Monsieur Becker

Panorama

Durchgefallen

Sonntag, 18. Juli 2010

In Thailand hat man 84 000 Lehrerinnen und Lehrer die Prüfungen ihrer Schüler schreiben lassen. Das Ergebnis ist, so scheint es, bestürzend: Dem Erziehungs­ministerium zufolge seien 71 % in Physik durchgefallen, 84 % in Mathematik und 86 % in Biologie. Den Rekord hält Informatik, wo nur 12 % der Lehrerinnen und Lehrer den Durchschnitt erreicht haben.

Das berichtet der Le-Monde-Kolumnist Robert Solé in der Ausgabe vom 13./14. Juni 2010. Gefunden in Le Mensuel, einer monatliche Zusamenstellung der besten Artikel aus Le Monde.

Leider geht aus dem Beitrag nicht hervor, ob alle Lehrerinnen und Lehrer alle Prüfungen geschrieben haben oder ob die Fachlehrer nur ihre jeweiligen Fächer geschrieben haben. Der zweite Fall wäre natürlich deutlich bestürzender…

Panorama

Zulassungen für das Amt des Studienrats

Dienstag, 22. Juni 2010

Die Daten für das Referendariat in Berlin sind draußen. Bei der 1. Auswahl zum Amt des Studien­rates mit Beginn zum 16. August 2010 sind insgesamt 206 Bewerberinnen und Bewerber zugelassen worden. Sechsmal so viele haben sich beworben.

Die Zahlen (PDF-Datei) wurden mir von einer ehemaligen Kommilitonin zur Verfügung gestellt.

Insgesamt gibt es entsprechend dem Haushaltsplan in diesem Jahr 2200 Plätze. Darin enthalten sind auch jene Referendare, die zu Jahresbeginn bereits im Referendariat waren bzw. zum Februar angenommen wurden. Dies sind 300 Plätze mehr als im Vorjahr.

Zehn Prozent der Plätze wurden nach dringendem Bedarf vergeben. Der Rest wurde wie folgt verteilt: Ein Zehntel nach Härtefällen, ein Viertel nach Wartezeit und die restlichen 65 % nach Eignung, sprich Note. Bei Masterstudenten setzt sich diese aus Bachelor- und Masternote zusammen.

Geografie

Ölkatastrophe in Deutschland

Mittwoch, 2. Juni 2010 ·

Es ist immer schwierig, sich das räumliche Ausmaß von etwas vorzustellen, wenn man ein Gebiet nicht kennt. So auch bei der Katastrophe um die untergegangene Ölplattform Deepwater Horizon.

Mit IfItWasMyHome.com und Beowulfe.com/oil kann man den Ölteppich vom Golf von Mexiko auf jeden beliebigen Punkt der Erde verschieben. Sein Ausmaß, das die ganze Schweiz verdecken könnte, wird mehr als deutlich.


(Quelle: IfItWasMyHome.com)

Panorama

als und wie

Freitag, 28. Mai 2010

Eine ehemalige Kommilitonin unterrichtet bald an einer Grundschule, aushilfsweise, vor dem Referendariat an einer Oberschule. Deutsch gibt sie unter anderem, in einer dritten Klasse.

Nun könnte man ja meinen: Ach Deutsch, dritte Klasse, was soll da schon schwierig dran sein? Das kann doch jeder!

Doch schwierig ist es beispielsweise schon, den Unterschied zwischen als und wie zu erklären. Allgemein findet man die Regel: wie bei Gleichheit, als bei Ungleichheit. Auf den ersten Blick logisch, bis man auf Beispiele wie »Ich bin nicht so groß wie du« stößt. Zwei ungleiche Personen, trotzdem wie.

Als sprachwissenschaftlich Passionierter habe ich vorgeschlagen, zwischen Nichtgleichheit (wie) und Ungleichheit (als) zu differenzieren. Aber seien wir ehrlich: Welcher Drittklässler soll das begreifen? Die Duden-Grammatik (2009: 371) macht es sprachwissenschaftlicher schlauer: Zum Ausdruck des gleichen Grades verwende man wie, des ungleichen Grades als. Leicht verdaulich ist das aber auch nicht.

