Französisch & Lehren
Freitag, 10. Mai 2013
Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (GeR) definiert für unterschiedliche Teilaspekte der Kommunikation jeweils sechs Niveaus:
- elementare Sprachverwendung: A1 und A2
- selbstständige Sprachverwendung: B1 und B2
- kompetente Sprachverwendung: C1 und C2
Die Darstellung im Referenzrahmen orientiert sich an den Teilaspekten, nicht an den Niveaus. Wenn man wissen möchte, was man für eine bestimmte Niveaustufe können muss, muss man systematisch den Referenzrahmen durchkämmen. Das Centre international d'études pédagogiques, das sich für das französische Sprachdiplom DELF verantwortlich zeichnet, hat sich diese Mühe gemacht und für A1 bis B2 niveaubezogene Deskriptorenübersichten zusammengestellt: A1, A2, B1 und B2.
Eine entsprechende Übersicht in Deutsch ist mir nicht bekannt. Da sie mir dennoch sehr nützlich erscheint, habe ich einfach die deutsche Ausgabe des GeR durchforstet, hier die Ergebnisse:
Für die Schülerhand eignen sich diese Übersichten weniger, schließlich sind die Deskriptoren relativ abstrakt formuliert.
Panorama
Mittwoch, 24. April 2013
An meiner Schule wird im kommenden Schuljahr ein Lernmittelfonds eingerichtet. In dem Zusammenhang entstanden Überlegungen, das etwa sieben Jahre alte Französischlehrwerk zu erneuern, vielleicht erst zum übernächsten Schuljahr.
Doch was kostet das eigentlich?
Vom 1. Band benötigen wir drei Klassensätze (Französisch als zweite Fremdsprache), von den Bänden 2, 3 und 4 dreieinhalb Sätze (Französisch als erste und zweite Fremdsprache), das entspricht bei 32 Schülerinnen und Schülern pro Klasse 96 bzw. 112 Exemplaren. Schülerbuch (À plus: 16,95 €, Découvertes: 17,95 €) und Grammatikheft (7,95 €, 6,50 €) müssen einmalig erworben werden, das Arbeitsheft (9,95 €, 8,50 €) jährlich.
Durch die Menge gibt es, sofern die Schule selbst bestellt, 10 % Rabatt bei mehr als 25 Exemplaren und 12 % Rabatt bei mehr als 100 Exemplaren.
Entscheidete man sich für das neue À plus von Cornelsen, bezahlt man
- rund 9.520 € für die Schulbücher und Grammatikhefte,
- rund 9.330 € für die Arbeitshefte innerhalb der vier Jahre Einführung,
- ab dem 5. Jahr jährlich rund 3.800 € für die Arbeitshefte.
Découvertes von Klett kostet
- rund 9.350 € für die Schulbücher und Grammatikhefte,
- rund 7.970 € für die Arbeitshefte innerhalb der vier Jahre Einführung,
- ab dem 5. Jahr jährlich 3.250 € für die Arbeitshefte.
Summa summarum kostet die Einführung von À plus 18.850 €, Découvertes ist mit 17.320 € etwa 8 % preiswerter. Die jährlich neu zu kaufenden Hefte liegen bei rund 3.800 € bzw. 3.250 €.
Bei diesen hohen Summen ist es kein Wunder, dass einen die Verlage mit Gratismaterialien bedenken. Ganz uneigennützig natürlich.
Update vom 3. Mai 2013: Bei einer ersten Rechnung habe ich für À plus die Hardcover-Ausgabe (18,95 €) anstelle der kartonierten Ausgabe (16,95 €) angesetzt. Dies ist nun korrigiert.
Geografie
Montag, 26. November 2012
Vor Kurzem bin ich auf die Youtube-Videos von C. G. P. Grey, einem Lehrer aus London, gestoßen. Aus Geografensicht ist vor allem das Video über den Unterschied zwischen dem Vereinigten Königreich, Großbritannien und England interessant.
Bei den anderen, ebenfalls sehr kurzweiligen Videos in seinem Youtube-Kanal kommen vor allem Anglophile auf ihre Kosten. Grey erklärt beispielsweise den Unterschied zwischen London und der City of London, wie das britische und das US-Wahlsystem funktionieren und warum 2012 doch kein Weltuntergang stattfinden wird. Hinzuschaltbare Untertexte verbessern das Verstehen erheblich.
Französisch & Lehren
Dienstag, 23. Oktober 2012
Vor wenigen Tagen ging die Meldung durch die Presse, dass die Kultusministerkonferenz (KMK) jetzt einheitliche Maßstäbe im Abitur setzen. Nun ja, dieser Tenor war reichlich übertrieben, schließlich gab es vor den neuen Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife bereits die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung, kurz EPA, die auch kompetenz- und outputorientiert waren.
Wie schon bei den Bildungsstandards für den Haupt- und Mittleren Schulabschluss privilegiert die KMK einige Fächer, namentlich Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik. Als nächstes werden möglicherweise Biologie, Chemie und Physik folgen. Für all diese Fächer gibt es seit 2004 Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss und den MSA.
