Monsieur Becker

Französisch

Realitätsnähe

Freitag, 9. Dezember 2011

Aus »Schüler können auch das Lernen lernen« von Johann Aßbeck möchte ich ein <Unwahrheit> quasi an der Schule täglich zu beobachtendes Beispiel</Unwahrheit> zitieren.

Die Situation: Im Englischunterricht der Sekundarstufe II findet eine Diskussion über die Themen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsboom statt. Die Schülerin Monika S. stellt fest, dass sie zwar Schlüsselwörter beherrscht, aber nur auf gleiche Wendungen zurückgreift. Ihr Wortschatz im Bereich Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsboom ist nicht ausreichend genug, um ihre Ansichten vollständig darstellen zu können. Was also machen?

Mona S. setzt sich für ihre »Textverwertung« daher folgende Schwerpunkte:
(a) Sie will Kollokationsfelder zu den Begriffen inequality und gap erstellen.
(b) Sie will »Einleitungsformen« für ihre Argumente sammeln.
(c) Sie will ein Sachfeld zu „causes of poverty and unemployment“ erarbeiten.

Sie arbeitet den Text mit verschiedenfarbigen Textmarkern durch, konsultiert ihr Lexikon, spricht gelegentlich mit dem Lehrer über sprachliche Alternativen, über die Organisation des Sachfeldes und über die Anwendung der Sprachelemente in einer Hausaufgabe, und hält schließlich das erarbeitete Sprachmaterial fest.

Um ihr Können zu üben, schreibt sie zuhause eine flammende Gewerkschaftsrede.

Ich frage mich, wo man eine solche Schülerin (oder natürlich einen solchen Schüler) findet.

Quelle

Panorama

Uneinheitlichkeiten in der RVK

Sonntag, 16. Oktober 2011

Die Regensburger Verbundklassifikation (RVK) ist eine insbesondere in Bayern und Ostdeutschland verbrei­tete Klassifizierung für Bibliotheksbestände. Die Signa­tur der inhaltlichen Gliederung besteht aus zwei Groß­buchstaben und drei bis fünf Ziffern.

Obwohl sie zentral an der Universitätsbibliothek Re­gensburg erarbeitet wurde und weiterentwickelt wird, ist sie in Teilen erstaunlich uneinheitlich. Dies möchte ich an einem linguistischen Teilgebiet, der Morpholo­gie, aufzeigen.

Der im Titel gewählte Begriff »Uneinheitlichkeit« im­pliziert, dass der Status quo kein wünschenswerter Zu­stand ist. In der Tat ist eine einheitliche Klassifizierung erstrebenswert. Zum einen vereinfacht sie die Erschlie­ßung, die im Idealfall zukünftig auch Artikel aus Fach­zeitschriften und Sammelbänden umfasst. Zum ande­ren kommt sie Nutzern zugute, die sich beispielsweise alle Publikationen zum Numerus von Nomen (für alle Sprachen!) anzeigen lassen wollen.

Geografie

Mondbahn

Freitag, 7. Oktober 2011

In der Vorstellung vieler Leute liegen Sonne, Erde und Mond auf einer Ebene. Wenn dieses Bild stimmte, hätten wir rund alle zwei Wochen abwechselnd Sonnen- und Mondfinsternis, denn in diesem Rhythmus würde sich der Mond von uns aus gesehen vor die Sonne schieben bzw. die Erde würde ihren Schatten auf den Mond werfen. Sonnen- und Mondfinsternis treten allerdings nicht so häufig auf. Sonne, Erde und Mond liegen folglich nicht auf einer Ebene. Doch wie stehen die drei Himmelskörper zueinander?

Grundsätzlich bewegt sich der Mond um die Erde und die Erde um die Sonne. Diese Umlaufbahnen sind keine idealen Kreise, vielmehr sind sie leicht elliptisch. Bei der Erdumlaufbahn befindet sich die Sonne nicht exakt im Zentrum dieser Ellipse. Das bedeutet, dass die Erde einmal im Jahr, um den 3. Januar, der Sonne besonders nah ist (Perihel), und einmal am Jahr, um den 5. Juli, besonders weit entfernt (Aphel).

Ebenso ist der Mond der Erde mal besonders nah (Periselenum) und mal weiter weg (Aposelenum). Ein genaues Datum kann hierfür nicht angegeben werden, da die Umlaufzeit des Mondes gute 27 Tage beträgt. Das heißt, dass er alle 27 Tage den Punkt der Erdnähe bzw. Erdferne durchläuft. In Bezug zur Erde ist dies nicht immer die gleiche Stelle, denn die beiden Punkte verschieben sich im Laufe von 8,85 Jahren einmal um die ganze Bahn.

