Monsieur Becker

Französisch

Wortschatztrainer Französisch

Montag, 10. Mai 2010 ·

Voller Neugier habe ich den neu veröffentlichten »Wortschatztrainer Französisch« von Barbara Holterhof und Prof. Dr. Dirk Siepmann, erschienen bei Klett (interaktiver Blick ins Buch), gekauft. Sehr angetan bin ich von den einführenden Bemerkungen zum Thema Wortschatz, auch wenn diese sich eher für Studenten als für Oberstufenschüler eignen.

Von den Übungen selbst bin ich leider weniger begeistert. Warum? Dies möchte ich am Beispiel von Kapitel I.1 »Der Mensch – Angaben zur Person« darstellen.

  1. Übung 1.2 (S. 32) ist eine Übersetzungsübung; Grammatik-Übersetzungsmethode in Reinform. Dies entspricht nicht den Ansprüchen der modernen Wortschatzarbeit, weder in der schulischen noch in der universitären Sprachbildung. In einem Satz wird »Schweizerin« mit »Suissesse« übersetzt. Diese Bezeichnung ist nicht gänzlich unüblich, aber im Petit Robert heißt es nur »Suisse«, im Dictionnaire du français von Le Robert & CLE international wird »une Suisse« als übliche Bezeichnung genannt. Le bon usage rechnet »Suissesse« dem gehobenen Sprachstil zu. Das Wörterbuch Pièges et difficultés de la langue français führt aus: « La forme ‹ une Suissesse › est vieillie et ne s’emploie que par plaisanterie. » Darüber hinaus werden die Einwohner der Schweiz in einer späteren Übung lediglich als »les Suisses« bezeichnet, obwohl für andere Länder sowohl die männliche wie die weibliche Bezeichnung angeben ist.
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Panorama

Perspektive für den Zugang zu Fachliteratur

Mittwoch, 5. Mai 2010 ·

Vor einigen Wochen las ich einen Tweet von Markus.

Im verlinkten Artikel wird berichtet, dass einzelne Bibliotheken jetzt angefangen haben, ihre Katalogdaten freizugeben. Markus sieht dies als ersten Schritt, »um weltweite Sichtbarkeit v. Bibliotheks­beständen im Web zu erreichen«. Für mich interessant und spannend daran ist der Teilaspekt, dass durch die Veröffentlichung der Daten der Zugang zur Fachliteratur verbessert werden kann.

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Panorama

E-Books und wissenschaftliches Arbeiten

Montag, 3. Mai 2010 ·

Im Rahmen der von Herrn Larbig angestoßenen Diskussion, zu der ich in meinem vorletzten Beitrag meine Gedanken gemacht habe, entwickelt Sebastian Felling vom Bildungsblog ein Szenario, »Wie E-Books und E-Magazine schulisches und wissenschaftliches Arbeiten verändern können«.

Felling geht davon aus, dass mit der Einführung von elektronischen Büchern und Zeitschriften das Interesse an wissenschaftlicher Arbeit, aber auch deren Anzahl zunehme, denn insbesondere semiprofessionelle und Nachwuchs-Wissenschaftler hätten nun leichter die Möglichkeit, zu publi­zieren. Wissenschaftliche Arbeiten würden »noch mehr als im bisherigen Sinne ein unvoll­endetes, sich im Wandel befindliches Werk sein«.

Durch die sich wandelnde Publikationsweise verändere sich auch das Konzept von Autorität, das nun durch Popularität und Authentizität definiert werde. Die neuen Autoritäten genössen nicht nur monetäre Vergütung, sondern auch Aufmerksamkeit und Reputation.

Der letzte von Felling angesprochene Aspekt ist die Bibliothek: Die klassische Bibliothek gehöre »mit dem papiergebunden Buch zur aussterbenden Art«. Zukünftig würde sie zu einer virtuellen Bibliothek, die durch den Einkauf verschiedener Lizenzen die Medien verschiedenen Nutzergruppen zur Verfügung stellen könne.