Es stellt sich die Frage, was mit all den anderen Fächern ist, neben diversen Sprachen zum Beispiel Geografie, Musik, Kunst, Geschichte, Ethik. Sind sie unwichtig? Leisten sie keinen Beitrag zu Bildung und Kompetenzentwicklung?
Die Deutsche Gesellschaft für Geographie hat ihrem (und meinem) Fach MSA-Bildungsstandards gegeben. Das Ziel: Geografie soll nicht noch weiter in der Bedeutungslosigkeit versinken. Denn das Fach, dessen Gegenstand die unser Leben prägenden Probleme wie Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ressourcen, Globalisierung, Naturkatastrophen etc. sind, wird in vielen Bundesländern einstündig unterricht. Streichte man eine weitere Stunde, gäbe es keine Geografie mehr.
Französisch & Geografie
Samstag, 13. Oktober 2012
Video bei youtube
Den Infofenstern im Film ist zu entnehmen:
- Jedes Jahr werden 671 Mio. kg Plastik in der Welt hergestellt.
- Jedes Jahr werden 400 Mio. Pfandflaschen in Québec nicht recycelt.
- 18 000 Plastikteilchen schwimmen auf jedem Quadratkilometer des Ozeans.
- 91 % der Québecer sorgen sich um die Umwelt? Und du?
Französisch
Samstag, 22. September 2012
Eines der Prinzipien des modernen Fremdsprachenunterrichts ist Mehrsprachigkeit. Das bedeutet, dass wir bei der Vermittlung und dem Erwerb einer Fremdsprache gezielt Lernsynergien nutzen. So bedienen wir uns bei beispielsweise der Vermittlung der französischen Sprache nicht nur des Deutschen, sondern knüpfen auch an Fremdsprachen wie Englisch sowie an nichtdeutsche Muttersprachen der Schülerinnen und Schüler an.
Natürlich ist das Prinzip auch in modernen Lehrbüchern vertreten, so etwa in den Klett-Werken Découvertes und Tous ensemble, die beide in diesem Jahr in neuen Ausgaben unter das Volk gebracht werden. Pikant daran: Beim Gymnasiallehrwerk (Découvertes) greift man, wenn überhaupt, auf Englisch zurück, beim Lehrbuch für die restlichen Oberschultypen (Tous ensemble) auf Englisch, Russisch und Türkisch.
Da stellt sich doch die Frage: Geht der Klett-Verlag davon aus, dass Schülerinnen und Schüler mit (muttersprachlichen) Russisch- oder Türkischkenntnissen nicht aufs Gymnasium gehen? Angesichts der Inkonsequenz in Découvertes: Haben Gymnasiastinnen und Gymnasiasten keinen Bedarf an expliziter Mehrsprachigkeit?
Panorama
Montag, 30. April 2012
Durch einen Google+-Beitrag von Markus Trapp bin ich auf das Data Journalism Handbook gestoßen, darin ein Beitrag, wie man Daten findet. Unter anderem: Wenn man in der Google-Suche „filetype:XLS“ eingibt, beschränkt sich die Suche auf XLS-Dateien. Viele haben das sicherlich schon gewusst, ich bisher nicht.
Da probieren über studieren geht, habe ich gleich mal nach Anzahl der Schüler im Land Berlin gesucht. Google bot mir die Statistik OT_B1.1 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. Daraus habe ich mir den Aspekt Schüler(innen) mit nicht-deutscher Herkunftssprache rausgepickt und als Diagramm dargestellt.
Quintessenz: Während im Schuljahr 1996/1997 jeder sechste Schüler in Berlin nicht-deutscher Herkunftssprache war, war es zu Beginn dieses Schuljahren jeder Dritte. Kein Wunder, dass Deutsch als Zweitsprache, kurz DaZ, fester Bestandteil in der (Berliner) Lehrerausbildung geworden ist.
Update vom 16. Mai 2018
Die Entwicklung hat sich in den folgenden Jahren fortgesetzt (Diagramm als PDF)

Französisch
Freitag, 9. Dezember 2011
Aus „Schüler können auch das Lernen lernen“ von Johann Aßbeck möchte ich ein <Unwahrheit> quasi an der Schule täglich zu beobachtendes Beispiel</Unwahrheit> zitieren.
Die Situation: Im Englischunterricht der Sekundarstufe II findet eine Diskussion über die Themen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsboom statt. Die Schülerin Monika S. stellt fest, dass sie zwar Schlüsselwörter beherrscht, aber nur auf gleiche Wendungen zurückgreift. Ihr Wortschatz im Bereich Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsboom ist nicht ausreichend genug, um ihre Ansichten vollständig darstellen zu können. Was also machen?
Mona S. setzt sich für ihre „Textverwertung“ daher folgende Schwerpunkte:
(a) Sie will Kollokationsfelder zu den Begriffen inequality und gap erstellen.
(b) Sie will „Einleitungsformen“ für ihre Argumente sammeln.
(c) Sie will ein Sachfeld zu "causes of poverty and unemployment" erarbeiten.