Französisch

Wörterbuchkompetenz

Sonntag, 23. Mai 2010 · ,


von Takako Tominaga, Quelle, Lizenz

Ein wichtiges Hilfsmittel beim Fremdsprachen­erwerb ist das Wörterbuch. Der Berliner Rah­men­lehrplan Französisch für die gymnasiale Oberstufe formuliert nicht umsonst als abschlussorientierten Standard, dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein sollen, »ein- und zweisprachige Wörterbücher sowie andere einschlägige Hilfs­mittel sinnvoll und effektiv zu nutzen.« (RLP-FII 2006: 16)

Doch was bedeutet es, ein Wörterbuch sinnvoll und effektiv nutzen zu können? Was ist Wörter­buchkompetenz?

In einer Veröffentlichung des Niedersächsischen Kultusministeriums, auf die ich bei Damian Duchamps gestoßen bin, wird empfohlen, ausgehend vom abschlussorientierten Standard ein Kompetenzerwerbsschema zu entwickeln:

Ein solches Schema sollte sämtliche didaktischen und methodischen Entscheidungen ggf. unter Einbeziehung überprüfbarer Zwischenziele beinhalten. Es sollte präzise Angaben über Auswahl und Abfolge in der Vermittlung systematischen Wissens ebenso wie klare Vorstellungen über die Kultivierung und Anwendung des erworbenen Wissens und Könnens enthalten.
(Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium 2008: 5f.)

Auf dieser theoretischen Grundlage basiert das folgende Wörterbuchkompetenzerwerbsschema, das ich hiermit zur Diskussion stelle.

Wörterbuchkompetenzerwerbsschema (Entwurf)

Die Schülerinnen und Schüler

  1. finden einfache Wörter, auch solche mit Sonderzeichen (etwa »ç«), im alphabetischen Register.
  2. verstehen die in zentralen Elementen eines Wörterbucheintrages (Angabe der Aussprache, der Wortart, der unregelmäßigen Formen) enthaltenen Informationen.
  3. wählen in polysemen Wörterbucheinträgen mithilfe von Disambiguatoren die treffende Bedeutung.
  4. können die Konjugation eines (unregelmäßigen) Verbs mithilfe des Wörterbuchs nachschlagen.
  5. nutzen weitere Bestandteile des Wörterbuchs (etwa grammatischen Anhang).
  6. finden komplexe Einheiten (etwa Sprichwörter).
  7. verwenden das zweisprachige Wörterbuch mit dem Ziel des individuellen Wortschatz­erwerbs.
  8. können in einsprachigen Wörterbüchern Kollokationen nachschlagen.
  9. nutzen einsprachige Wörterbücher mit dem Ziel des individuellen Wortschatz­erwerbs.
  10. kennen verschiedene Wörterbuchtypen und reflektieren deren Nutzungsmöglichkeiten und -grenzen.

Quellen

Französisch

Wortschatztrainer Französisch

Montag, 10. Mai 2010 ·

Voller Neugier habe ich den neu veröffentlichten »Wortschatztrainer Französisch« von Barbara Holterhof und Prof. Dr. Dirk Siepmann, erschienen bei Klett (interaktiver Blick ins Buch), gekauft. Sehr angetan bin ich von den einführenden Bemerkungen zum Thema Wortschatz, auch wenn diese sich eher für Studenten als für Oberstufenschüler eignen.

Von den Übungen selbst bin ich leider weniger begeistert. Warum? Dies möchte ich am Beispiel von Kapitel I.1 »Der Mensch – Angaben zur Person« darstellen.