Ich persönlich bin weniger avantgardistisch in meinen Vorstellungen, wie sich die wissenschaftliche Publikation in Zukunft verändern wird. Ich bin davon überzeugt, dass Bücher und Zeitschriften auch in Papierform erhalten bleiben werden. Wieso?

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Panorama

CD-ROM zum OALD 8 [Update]

Sonntag, 2. Mai 2010 ·

Update: Tim, seines Zeichens Electronic Publication Engineer, hat am 11. Mai auf meine Beschwerde geantwortet. Aber erst, als ich via Twitter nachgehakt habe.

Wie sich herausgestellt hat, kann man die elektronische Version des neuen Oxford Advanced Learner’s Dictionary nur verwenden, wenn die CD-ROM beim ersten Start des Wörterbuchs nach der Installation im CD-ROM-Laufwerk eingelegt ist. Danach funktioniert die Benutzung ohne CD-ROM problemlos. Das ist akzeptabel.

An dieser Stelle sei Steffi und Françoise weiterhin gedankt, die meiner E-Mail an Oxford die »Schul­englischkeit« ausgetrieben und ihr dadurch zu vollem Glanz verholfen haben. Den Text der E-Mail habe ich hier entfernt, um Nutzerinnen und Nutzer, die sich vorab informieren wollen, nicht zu verwirren.

Lehren

Schulbücher und ihre Zukunft

Samstag, 1. Mai 2010 ·

Herr Larbig geht in seinem Blogbeitrag »Schulbücher und freie Unterrichtsmaterialien« der Frage nach, wie Schulbücher abgelöst werden könnten.

Seine Kernkritikpunkte teile ich: Ein gutes Schulbuch ist leider nicht durchgängig qualitativ gut. Es ist darüber hinaus statisch (Veralterungsgefahr) und nicht auf die Bedürfnisse der Lerngruppe angepasst. Zudem gibt es Einschränkungen durch das Urheberrecht.

Für Larbig »scheint die Zeit des (klassischen) Schulbuchs ›eigentlich‹ vorbei«. Das stimmt, wenn auch für die einzelnen Fächer in unterschiedlichem Maße. In den Fremdsprachen beispielsweise, in denen jedes Schuljahr auf dem vorangehenden aufbaut, ist ein langfristig angelegtes Lehrbuch im Prinzip unverzichtbar, damit Grundkenntnisse systematisch vermittelt werden. Bei Erdkunde sowie rein naturwissenschaftlichen Fächern hingegen könnte auch von Anfang an mit Themendossiers gearbeitet werden.

Eine Über-das-klassische-Lehrbuch-hinaus-Entwicklung ist seit geraumer Zeit durch das Entstehen von sogenannten Medienverbünden feststellbar. Ich denke, dass sich dieser Trend weiter­entwickelt und Schulbücher sowie die sie begleitenden Medien in einer integrierten Form in E-Books überführt werden. In den Fächern, in denen Themendossiers möglich sind, werden Verlage auch solche anbieten. Larbig erachtet dieses Feld für Schulbuchverlage als uninteressant, »weil es die mit der Neubeschaffung von Schulbüchern verbundenen Umsätze wohl reduzieren dürfte.« Ich gehe hingegen davon aus, dass der Verkauf von einzelnen Themendossiers sowie von Paketen (à la »Erdkunde, 7. Klasse«) sogar umsatzförderlich ist, denn viele Lehrer werden allein aus purer Tradition auch weiterhin auf ein Lehrbuch aus einer Hand setzen, einige andere setzen die Module verschiedener Verlage ein. Gerade im Fall von Erdkunde begünstigt ein großer Aktualitätsbedarf zudem eine weitere Einnahmequelle: einen Updatedienst.