Streng genommen dreht sich der Mond dabei nicht um die Erde, sondern um einen Schwerpunkt des Erde-Mond-Systems, der zirka 5000 km vom Erdmittelpunkt entfernt ist, aber sich innerhalb der Erde befindet. Die Umlaufbahn des Mondes weist zur Ebene, die Sonne und Erdumlaufbahn bilden, einen Winkel von 5,156° auf. Um diesen Winkel weicht die Bahn nach oben und unten ab.

Alle Faktoren zusammenfassend bewegt sich der Mond in folgendem Bereich:

Die Grafik zeigt eine Momentaufnahme von Mond und Erde in Seitenansicht. Die blaue »Kugel« ist die Erde, die kleine weiße der Mond. Die rote Linie stellt die Ebene dar, die Sonne und Erdumlaufbahn bilden. Der eingezeichnete Mond befindet sich zum Zeitpunkt dieser Momentaufnahme oberhalb der Ebene. In dem grauen Bereich kann die Mondbahn und damit der Mond überall liegen.

Von oben sieht das Ganze so aus:

Die Rotation von Erde und Mond, also die Drehung um die eigene Achse, erfolgt von oben betrachtet übrigens entgegen dem Uhrzeigersinn. In gleicher Bewegungsrichtung umläuft der Mond die Erde sowie alle Planeten die Sonne.

Panorama

weniger Schülerinnen und Schüler, mehr Fremdsprachenlernerinnen und -lerner

Samstag, 24. September 2011

Die niedrige Geburtenrate sowie der anfängliche Übergang zum zwölfjährigen Abitur haben die Anzahl der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland zwischen den Schuljahren 2002/2003 und 2009/2010 von 9,8 auf 8,9 Mio. zurückgehen lassen.

Umgekehrt nahm die Zahl der Fremdsprachenlerner zu. Nicht nur prozentual, sondern auch in absoluten Zahlen:

Verlierer sind Russisch und – zu meiner Überraschung – Türkisch. Zirka jeder hundertste Schüler heute lernt Russisch, die Sprache hat jedoch fast einen Drittel seiner Lerner verloren. Ebenfalls abgenommen hat die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die Türkisch lernen.

Alle Daten gibt es hier zum Nachlesen. Sie sind Tabelle 3.6 der Fachserie 11 Reihe 1 (Ausgaben 2002/2003 bis 2009/2010) des Statistischen Bundesamtes entnommen bzw. auf Grundlage dieser Daten errechnet.

Aktualisierung für das Schuljahr 2010/2011: Fremdsprachenerwerb (Schuljahr 2010/2011)

Aktualisierung für das Schuljahr 2012/2013: Fremdsprachenerwerb (Schuljahr 2012/2013)

Geografie & Lehren

Systemkompetenz im Geografieunterricht

Donnerstag, 1. September 2011

Der Ernst-Klett-Verlag hat heute im Berliner Treffpunkt zur Fortbildung »Die Systemkompetenz im Geografieunterricht« geladen. Der Referent Prof. Dr. Rainer Uphues beleuchtete in seinem rund einstündigen Vortrag drei Aspekte der Systemkompetenz: Herausforderungen, Diagnostik und Förderung.

Definition

Beginnen wir mit der wichtigsten Frage: Was verstehen wir unter Systemkompetenz? Ich zitiere aus dem Hand-out:

Systemkompetenz meint die Fähigkeit, komplexe Wirklichkeitsbereiche als Systeme beschreiben, rekonstruieren und modellieren zu können und auf der Basis der Modellierung Erklärungen geben, Prognosen treffen und Handlungsmöglichkeiten entwerfen und beurteilen zu können.

Wozu Systemkompetenz?

Systemkompetenz und Geografie passen gut zu einander, da sich die Geografie als Systemwissenschaft versteht (vgl. Bildungsstandards Geografie: 10f.). Die Elemente der Geofaktoren bilden eine Struktur, sie haben eine Funktion und unterliegen Prozessen. Diese drei Systemkomponenten können auf verschiedenen Maßstabsebenen – von lokal bis global – untersucht werden.