  1. Übung 1.2 (S. 32) ist eine Übersetzungsübung; Grammatik-Übersetzungsmethode in Reinform. Dies entspricht nicht den Ansprüchen der modernen Wortschatzarbeit, weder in der schulischen noch in der universitären Sprachbildung. In einem Satz wird »Schweizerin« mit »Suissesse« übersetzt. Diese Bezeichnung ist nicht gänzlich unüblich, aber im Petit Robert heißt es nur »Suisse«, im Dictionnaire du français von Le Robert & CLE international wird »une Suisse« als übliche Bezeichnung genannt. Le bon usage rechnet »Suissesse« dem gehobenen Sprachstil zu. Das Wörterbuch Pièges et difficultés de la langue français führt aus: « La forme ‹ une Suissesse › est vieillie et ne s’emploie que par plaisanterie. » Darüber hinaus werden die Einwohner der Schweiz in einer späteren Übung lediglich als »les Suisses« bezeichnet, obwohl für andere Länder sowohl die männliche wie die weibliche Bezeichnung angeben ist.
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Panorama

Perspektive für den Zugang zu Fachliteratur

Mittwoch, 5. Mai 2010 ·

Vor einigen Wochen las ich einen Tweet von Markus.

Im verlinkten Artikel wird berichtet, dass einzelne Bibliotheken jetzt angefangen haben, ihre Katalogdaten freizugeben. Markus sieht dies als ersten Schritt, »um weltweite Sichtbarkeit v[on] Bibliotheksbeständen im Web zu erreichen«. Für mich interessant und spannend daran ist der Teilaspekt, dass durch die Veröffentlichung der Daten der Zugang zur Fachliteratur verbessert werden kann.

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Panorama

E-Books und wissenschaftliches Arbeiten

Montag, 3. Mai 2010 ·

Im Rahmen der von Herrn Larbig angestoßenen Diskussion, zu der ich in meinem vorletzten Beitrag meine Gedanken gemacht habe, entwickelt Sebastian Felling vom Bildungsblog ein Szenario, »Wie E-Books und E-Magazine schulisches und wissenschaftliches Arbeiten verändern können«.

Felling geht davon aus, dass mit der Einführung von elektronischen Büchern und Zeitschriften das Interesse an wissenschaftlicher Arbeit, aber auch deren Anzahl zunehme, denn insbesondere semiprofessionelle und Nachwuchs-Wissenschaftler hätten nun leichter die Möglichkeit, zu publi­zieren. Wissenschaftliche Arbeiten würden »noch mehr als im bisherigen Sinne ein unvoll­endetes, sich im Wandel befindliches Werk sein«.

Durch die sich wandelnde Publikationsweise verändere sich auch das Konzept von Autorität, das nun durch Popularität und Authentizität definiert werde. Die neuen Autoritäten genössen nicht nur monetäre Vergütung, sondern auch Aufmerksamkeit und Reputation.

Der letzte von Felling angesprochene Aspekt ist die Bibliothek: Die klassische Bibliothek gehöre »mit dem papiergebunden Buch zur aussterbenden Art«. Zukünftig würde sie zu einer virtuellen Bibliothek, die durch den Einkauf verschiedener Lizenzen die Medien verschiedenen Nutzergruppen zur Verfügung stellen könne.

Ich persönlich bin weniger avantgardistisch in meinen Vorstellungen, wie sich die wissenschaftliche Publikation in Zukunft verändern wird. Ich bin davon überzeugt, dass Bücher und Zeitschriften auch in Papierform erhalten bleiben werden. Wieso?

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Panorama

CD-ROM zum OALD 8 [Update]

Sonntag, 2. Mai 2010 ·

Update: Tim, seines Zeichens Electronic Publication Engineer, hat am 11. Mai auf meine Beschwerde geantwortet. Aber erst, als ich via Twitter nachgehakt habe.

Wie sich herausgestellt hat, kann man die elektronische Version des neuen Oxford Advanced Learner’s Dictionary nur verwenden, wenn die CD-ROM beim ersten Start des Wörterbuchs nach der Installation im CD-ROM-Laufwerk eingelegt ist. Danach funktioniert die Benutzung ohne CD-ROM problemlos. Das ist akzeptabel.

An dieser Stelle sei Steffi und Françoise weiterhin gedankt, die meiner E-Mail an Oxford die »Schul­englischkeit« ausgetrieben und ihr dadurch zu vollem Glanz verholfen haben. Den Text der E-Mail habe ich hier entfernt, um Nutzerinnen und Nutzer, die sich vorab informieren wollen, nicht zu verwirren.