Unter den derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen ist es auch wahrscheinlich, dass Verlage im Vergleich zu Open-Educational-Angeboten weiterhin dominant sein werden. Denn sie haben die Finanzkraft, einerseits Rechte für die Veröffentlichung urheberrechtlich geschützter Werke zu erwerben, andererseits könnten sie auch Autoren und Grafiker beschäftigen.

Diesen Vorteil könnte man nur aufbrechen, wenn urheberrechliche Schranken für Bildungszwecke aufgehoben würden. Dies wäre ein sinnvoller Schritt im Rahmen der Bildungsrepublik Deutschland, allerdings muss man Grafikern auch zugestehen, von ihrer Arbeit leben zu dürfen.

Und nun? Bleibt alles wie bisher, nur das Medium wechselt?

Ich denke nicht. Ich gehe davon aus, dass Schulbücher in Form von E-Books zukünftig stärker differenziert werden. So kann ich mir vorstellen, dass in Klassen mit vielen Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache spezielle DaZ-Versionen genutzt werden können. Wahrscheinlich werden auch viel mehr Aufgaben zur Auswahl stehen, aus denen die Lehrkraft schöpfen kann.

Panorama

tyrannische Kinder

Dienstag, 20. April 2010 ·

Am Samstag lag das Taschenbuch »Warum unsere Kinder Tyrannen werden« in meinem Briefkasten. Ich hatte es mir tags zuvor bestellt, da mich eine Kommilitonin darauf aufmerksam machte.

Ein ausgesprochen interessantes Buch über die Abschaffung der Kindheit, das ich regelrecht verschlungen habe. Worum geht es?

Mangelnde Sicherheit, soziale Kälte und Perfektionszwang beherrschen mittlerweile unser Leben. Erwachsene kom­pen­sieren diese gesellschaftlichen Defizite leider allzu oft über ihre Kinder. Sie wollen geliebt werden statt erziehen, kuscheln statt Konflikte aushalten. Mit »partnerschaftlichen« Entscheidungen überforden sie die Kleinen, statt klare Regeln aufzustellen, die dem Leben ihrer Kinder Orientierung geben. Dadurch machen sie eine normale Entwicklung der kindlichen Psyche unmöglich.

Michael Winterhoff zeigt in seiner überraschenden wie erschreckenden Analyse diese Fehlentwicklung und belegt sie mit vielen anschaulichen Beispielen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen: Nur wenn sie wieder ihrem Alter gemäß behandelt werden, können sie in einem positiven Sinn lebensfähig werden.
(Quelle: Winterhoff 20107: 2)

Das Buch zeigt eindringlich, dass ein (unter anderem von der »neuen Arroganz« gepflegter) parterschaftlicher Umgang mit Kindern diesen vielmehr schadet als nützt. Denn Kinder würden dadurch lustbetont (»Ich mache, wozu ich Lust habe!«), kennten keine Frustrationstoleranz (»Ich will alles sofort! Tanz nach meiner Pfeife!«), behandelten Menschen wie Gegenstände und könnten sich kaum konzentrieren. Dies seien nur einige Folgen. In der Schule – und später in der Ausbildung – hätten sie Defizite in der Fein- und Grobmotorik, in Wahrnehmung und Sprache, im Arbeits- und Sozialverhalten, … Wiesen früher vier von 25 Kinder Defizite auf, seien es heute vier von 25, die keine Defizite aufweisen. Die Klagen über nicht geeignete Lehrlinge nähmen auch immer stärker zu.

Was kann man dagegen tun? Der Autor und Kinderpsychiater Martin Winterhoff schlägt kein Patentrezept vor, doch er sensibilisiert seine Leser für die Notwendigkeit, vom Laissez-faire-Erzeihungsstil Abschied zu nehmen und Kinder liebevoll, aber fordernd und lenkend zu erziehen. Denn wenn nicht, macht man sein Kind über kurz oder lang zu einem gesellschaftsunfähigen Wesen.