Die komplexe Wirklichkeit zu beschreiben, zu rekonstruieren und zu modellieren ist für das Lösen von schwierigen Problemen unverzichtbar. Menschen haben allerdings oft den Drang, in Tat-Folge-Zusammenhängen zu agieren. Das bedeutet, dass sie ein entstehendes Problem unmittelbar lösen möchten, ungeachtet, ob es sich dabei um die sinnvollste und beste Lösung handelt. Auf diese Weise spielt sich oft ein Trial-and-error-Zyklus ab. Uphues illustriert ihn an zwei Beispielen, dem E10-Kraftstoff und Nike-Fußbällen. Der neue Kraftstoff mit erhöhtem Biospritanteil wurde kurzfristig ohne gründliche Vorbereitung eingeführt. Schnell hat man festgestellt, dass niemand ausreichend über E10 informiert war, weshalb die Autofahrer ihn aus Sorge vor Motorschäden mieden. Auch entpuppte sich Biosprit als wenig umweltfreundlich: Ackerflächen für Nahrungsmittel mussten weichen, Regenwälder wurden für Schnellwuchsplantagen abgeholzt. Die Rückseite der Medaille wurde schlichtweg nicht bedacht. Ebenso nicht beim Sportartikelhersteller Nike, der sich in den 1990er Jahren Vorwürfen ausgesetzt sah, dass Fußbälle in Kinderarbeit hergestellt werden. Unter dem Druck der Allgemeinheit beendete das Unternehmen schnell die Praxis; mit katastrophalen Folgen für die Kinder. Ihre Familien waren weiterhin auf das Einkommen der Kinder angewiesen, wodurch diese in die Prostitution oder in den Bergbau gedrängt wurden. Arbeiten, die weitaus gefährlicher und zehrender sind als das Nähen von Fußbällen. Die beiden Beispiele zeigen, dass sich Schnellschusslösungen oft negativ auswirken.

»Die Lösungen von heute sind vielfach die Probleme von morgen.«
(leider vermochte ich nicht, mir die Quelle zu notieren)

Ein guter Problemlöser ist daher derjenige, der ein Problem länger, dafür aber multiperspektivisch betrachtet, und erst dann handelt. Diese Form des umfassenden Denkens heißt »inkludierendes Denken«. Ein guter Problemlöser ist systemkompetent.

Facetten und Niveaus

Auf die Facetten der Systemkompetenz ging Uphues nur beiläufig ein. Er nennt insgesamt sieben Teilaspekte in drei (nicht näher spezifizierte) Gruppen: (A) Systemstruktur und -grenze, (B) Systeminteraktion, -dynamik und -emergenz sowie (C) Systemprognose und -regulation.

Eine Gliederung der Systemkompetenz in Niveaustufen wird derzeit erarbeitet und soll durch Tests empirisch abgesichert werden.

Diagnostik und Förderung

Eine Möglichkeit, Systemkompetenz zu diagnostizieren und zu fördern, ist folgende Aufgabe: Die Schülerinnen und Schüler stellen den Unterrichtsstoff der vergangenen Stunden als Strukturdiagramm bzw. Concept Map dar. Dabei gilt als Faustregel, dass Schüler, deren Diagramm eher wenige Elemente sowie nur monokausale und lineare Vernetzungsarten aufweisen, über eine geringere Systemkompetenz verfügen als Schüler, in deren Diagramm viele Elemente komplex vernetzt wurden. An die Erstellung müssen sich Verständnisfragen anschließen, denn nur weil man gut Wirkungsdiagramme erstellen kann, bedeutet das noch nicht, dass man eine Thematik vollends durchdacht hat.

Eine weitere, sehr interessante Methode ist die Dilemmadiskussion. Unsere komplexe Welt ist weder schwarz noch weiß, selten gibt es eindeutig richtig und falsch. So wie bei dem obigen Beispiel mit den Nike-Fußbälle nähenden Kindern. Nachdem das Problem des Dilemmas identifiziert wurde, setzen sich die Schüler fachlich mit der Thematik auseinander und debattieren, um zu einer abschließenden individuellen Wertung zu kommen. Dass es dabei nicht die Lösung gibt, dass man sich immer etwas unsicher bleibt, das müssen die Schülerinnen und Schüler ertragen lernen. Diese Fähigkeit wird Ambiguitätstoleranz genannt. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Schüler ausgesprochen ambiguitätstolerant sind und es begrüßen, die intensiv durchdachte Thematik richtig zu verstehen.

Wirkungsdiagramme eignen sich auch, um Schüler für mentale Modelle zu sensibilisieren. Dazu erfasst jeder Schüler vor einer Unterrichtsreihe seine individuelle Vorstellung zu diesem Thema. Der Lehrer bezieht sie in den Unterricht mit ein. Idealerweise verändern sich die mentalen Modelle während der Reihe und nähren sich an die wissenschaftliche Theorie an. Ein erneutes Strukturdiagramm in Anschluss an die Unterrichtsreihe ermöglicht einen Vergleich, also eine Bewusstmachung des eigenen Lernzuwachses, ebenso eine Diagnose des Lernstandes.

