintreten, die Bisheriges verändern oder ersetzen und aus moderner Sicht veraltet erscheinen lassen. Genau dieser Bruch ist ein wesentliches Charak­teristikum zur Bestimmung der Moderne: Mit dem Überschreiten dieses Bruchs (auch Sattelzeit genannt) gibt es Veränderungen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Unsere moderne Welt begann im Mittelalter mit den Entdeckungen und Eroberungen, dem Handel und der Missionierung. Wie ich noch am Beispiel von Japans (zeitlich nicht mehr ins Mittelalter einzuordnende) Öffnung aufzeigen werde, zwangen »modernere« Gesellschaften »unmoderne« Gesellschaften zur Modernisierung. Die Moderne ist demnach eine spezifische Form der Zivilisation.

Die historische Dimension der Modernisierung wurde heute durch eine internationale Dimension abgelöst: Die Globalisierung. Es entstand und entsteht eine Weltgesellschaft als evolutionär völlig neuartiges Phänomen.

Diese globale Welt ist durch vier Eigenschaften gekennzeichnet: die Vollentdeckung des Erdballs, die einheitliche Weltzeit (wir können jedes lokale Ereignis in Weltzeit und damit in andere Lokal­zeiten umrechnen), universalisierte Kommunikationsmedien (Telefon, Fax, Fernseher, Internet) sowie Interregionalität (alle Handlungen von Organisation in sämtlichen Bereichen sind heute weltweit verknüpft).

Moderne Bildungswelt

Die moderne Bildungswelt, wie wir sie kennen, entstand durch die Bildungsdynamik. Zur Erinne­rung: Diese ist keine Folge der besonderen Ausgangsbedingungen und Eigenschaften von Staaten, sondern sie wird durch ein übergreifendes, transnationales, kulturelles System herbei­geführt.

Aus der Bildungsdynamik entstand ein weltweit akzeptiertes Modell institutionalisierter Schulerziehung. Dieses Modell bündelt die Strukturmerkmale moderner Erziehungssysteme:

  • Es gibt klar ausdifferenzierte Rollen zwischen Lehrer und Schüler, die Schüler werden in Schulklassen zusammgefasst.
  • Der Staat reguliert (etwa durch Rahmenlehrpläne) die Schule.
  • Die Lehrerausbildung und Lehrertätigkeit ist professionalisiert.
  • Der administrative Gesamtrahmen wird staatlich finanziert und kontrolliert.
  • Es gibt Stufen und Zertifikate, die zum Aufstieg innerhalb des Bildungssystems bzw. zum Übertritt in die Berufswelt berechtigen.

Dieses Modell wird getragen, legitimiert und weiterentwickelt durch eine Weltentwicklungs- und -bildungsprogrammatik. Träger hierfür sind die vielen internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. Ihre Experten verbreiten das Modell und sorgen für dessen Durchsetzung weltweit.

Panorama

Bildungsdynamik: Phänomene und Ursachen

Montag, 13. Dezember 2010 ·

Dies ist ein Beitrag des Blogthemas »Bildungsdynamik der modernen Welt«.

Die Bildungsdynamik der modernen Welt weist zwei Phänomene auf: das der Expansion und das der Konvergenz. Hierfür gibt es verschiedene Erklärungsansätze, die jedoch kaum zur Erklärung beitragen. Ursächlich für die Bildungsdynamik sind die so genannten »World Forces«.

Expansion (auch Explosion oder Revolution)

Das erste Phänomen der Bildungsdynamik, die Expansion (= Wachstum), ist das auffälligste.

Ein enormes Wachstum findet man beispielsweise bei der Schulbeteiligungsquote, die im vergangenen Jahrhundert weltweit stark gestiegen ist. Trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte weisen alle Länder dieser Welt eine sehr ähnliche Dynamik auf. Während westeuropäische Staaten schon früh hohe Schulbeteiligungsquoten verzeichneten, haben die erst im Laufe des 20. Jahrhunderts unabhängig gewordenen Staaten nach ihrer Unabhängigkeit nachgezogen.

Ebenfalls eine Expansion erfuhren die Entwicklung nationaler Bildungsbehörden sowie die Entwicklung der wissenschaftlichen internationalen Nichtregierungsorgansiationen.

Konvergenz (auch Isomorphie)

Neben der Expansion ist auch die Konvergenz (= Gestaltenangleichung) beobachtbar.

Die Bildungssysteme gleichen sich hinsichtlich ihrer Organisation weltweit an. Der Stufenaufbau (Vorschule, Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II) ist fast weltweit anzutreffen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Im Fall von Kenia sind es beispielsweise die Geldgeber, die ein europäisches Schulsystem zur Bedingung für Investitionen gemacht haben.