Für 9,95 € das perfekte Buch für alle, die Kinder privat oder beruflich erziehen (werden) und später nicht bei der Supernanny landen wollen.

Mehr zum Buch und zum Autor

Geografie & Lehren

Operatoren des I. Anforderungsbereiches

Samstag, 3. April 2010 ·

Operatoren im Erdkundeunterricht

  • Einleitung
  • Operatoren des I. AFB
    (Reproduktion)
  • Operatoren des II. AFB
    (Reorganisation und Transfer)
  • Operatoren des III. AFB
    (Reflexion und Problemlösung)
  • Operatoren-Katalog

Für den Aufgabenbereich I werden in der Literatur1 eine Vielzahl an Operatoren vorgeschlagen. In alphabetischer Reihenfolge: angeben, aufzeigen, benennen, beschreiben, bestimmen, bezeichnen, charakterisieren* (*= teilweise auch AFB II), darlegen, darstellen*, definieren, durchführen, einzeichnen, ermitteln, feststellen, finden, gliedern*, herausarbeiten*, lokalisieren, nennen, protokollieren, skizzieren, verorten, wiedergeben, zeichnen und zusammenfassen*.

Bevor die Operatoren thematisiert werden, soll kurz aufgezeigt werden, was unter dem AFB I verstanden wird. Aus Sicht der Kultusministerkonferenz (2005: 6) umfasst dieser Anforderungsbereich:

  • »die Wiedergabe von Sachverhalten aus einem begrenzten Gebiet im gelernten Zusammenhang,«
  • »die Beschreibung und Verwendung gelernter und geübter Arbeitsweisen in einem begrenzten Gebiet und einem wiederholenden Zu­sammenhang.«

Wiedergabe von Sachverhalten

Der wohl wichtigste Operator, der zur Wiedergabe von Sachverhalten auffordert, ist nennen. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier »Informationen und Sachverhalte aus vorgegebenem Material oder Kenntnisse ohne Kommentierung wiedergeben« (DGfG 2008: 32). Der besondere Akzent liegt dabei in der Kürze: nennen erfordert lediglich eine stichpunktartige Aufzählung.

Sehr ähnlich sind benennen und sein Synonym bezeichnen. Aus meiner Sicht beziehen sich diese beiden Operatoren jedoch auf Grafiken, in denen Bestandteile benannt (bzw. bezeichnet) werden müssen.

Ausführlichere Antworten verlangt der Operator beschreiben. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler »Materialaussagen und Kenntnisse (unter einem vorgegebenen Aspekt) mit eigenen Worten zusammenhängend, geordnet und fachsprachlich angemessen wiedergeben« (DGfG 2008: 32). Andere Definitionen verwenden statt »zusammenhängend« »schlüssig« oder »logisch«. Daraus folgt, dass beim Beschreiben ein Text entsteht.

Von der Bedeutung her kaum von beschreiben abzugrenzen ist darstellen. Die DGfG (2006: 32) ordnet diesen Operator in den II. AFB ein und setzt den Akzent auf Reorganisation. Doch auch eine Beschreibung kann stärker reorganisierend als reproduzierend sein, sodass darstellen im Bereich der schriftlichen Textproduktion als Synonym zu beschreiben überflüssig ist. Andere Definitionen (etwa Keller 2009) beinhalten einen grafischen, visuellen Aspekt. Dieser könnte die die Existenzberechtigung für darstellen sein. Als Definition schlage ich eine Abwandlung der in den Bildungsstandards (2008: 32) verwendeten Definition für erstellen (AFB II) vor: »Sachverhalte inhaltlich und methodisch angemessen graphisch abbilden und mit fachsprachlichen Begriffen beschriften«. Notwendig ist die genaue Bezeichnung des gewünschten Produktes: Skizze, Karte, Profilskizze, … Im Unterschied zu erstellen liegt der Schwerpunkt bei darstellen nicht auf der Reorganisation, sondern auf der Reproduktion. Diese Grenze ist jedoch nicht immer eindeutig, sodass beide Operatoren synonym gebraucht werden können. Darstellen umfasst die Operatoren skizzieren und zeichnen.