Systemkompetenz und andere Kompetenzen

Jetzt, da ich diesen Blogartikel schreibe, kommt bei mir die Frage auf, in welchem Verhältnis die Systemkompetenz zu den sechs DGFG-Kompetenzbereichen (a) Fachwissen, (b) räumliche Orientierung, (c) Erkenntnisgewinnung/Methoden, (d) Kommunikation, (e) Beurteilung/Bewertung und (f) Handlung bzw. den fünf Kompetenzbereichen des Berliner Rahmenlehrplans (i) Raumorientierung, (ii) Raumanalyse und -erschließung, (iii) Raumverständnis und Problemsicht, (iv) Raumbewertung sowie (v) Raumbewusstsein und Raumverantwortung steht.

Obwohl ich normalerweise mit dem DGFG-Kompetenzmodell besser klarkomme – es ist im Übrigen auch das einzige, das an der Universität thematisiert wurde –, erscheint mir das raumbezogene Kompetenzmodell des Berliner Rahmenlehrplans besser mit der Systemkompetenz vereinbar. (v) Raumbewusstsein und Raumverantwortung werden darin beschrieben als

die Fähigkeit und die Bereitschaft, an der Gestaltung von Lebensräumen bewusst teilzunehmen und dabei Verantwortung für die Bewahrung der Lebensgrundlagen auch für zukünftige Generationen zu übernehmen. Dieser Kompetenzbereich ist als Zielgröße zu verstehen, die sich nur langfristig herausbildet und die Entwicklung der oben genannten Kompetenzen [(i) bis (iv), Anmerkung von Julius Becker] voraussetzt.
(Quelle: Berliner Rahmenlehrplan 2006: 11)

Diese Definition deckt sich natürlich nicht mit der von Systemkompetenz, die Richtung ist jedoch sehr ähnlich.

Lehren & Panorama

sanfte Rebellen für nachhaltige Bildung

Sonntag, 21. August 2011

Bildung ist eines dieser Wörter, das jeder kennt, aber niemand richtig fassen kann. Spätestens seid »Wer wird Millionär« ist Allgemeinbildung en vogue, Bücher wie »Bildung – Alles was man wissen muß« (Naturwissenschaften kommen hier interessanterweise nicht vor) verkaufen sich wie geschnitten Brot. PISA hat uns gelehrt, dass unser Bildungssystem nicht so toll ist wie gedacht. Ins gleiche Horn stößt die Wirtschaft, die sich seit Jahr(zehnt)en über den niedrigen Bildungsstand potenzieller Auszubildender beklagt. Viele Lehrer kommen im Laufe ihres Arbeitslebens zu der Erkenntnis, dass Schüler immer »dümmer« würden.

Die Fragen, was gute Bildung ist und wie man sie Schülern angedeihen lässt, sind vieldiskutiert. Christoph Drösser hat sie im Zeit-Artikel »Das will ich nicht wissen« (via @retemirabile) aufgegriffen. »Hirnforscher und Psychologen plädieren für eine nachhaltige Bildung.« Nachhaltigkeit ist auch eines dieser Schlagwörter der modernen Zeit, das in Realität wieder alles und nichts bedeuten kann.

Gerhard Roth, Hirnforscher an der Universität Bremen, fordert konkret weniger Inhalt, dafür mehr

Wiederholen! Lehrer müssen ständig prüfen, was vom Gelehrten noch übrig ist. Innerhalb jeder Schulstunde nach zehn Minuten, am Anfang einer neuen Stunde den Stoff der vergangenen, am Anfang des neuen Schuljahres den Inhalt des letzten. Und in der zehnten Klasse noch einmal den Dreisatz aus der fünften oder sechsten.

Auch in Klassenarbeiten solle man nicht nur das seit der letzten Arbeit Behandelte abfragen, sondern ruhig auch altes Wissen. Natürlich schafft man auf diese Weise die vollgepackten Lehrpläne nicht. Doch was nützen die, wenn man sich als Lehrer zwar feiern kann, dass man alles durchgepeitscht hat, am Ende aber bei den Schülern doch nicht viel übrig bleibt?