Sie arbeitet den Text mit verschiedenfarbigen Textmarkern durch, konsultiert ihr Lexikon, spricht gelegentlich mit dem Lehrer über sprachliche Alternativen, über die Organisation des Sachfeldes und über die Anwendung der Sprachelemente in einer Hausaufgabe, und hält schließlich das erarbeitete Sprachmaterial fest.
Um ihr Können zu üben, schreibt sie zuhause eine flammende Gewerkschaftsrede.
Ich frage mich, wo man eine solche Schülerin (oder natürlich einen solchen Schüler) findet.
Quelle
- Aßbeck, Johann (1990): „Schüler können auch das Lernen lernen. Gedächtnispsychologie und Wortschatzarbeit in der Sekundarstufe II.“ In: Der fremdsprachliche Unterricht 24 (102), S. 41-47.
Panorama
Sonntag, 16. Oktober 2011
Die Regensburger Verbundklassifikation (RVK) ist eine insbesondere in Bayern und Ostdeutschland verbreitete Klassifizierung für Bibliotheksbestände. Die Signatur der inhaltlichen Gliederung besteht aus zwei Großbuchstaben und drei bis fünf Ziffern.
Obwohl sie zentral an der Universitätsbibliothek Regensburg erarbeitet wurde und weiterentwickelt wird, ist sie in Teilen erstaunlich uneinheitlich. Dies möchte ich an einem linguistischen Teilgebiet, der Morphologie, aufzeigen.
Der im Titel gewählte Begriff „Uneinheitlichkeit“ impliziert, dass der Status quo kein wünschenswerter Zustand ist. In der Tat ist eine einheitliche Klassifizierung erstrebenswert. Zum einen vereinfacht sie die Erschließung, die im Idealfall zukünftig auch Artikel aus Fachzeitschriften und Sammelbänden umfasst. Zum anderen kommt sie Nutzern zugute, die sich beispielsweise alle Publikationen zum Numerus von Nomen (für alle Sprachen!) anzeigen lassen wollen.
Geografie
Freitag, 7. Oktober 2011
In der Vorstellung vieler Leute liegen Sonne, Erde und Mond auf einer Ebene. Wenn dieses Bild stimmte, hätten wir rund alle zwei Wochen abwechselnd Sonnen- und Mondfinsternis, denn in diesem Rhythmus würde sich der Mond von uns aus gesehen vor die Sonne schieben bzw. die Erde würde ihren Schatten auf den Mond werfen. Sonnen- und Mondfinsternis treten allerdings nicht so häufig auf. Sonne, Erde und Mond liegen folglich nicht auf einer Ebene. Doch wie stehen die drei Himmelskörper zueinander?
Grundsätzlich bewegt sich der Mond um die Erde und die Erde um die Sonne. Diese Umlaufbahnen sind keine idealen Kreise, vielmehr sind sie leicht elliptisch. Bei der Erdumlaufbahn befindet sich die Sonne nicht exakt im Zentrum dieser Ellipse. Das bedeutet, dass die Erde einmal im Jahr, um den 3. Januar, der Sonne besonders nah ist (Perihel), und einmal am Jahr, um den 5. Juli, besonders weit entfernt (Aphel).
Ebenso ist der Mond der Erde mal besonders nah (Periselenum) und mal weiter weg (Aposelenum). Ein genaues Datum kann hierfür nicht angegeben werden, da die Umlaufzeit des Mondes gute 27 Tage beträgt. Das heißt, dass er alle 27 Tage den Punkt der Erdnähe bzw. Erdferne durchläuft. In Bezug zur Erde ist dies nicht immer die gleiche Stelle, denn die beiden Punkte verschieben sich im Laufe von 8,85 Jahren einmal um die ganze Bahn.
Streng genommen dreht sich der Mond dabei nicht um die Erde, sondern um einen Schwerpunkt des Erde-Mond-Systems, der zirka 5000 km vom Erdmittelpunkt entfernt ist, aber sich innerhalb der Erde befindet. Die Umlaufbahn des Mondes weist zur Ebene, die Sonne und Erdumlaufbahn bilden, einen Winkel von 5,156° auf. Um diesen Winkel weicht die Bahn nach oben und unten ab.
Alle Faktoren zusammenfassend bewegt sich der Mond in folgendem Bereich:

Die Grafik zeigt eine Momentaufnahme von Mond und Erde in Seitenansicht. Die blaue „Kugel“ ist die Erde, die kleine weiße der Mond. Die rote Linie stellt die Ebene dar, die Sonne und Erdumlaufbahn bilden. Der eingezeichnete Mond befindet sich zum Zeitpunkt dieser Momentaufnahme oberhalb der Ebene. In dem grauen Bereich kann die Mondbahn und damit der Mond überall liegen.
Von oben sieht das Ganze so aus:

Die Rotation von Erde und Mond, also die Drehung um die eigene Achse, erfolgt von oben betrachtet übrigens entgegen dem Uhrzeigersinn. In gleicher Bewegungsrichtung umläuft der Mond die Erde sowie alle Planeten die Sonne.