Eine weitere Wiedergabe von Sachverhalten ist das Charakterisieren. Wie auch bei darstellen/erstellen kann der Schwerpunkt auf der Reproduktion bzw. auf der Reorganisation liegen. Der Abi Workshop (2009: 24) versteht unter charakterisieren, »einen Sachverhalt in seinen typischen Merkmalen unter einem leitenden Gesichtspunkt [zu] beschreiben«. Der Akzent liegt im Vergleich zum Beschreiben auf den typischen Merkmalen des Sachverhaltes.

Anwendung von Arbeitsweisen

Die zweite Dimension des AFBs I ist die Anwendung von Arbeitsweisen. Die hier thematisierten Operatoren eignen sich nur zum Teil für Lernerfolgskontrollen und ähnliches.

Ein wichtiges Medium bei der Arbeit im Erdkundeunterricht ist die Karte. Darin kann man Objekte lokalisieren oder verorten. Die DGfG (2008) vermengt beide Begriffe, doch sie sollten unterscheiden werden. In Anlehnung an DGfG (2008: 32) möchte ich beide Termini wie folgt differenzierend definieren: lokalisieren – »die Lage eines Ortes, Flusses o. Ä. mit Bezug auf andere räumliche Gegebenheiten beschreiben«; verorten – »einen Ort, Fluss o. Ä. in eine Karte eintragen«. Ein alltagssprachliches Synonym des zweiten Terminus ist einzeichnen. Da im Erdkundeunterricht Fachsprache verwendet werden sollte, ist verorten vorzuziehen.

Untersuchungen und Experimente werden durchgeführt und protokolliert. Die DGfG (2008: 32) definiert beide Begriffe wie folgt: durchführen – »Untersuchungen nach genauen Anleitungen vollziehen, z. B. Experimente, Erkundungen, Befragungen«; protokollieren – »Beobachtungen oder die Durchführung von Experimenten detailgenau, zeichnerisch einwandfrei bzw. fachsprachlich richtig wiedergeben«.

weitere Operatoren

Die Liste zu Beginn dieses Artikels enthält weitere Operatoren, die zum Teil überflüssig und zum Teil anderen Anforderungsbereichen zuzuordnen sind.

Besonders überflüssig ist wiedergeben, das angesichts der oben aufgezeigten unterschiedlichen Möglichkeiten der Wiedergabe von Sachverhalten viel zu undifferenziert und damit nicht zweckmäßig ist. Angeben ist nichts anderes als nennen, aufzeigen und darlegen sind Synonyme von beschreiben.

Die mit den Operatoren herausarbeiten und zusammenfassen verbundenen Handlungen sind wie bei wiedergeben schlicht schwammig, sodass andere Operatoren verwendet werden müssen.

Der letzte überflüssige Operator in diesem AFB ist ermitteln, inklusive seiner Synonyme bestimmen, finden und feststellen. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler »etwas durch Suchen, Nachschlagen, Nachforschen o. Ä. herausfinden« (in Anlehnung an Terra 7/8 2007: 156). Dabei ist das Ermitteln Grundlage vieler oben genannter Tätigkeiten, ohne dass es selbst eine Wiedergabe anregt.

Definieren und gliedern gehen nach meiner Ansicht über das Anforderungsniveau einer Reproduktion hinaus, sodass sie im AFB II thematisiert werden.