Nach dem Artikel fragt man sich: Was nun? Kursänderungen vollzieht der Dampfer Schule nur langsam. An eine Lehrplanrevolution ist nicht zu denken. Vielleicht muss man ein sanfter Rebell werden, über die Thomas Vasek in der aktuellen brand eins berichtet. »Sie finden, dass manches schiefläuft in der Firma. Sie arbeiten hartnäckig dagegen an. Und waren noch nie so wertvoll wie heute.« (Quelle)

Sanfte Rebellen braucht das Land.

Geografie

Nahrungsmittelspekulation

Sonntag, 24. Juli 2011

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http://www.youtube.com/watch?v=X32bhc9EB_I

Nach 2007/2008 gibt es derzeit eine erneute Nahrungsmittelpreiskrise. Weitere Informationen unter weed-online.org sowie unter fao.org.

Geografie

Human-Development-Index selbst erstellen

Samstag, 21. Mai 2011

Der Human Development Index (HDI) ist ein von den Vereinten Nationen veröffentlichter Wohl­standsindikator. Er setzt sich aus der Lebenserwartung, der absolvierten Schul- und Ausbildungs­zeit sowie dem Bruttonationaleinkommen (BNE) je Person zusammen.

Die Auswahl dieser Kriterien ist nicht unstrittig. Beispielsweise Nachhaltigkeit, Gleichstellung von Mann und Frau sowie die Verteilung des Einkommens spielen keine Rolle. Doch genau das kann man ändern. Mit dem Do-it-yourself-Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP/PNUD). Hier kann man seinen eigenen HDI erstellen, die verschiedenen Kriterien unter­schiedlich gewichten und seinen Entwurf als PDF exportieren. Leider besteht keine Möglichkeit, ihn zwischenzuspeichern, um später Änderungen vorzunehmen.

Da es die Anwendung leider nicht auf Deutsch gibt, habe ich eine kleine Übersetzung der Indikatoren angefertigt (als PDF– oder ODT-Datei)

Geografie & Panorama

Plastic Planet

Mittwoch, 11. Mai 2011

Wir leben im Plastikzeitalter. Wo man in seiner Wohnung hinschaut, überall Kunststoffe. Es ist schon praktisch, was man mit diesem Allrounder alles machen kann. Doch die Kehrseite der Medaille: Plastiktüten »zieren« die Landschaft, in den Ozeanen gibt es sechsmal mehr Plastik als Plankton. Fische sterben mit vollem Magen, Albatrossjunge verenden, da ihre Eltern sie mit Plastikmüll gefüttert haben. Das geht auch noch lange so weiter, schließlich braucht es mehrere Jahrhunderte, bis eine Kunststofftüte vollständig abgebaut ist.

Um eben diese Kehrseite des ungebrochenen Plastikglaubens dreht sich der Film »Plastic Planet« von Werner Boote. Er ist nicht reißerisch, er will sensibilisieren.

Zum Beispiel für den Fakt, dass viele unserer täglichen Lebens­mittel in Plastik eingepackt sind. Jedem, der sich die Mühe macht, Produkte mit dem grünen Punkt gesondert zu recyceln, wird das aufgefallen sein. Was weniger offensichtlich ist: Weichmacher und andere Zusatzstoffe lösen sich aus solchen Verpackungen, gehen in die Nahrung über und werden aufgenommen. So etwas Bisphenol A, das in Polycarbonaten vorkommt. Dieses wurde beispielsweise lange für Babyflaschen verwendet. Bisphenol A wirkt im Körper jedoch wie Östrogen und senkt bei männlichen Personen die Spermienproduktion. Eine Untersuchungsreihe mit unfruchtbaren Paaren hat bei diesen erhöhte Konzentrationen von Stoffen gefunden, die in Kunststoffen enthalten sind.

Der Film bietet interessante Einblicke, die bedenklich stimmen. Entpuppt sich der Plastiksegen als Fluch?

Den Film gibt es beispielsweise bei Amazon auf DVD und Blu-ray in einer (fast) plastikfreien Ökoverpackung, aber auch als traditionell verpackte DVD.

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http://www.youtube.com/watch?v=4gLOoWt_vHQ

Geografie

Zeitzonen

Montag, 9. Mai 2011

Mit der BBC kann man die Zeitzonen der Welt und einige Kuriositäten drum herum erkunden (via Free Technologies for Teachers).

Eigentlich wollte ich hier ein Video zum US-Bundesstaat Indiana einbetten. Dieser ist in zwei Zeitzonen geteilt. Leider wird trotz des richtigen Codes nicht das richtige Video eingebettet. Im »falschen« Video erfährt man etwas zur Zeit auf der internationalen Raumstation ISS. Auch sehr spannend.