Lehren

Schulbücher und ihre Zukunft

Samstag, 1. Mai 2010 ·

Herr Larbig geht in seinem Blogbeitrag »Schulbücher und freie Unterrichtsmaterialien« der Frage nach, wie Schulbücher abgelöst werden könnten.

Seine Kernkritikpunkte teile ich: Ein gutes Schulbuch ist leider nicht durchgängig qualitativ gut. Es ist darüber hinaus statisch (Veralterungsgefahr) und nicht auf die Bedürfnisse der Lerngruppe angepasst. Zudem gibt es Einschränkungen durch das Urheberrecht.

Für Larbig »scheint die Zeit des (klassischen) Schulbuchs ›eigentlich‹ vorbei«. Das stimmt, wenn auch für die einzelnen Fächer in unterschiedlichem Maße. In den Fremdsprachen beispielsweise, in denen jedes Schuljahr auf dem vorangehenden aufbaut, ist ein langfristig angelegtes Lehrbuch im Prinzip unverzichtbar, damit Grundkenntnisse systematisch vermittelt werden. Bei Erdkunde sowie rein naturwissenschaftlichen Fächern hingegen könnte auch von Anfang an mit Themendossiers gearbeitet werden.

Eine Über-das-klassische-Lehrbuch-hinaus-Entwicklung ist seit geraumer Zeit durch das Entstehen von sogenannten Medienverbünden feststellbar. Ich denke, dass sich dieser Trend weiter­entwickelt und Schulbücher sowie die sie begleitenden Medien in einer integrierten Form in E-Books überführt werden. In den Fächern, in denen Themendossiers möglich sind, werden Verlage auch solche anbieten. Larbig erachtet dieses Feld für Schulbuchverlage als uninteressant, »weil es die mit der Neubeschaffung von Schulbüchern verbundenen Umsätze wohl reduzieren dürfte.« Ich gehe hingegen davon aus, dass der Verkauf von einzelnen Themendossiers sowie von Paketen (à la »Erdkunde, 7. Klasse«) sogar umsatzförderlich ist, denn viele Lehrer werden allein aus purer Tradition auch weiterhin auf ein Lehrbuch aus einer Hand setzen, einige andere setzen die Module verschiedener Verlage ein. Gerade im Fall von Erdkunde begünstigt ein großer Aktualitätsbedarf zudem eine weitere Einnahmequelle: einen Updatedienst.

Unter den derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen ist es auch wahrscheinlich, dass Verlage im Vergleich zu Open-Educational-Angeboten weiterhin dominant sein werden. Denn sie haben die Finanzkraft, einerseits Rechte für die Veröffentlichung urheberrechtlich geschützter Werke zu erwerben, andererseits könnten sie auch Autoren und Grafiker beschäftigen.

Diesen Vorteil könnte man nur aufbrechen, wenn urheberrechliche Schranken für Bildungszwecke aufgehoben würden. Dies wäre ein sinnvoller Schritt im Rahmen der Bildungsrepublik Deutschland, allerdings muss man Grafikern auch zugestehen, von ihrer Arbeit leben zu dürfen.

Und nun? Bleibt alles wie bisher, nur das Medium wechselt?

Ich denke nicht. Ich gehe davon aus, dass Schulbücher in Form von E-Books zukünftig stärker differenziert werden. So kann ich mir vorstellen, dass in Klassen mit vielen Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache spezielle DaZ-Versionen genutzt werden können. Wahrscheinlich werden auch viel mehr Aufgaben zur Auswahl stehen, aus denen die Lehrkraft schöpfen kann.

Bienvenue

Herzlich willkommen auf meinem Blog.

Hier gibt es Beiträge zu allgemeinen Schulthemen, aber auch zu meinen Unterrichtsfächern Geografie und Französisch.

Im Bereich Schülerinfo habe ich Informationen speziell für meine Schülerinnen und Schüler zusammengestellt.

Mehr über mich können Sie auch erfahren.

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Themenbereiche: Französisch, Geografie, Lehren, Panorama

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