Operatorenkatalog Aufgabenbereich I

Operator Beschreibung
nennen Informationen und Sachverhalte aus vorgegebenem Material oder Kenntnisse ohne Kommentierung stichpunktartig wiedergeben.
benennen/
bezeichnen
In einer Grafik etwas mit einer Beschriftung versehen.
beschreiben Materialaussagen und Kenntnisse (unter einem vorgegebenen Aspekt) mit eigenen Worten zusammenhängend (= als Text), geordnet und fachsprachlich angemessen wiedergeben.
charakterisieren Einen Sachverhalt in seinen typischen Merkmalen unter einem leitenden Gesichtspunkt beschreiben.
darstellen/
erstellen
Sachverhalte inhaltlich und methodisch angemessen grafisch abbilden und mit fachsprachlichen Begriffen beschriften
Hinweis: »Darstellen« zielt auf die Reproduktion, »erstellen« auf die Reorganisation ab.
lokalisieren Die Lage eines Ortes, Flusses o. Ä. mit Bezug auf andere räumliche Gegebenheiten beschreiben.
verorten Einen Ort, Fluss o. Ä. in eine Karte eintragen.
durchführen Untersuchungen nach genauen Anleitungen vollziehen, z. B. Experimente, Erkundungen, Befragungen.
protokollieren Beobachtungen oder die Durchführung von Experimenten detailgenau, zeichnerisch einwandfrei bzw. fachsprachlich richtig wiedergeben.

Fußnoten und Quellen

1 Ausgewertet wurden Abi Workshop (2009: 24f.), DGfG (2008: 32f.), Diercke 7/8 (2006: 255), Fischer/Koch (2005: 11f.), Fundamente (2008: Umschlag vorn), Keller (2009: 30f.), Kultusministerkonferenz (2005: 6f.), Operatorenkommission (2005: 3f.), Terra 7/8 (2007: 156f.) und Terra 9/10 (2007: 176f.).

Geografie & Lehren

Operatoren im Erdkundeunterricht

Freitag, 2. April 2010 ·

Gütekriterien von Lernerfolgskontrollen, Klausuren und mündlichen Prüfungen sind Objektivität, Reliabilität und Validität. Ein Test ist objektiv, wenn das Ergebnis weder vom Lehrer, dessen Verhalten beim Test oder von der Art der Auswertung beeinflusst wird. Er ist reliabel, wenn er das, was er misst, möglichst genau misst. Und er ist valide, wenn er das, was er messen soll, auch tatsächlich misst.

Auch wenn diese Anforderungen der klassischen Testtheorie nur bedingt in der Schule erfüllbar sind, sollte man sich als Lehrer dennoch bemühen, ihnen gerecht zu werden.

Entscheidend für die Validität ist bei Tests und mündlichen Prüfungen eine klare und deutliche Aufgabenstellung (vgl. Haubrich 2006: 227). W-Fragen sind hierbei ungeeignet, denn die Schüler wissen nicht eindeutig, was sie tun sollen, wie an folgendem Beispiel aufgezeigt werden soll: »Welche Auswirkung hat die Bevölkerungsentwicklung in China?« Die Schüler könnten die Auswir­kungen nennen, beschreiben, charakterisieren, erklären, erläutern, skizzieren, vergleichen, beurteilen, bewerten, diskutieren, …

Die Verwendung eines Operators ist daher notwendig und gemäß der EPA Geographie Bestandteil jeder Prüfungsaufgabe (vgl. Kultusministerkonferenz 2005: 7).

Hinter dem hochtrabenden Begriff ›Operatoren‹ steckt letztlich nichts anderes als eine quasi uneingeschränkte Vielzahl an handlungsinitiierenden Verben oder – einfach aus­gedrückt – Verben, die bei den SchülerInnen (sic!) relativ genau vordefinierte und eintrainierte Handlungsweisen zur Bearbeitung einer gestellten Aufgabe auslösen soll.
(Keller 2009: 29)

Die Vielfalt an Operatoren ist bedrückend. Mehrere Zusammenstellungen vergleichend lassen sich leicht rund 55 Operatoren finden. Allein für den Geografieunterricht.