Neben der Organisation gleichen sich schrittweise auch die Inhalte an, insbesondere in der Primarstufe. Der prozentuale Anteil unterschiedlicher Fächer an der Unterrichtszeit ist im interna­tionalen Vergleich sehr ähnlich. Es gibt kleine Abweichungen: So weisen die osteuropäischen Staaten einen im Vergleich höheren Anteil von Mathematik und Naturwissenschaften auf; dies geht auf Kosten der Gesellschaftswissenschaften.

Erklärungsansätze für die Bildungsdynamik

Für die beobachtete Phänomene gibt es sechs Erklärungsansätze.

Der erste Ansatz sieht einen Zusammenhang zwischen Bildungsentwicklung und wirtschaftlicher Entwicklung. Geleitet von dem Gedanken, dass Bildung zu besseren Verdienst- und Lebenschancen führt, ist jeder um eine bessere Bildung bemüht.

Der zweite Ansatz geht der Frage nach, ob die industriellen und postindustriellen Stufen nicht ein höheres Qualifikationsniveau erfordern. Es könnte auch möglich sein, dass Gesellschaften in postindustriellen Stufen so reich sind, dass sie Bildung als Konsum anbieten. Bildung wäre dadurch keine Notwendigkeit, sondern ein Selbstzweck.

Dass der Stand der politischen und gesellschaftlichen Modernisierung ursächlich für die Dynamik sei, das ist die Ausgangsbasis für den dritten Ansatz. Demokratische Gesellschaften bedürfen aus Sicht dieses Ansatzes eines höheren Maßes an Bildung. Zudem schaffen postindustrielle Gesellschaften Aufnahmeprüfungen, wie sie beispielsweise in Frankreich üblich sind. Dort gibt es für alles einen Wettbewerb, bei dem die Stellen vergeben werden. Es werden auch nur so viele Leute eingestellt, wie viele Plätze es gibt. Je egalitärer die Gesellschaft sei, desto rigider seien auch die Wettbewerbsprüfungen.

Ansatz Nummer 4 fragt, ob machtvolle und autoritäre Staaten eine stärke Bildungsexpansion auf­weisen, schließlich sind nationale Bildungssysteme für eine Staatenbildung ein sehr wichtiges Vehikel.

Der fünfte Ansatz beschäftigt sich mit dem positiven bzw. negativen Einfluss ethnischer Hetero­genität in der Bevölkerungszusammensetzung.

Der letzte Ansatz stellt die Frage, ob die Abhängigkeit von Staaten – sei sie kolonial oder ökono­misch bedingt – sich negativ auf die Bildungsexpansion auswirkt.

Der einzige Ansatz, der eine begrenzte positive Korrelation mit der Bildungsdynamik aufweist, ist derjenige mit Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung. Ein tatsächlicher Zusammenhang lässt sich aber mit einer Korrelation nicht nachweisen. Alle anderen Ansätze leisten statistisch betrachtet keinen nennenswerten Beitrag zur Erklärung der Bildungsdynamik.

»World Forces«

Wenn es also nicht die besonderen Ausgangsbedingungen und Eigenheiten der Länder sind, die die globalen Expansionsverläufe und ihre Konvergenz verursachen, was dann?

Weltweite Faktoren, die so genannten »World Forces«, sind für die Bildungsdynamik ausschlag­gebend. Sie bilden einen sich selbst generierenden und sich selbst tragenden Prozess. Die Welt stellt eine »single social system« dar, das den Rahmen der nationalen Institutionen vorgibt und sie durchdringt.

Dieses Weltsystem hat folgende Aspekte:

  • Entwicklungsideologie: Insbesondere internationale Organisationen pflegen eine Entwicklungs­ideologie.
  • internationale Bildungsprogrammatik: Die Nationalstaaten haben sich dadurch zu legitimieren, ob und inwieweit sie aktive Staatsbürger »schaffen«.
  • Fortschrittsmythos: In allen Ländern der Welt gibt es die Idee eines permanent notwendigen Fortschritts.
  • internationaler Wettbewerb: Alle Bildungssysteme unterliegen der beständigen Beobachtung, etwa durch PISA und andere Vergleichsstudien.

Panorama

Zulassungen für das Amt des Studienrats

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Die Daten für das Referendariat in Berlin sind draußen. Bei der 1. Auswahl zum Amt des Studienrates mit Beginn zum 1. Februar 2011 sind insgesamt 271 Bewerberinnen und Bewerber zugelassen worden. Fünfmal so viele haben sich beworben.

(PDF-Datei)

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