Während Keller (2009: 30) vorschlägt, dass Lehrer sowie Schüler gemeinsam die Bedeutung jedes Operators aushandeln und in den entsprechenden Anforderungsbereich einordnen, bin ich der Meinung, dass die Bedeutungsauslegung nur auf der Ebene des Kollegiums sinnvoll ist, um in­ner­halb der Schule vergleichbare Anforderungen zu gewährleisten. In Anbetracht der Tendenz zu zentralisierten Prüfungen wäre es meines Erachtens sogar noch sinnvoller, wenn auf Landes- bzw. durch die Kultusministerkonferenz sogar auf Bundesebene Operatoren festgelegt, definiert und mit Beispielen illustriert würden.

Diesem Wunsch steht die Realität entgegen: Die Kultusministerkonferenz (2005: 6f.) verwendet in der EPA Geographie 27 Operatoren, erklärt sie aber nicht. In Schulbüchern sind unterschiedlich viele zu finden, darüber hinaus werden sie, selbst innerhalb eines Verlages, unterschiedlich definiert.

Operatoren im Erdkundeunterricht

Mit einer Artikelserie »Operatoren im Erdkunde­unterricht« möchte ich einen Beitrag gegen den Operatorenwirrwarr und für eine einheitlichen Ver­wendung von Operatoren leisten. Für jeden Anfor­derungs­bereich werde ich verschiedene Zusammen­stellungen vergleichen, einzelne Operatoren diskutieren und abschließend einen Katalog an Operatoren vorschlagen.

In besonderem Maße orientiere ich mich an den EPA Geographie sowie an den Bildungsstandards, herausgegeben von der DGfG (2008).

Quellen

Panorama

»Überlebensbericht«

Mittwoch, 24. Februar 2010 ·

Die Berliner Zeitung hat vor anderthalb Wochen im Magazin einen interessanten Bericht, »Überlebensbericht« wie sie es nennen, von Tanja Leston abgedruckt: »Guck nach unten, Frau!«

Frau Leston unterrichte für sechs Monate als Aushilfe an einer Weddinger Gesamtschule. Sie gab Musik und Englisch. Ohne fachlich noch pädagogisch jemals dafür ausgebildet worden zu sein.

Es ist für mich immer wieder verblüffend und erschreckend zugleich, wie schnell irgendwer »Daher­gelaufenes« einfach so zum Lehrer gemacht wird. Niemanden fiele es ein, mich ohne Ausbildung ein Auto zusammenschrauben oder kardiologische Untersuchungen durchführen zu lassen. Doch 30 Schülerinnen und Schüler, die kann ja jeder unterrichten. Jedem Lehrer und jeder Lehrerin signalisiert man dadurch: Deine fünf Jahre Studium sind nichts wert. Es ist geradezu bitter. Auch wie man mit dem wertvollsten Rohstoff, den unser Land hat, den Kindern, umgeht.

Ich finde es vor allem deshalb bitter, weil spätestens seit 1872 sonnenklar ist, dass sich Investi­tionen in Bildung auszahlen. Auf die Anfrage des ersten japanischen Gesandte in den USA, Mori Arinori, wie sich Bildung auf verschiedene Aspekte der Gesellschaft auswirke, antwortete damals David Murray (Universität in New Brunswick) unter anderem: “What is spent on education will be saved a hundredfold in armies, and police, and courts of justice.”

Nun dann. Sparen wir jetzt ein wenig. Es wird uns teuer zu stehen kommen.

Panorama

Digitales Lexikalisches System

Dienstag, 23. Februar 2010 ·

Gestern besuchte ich in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ein Kollo­quium des Zentrums Sprache. Thema: »Der ›Grimm der Zukunft‹ – Perspektiven der Lexikographie im 21. Jahrhundert«.

»Der Grimm«, damit ist das von den Brüdern Grimm 1838 begonnene Deutsche Wörterbuch ge­meint. Nach »nur« 123 Jahren, also im Jahre 1961, war man fertig. Da die Buchstabenstrecken, mit denen man begonnen hatte, beim Abschluss des Wörterbuchs deutlich veraltet waren, beschloss man 1957 eine Neubearbeitung der Buchstabenstrecke A – F. 2012 wird man voraussichtlich damit fertig sein.

Eine ähnliche Neubearbeitung der anderen Buchstaben mache keinen Sinn, so Wolfgang Klein, Direktor am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, nebenbei erwähnt ein sehr begabter Rheto­riker. Zum einen dauere die Neuauflage Jahrhunderte (wodurch die Buchstabenstrecken noch viel veralteter wären, als sie es jetzt schon sind). Die Finanzierung eines solchen Mammutprojektes sei ebenfalls nicht realisierbar.

Aus diesem Grund entschloss man sich an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissen­schaf­ten, zukünftig ein »Digitales Lexikalisches System« zu entwickeln. Es ist kein Wörterbuch, aber aus den Daten können Wörterbücher abgeleitet werden. Dies möchte ich kurz an einem Beispiel illustrieren: Aus einem Datensatz, der zu jedem Wort die Schreibung und die Aussprache verzeichnet, kann man verschiedene Wörterbücher schaffen: (1) ein Rechtschreibwörterbuch wie den Duden (wie schreibt man ein Wort richtig?), (2) ein Aussprachewörterbuch (wie wird ein Wort ausgesprochen?), (3) ein rückläufiges Wörterbuch (welche Wörter enden auf -nf?), (4) ein phono­logisches Wörterbuch (welche Wörter beginnen mit [ts]? Tsatsiki oder auch Zoo) oder (5) ein Reimlexikon (was reimt sich auf Zoo? Floh, froh, …).

Mit dem Digitalen Lexikalischen System löst man viele Probleme von Papierwörterbüchern. Etwa den Umfang. Schätzungen zufolge gibt es 4,5 Millionen Wörter in der deutschen Sprache (dabei zählen Haus, Hauses, Häuser, Häusern als ein gemeinsames Wort), weit über 400 Buchbände wären dafür notwendig. Darüber hinaus ist ein digitales Wörterbuch ergänz- und korrigierbar. Es muss auch nicht nur auf Schrift zurückgreifen. Das Duden-Universalwörterbuch definiert lachen wie folgt: »durch eine Mimik, bei der der Mund in die Breite gezogen wird, die Zähne sichtbar werden u. um die Augen Fältchen entstehen, [zugleich durch eine Abfolge stoßweise hervorgebrachter, unartikulierter Laute] Freude, Erheiterung, Belustigung o.Ä.«. Ein Video, in dem jemand lacht, wäre sicherlich leichter verständlich als diese Umschreibung. Ein weiterer Vorteil: Das Digitale Lexika­lische System bietet eine »inkrementelle Funktionalität«, das heißt, dass nicht für jedes Wort die gleiche Informationstiefe vorhanden sein muss. Man kann das Wörterbuch schrittweise ausbauen.

Da 4,5 Millionen Einträge nur von Heerscharen an Lexikografen aktuell gehalten werden könnten, wird man sich zukünftig auf »wichtige«, relativ häufig verwendete Wörter konzentrieren, die regelmäßig überarbeitet werden. Zu den anderen Wörtern gibt es jedoch Belege aus Literatur und Presse, sodass die Bedeutung erschlossen werden kann.

Eine überarbeitete Oberfläche des Digitalen Wörterbuchs findet man unter beta.dwds.de. Dort kann man auch ein White Paper herunterladen, in dem zentrale Aspekte des Projektes erklärt werden.

Bienvenue

Herzlich willkommen auf meinem Blog.

Hier gibt es Beiträge zu allgemeinen Schulthemen, aber auch zu meinen Unterrichtsfächern Geografie und Französisch.

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Themenbereiche: Französisch, Geografie, Lehren, Lernen, Panorama

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