Monsieur Becker

Panorama

Rolle von Bildung im modernen Sozialstaat

Donnerstag, 5. November 2009 ·

Die aktuelle Ausgabe von »Aus Politik und Zeitgeschehen« widmet sich der Bildungspolitik.

Jutta Allmendinger, Päsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, beschäftigt sich in ihrem Essay Der Sozialstaat des 21. Jahrhunderts braucht zwei Beine mit der Rolle von Bildung im modernen Sozialstaat.

Sozialstaatstypen

Zuerst skizziert sie drei verschiedene Typen von Sozialstaaten: Der erste sei der »sorgende« Sozialstaat sozialdemokratischer Prägung. Mit dem Abschwung der Wirtschaftsentwicklung in den 1970er Jahren und den daraus entstehenden Problemen sei ein neoliberal geprägter Minimialstaat entstanden, der zweite Typ, der vor allem in angelsächsischen Ländern verbreitet sei. Der dritte Typ sei der Sozialinvestitionsstaat: Er aktiviere seine Bürger, damit sie am Marktgeschehen teilhaben können.

Rolle von Bildung im sozialen Investitionsstaat

Bildung habe im sozialen Investitionsstaat einen herausragenden Stellenwert, denn nur Bildung ermögliche eine wissensbasierte Wirtschaftsgesellschaft. Ziel sei eine hohe Bildung für möglichst viele, da Aktivierungsprogramme, das Prinzip des Förderns und Forderns sowie die Stärkung der Eigenverantwortung bei niedrig Gebildeten keine Wirkung entfalten könne und entfalte. Diese Menschen könnten daher auch nicht an der Wissenwirtschaft partizipieren.

Allgemein habe der Bildungsgrad zugenommen, so Allmendinger, doch rund jede(r) fünfte Jugendliche weise nur sehr niedrige Kompetenzen auf. In Italien und in den USA verfüge sogar ein Viertel eines Jahrgangs über zu niedrige Kompetenzen.

Wohlfahrtsstaatstypologie

Entsprechend der Rolle, die soziale Absicherung und Bildung in einem Staat spielen, ließen sich vier Gruppen unterscheiden:

Gruppe Charakteristika Beispiele
1 Sozialer Investitionsstaat und starker Sozialstaat in einem, mit Investitionen sowohl in soziale Sicherung als auch in Bildung und Wissenschaft. skandinavische Staaten
2 Stärkere Bildungsinvestitionen, aber nur beschränkte soziale Absicherung. Die Bildungspolitik ersetze den Schutz des Sozialstaates, was nur jenen nütze, die in den Genuss von Bildung kommen. Island, die Schweiz, Neuseeland, Kanada, die USA
3 Hohe Sozialstaatsausgaben und Vernachlässigung der Bildung und Forschung. Ein Teil dieser Staaten verfüge über eine aktivierende Arbeitsmarktpolitk (Agenda 2010), ohne die Bildungsvoraussetzungen zu schaffen. Deutschland, Italien, Ungarn, Spanien
4 Weder soziale Sicherung noch Investitionen in die Bildung. Türkei, Irland, Mexiko

der moderne Sozialstaat im 21. Jahrhundert

Die Berücksichtigung von Bildung und sozialer Absicherung in der zukünftigen Entwicklung des Sozialstaates sei notwendig, da reine Sozialstaaten (Gruppe 3) bzw. reine Bildungsstaaten (Gruppe 2) den klassischen Sozialstaat nicht ablösen könnten. Zum einen würden auch Gebildete krank, arbeitslos und alt, zum anderen lasse sich ein gewisser Anteil trotz aller Bemühungen nicht bilden und aktivieren.

Allmendinger führt weiter aus:

Moderne und erfolgreiche Wohlfahrtsstaaten lösen den Sozialstaat klassischer Prägung nicht ab, sie folgen nicht dem neoliberalen Ruf, staatliche Leistungen abzubauen, und sie beugen sich nicht einem dritten Weg, der nur auf soziale Investitionen in das Human­kapital der Bevölkerung zielt. Die leistungsfähigsten Länder setzen gleichermaßen auf den Bildungs- und den Sozialstaat, betonen die zukunftsorientierte Bildungs- und Wissenschaftsinvestition, setzen auf hohe Effektivität und Ergebnisgleichheit ihrer Bildungspolitik und betreiben eine engagierte Sozialpolitik. Sie stehen also mit beiden Beinen auf der Erde.

Nur so lasse sich ein hohes Bildungsniveau einerseits und eine hohe Absicherung von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter andererseits verbinden. Maßnahmen zur Aktivierung auf dem Arbeitsmarkt funktionierten, wenn das Niveau von Bildung und Weiterbildung angemessen hoch sei. In den skandinavischen Ländern werde »breit gefördert und gesichert — entsprechend kann dann auch gefordert werden.«

Geografie

aktuelle Satellitenbilder zum Wetter

Samstag, 31. Oktober 2009 · ,

Satellitenbilder sind aus den Wettervorhersagen im Fernsehen kaum noch wegzudenken. Auch für den Geografieunterricht können sie sinnvoll eingesetzt werden.

Die norwegische Wetterseite yr.no (entdeckt durch die Zeit) bietet sehr gute Satellitenbilder für Europa und die Welt, sogar als Animation:

Geografie

Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke und Ausblicke

Donnerstag, 15. Oktober 2009 · ,

Das Geographische Institut der Humboldt-Universität zu Berlin hat vor zwei Jahren gemeinsam mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung eine Broschüre mit dem Titel »Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke und Ausblicke« herausgegeben.

Die von Geographen und Meteorologen geschriebenen Beiträge informieren verständlich über Hintergründe, Zusammenhänge und Auswirkungen des Klimawandels.

Die Broschüre ist wegen hoher Nachfrage leider ver­grif­fen, wird jedoch vom Potsdam-Institut für Klimafolgen­forschung als PDF-Datei zum Herunterladen angeboten.

Der Dokumenten- und Publikationsserver der Humboldt-Universität zu Berlin bietet die einzelnen Beiträge als PDF-Datei sowie die darin enthaltenen Grafiken als Präsentation im PPT-Format an.

  1. Jacobeit, Jucundus: Zusammenhänge und Wechselwirkungen im Klimasystem
  2. Bubenzer, Olaf; Radtke, Ulrich: Natürliche Klimaänderungen im Laufe der Erdgeschichte
  3. Wanner, Heinz: Der Klimawandel in historischer Zeit
  4. Gerstengarbe, Friedrich-Wilhelm; Werner, Peter: Der rezente Klimawandel
  5. Paeth, Heiko: Klimamodellsimulationen
  6. Werner, Peter/Gerstengarbe, Friedrich-Wilhelm: Welche Klimaänderungen sind in Deutschland zu erwarten?
  7. Schönwiese, Christian-D.: Wird das Klima extremer? – Eine statistische Perspektive
  8. Kunstmann, Harald: Regionale Auswirkung der Klimaänderung auf die Wasserverfügbarkeit in klimasensitiven Gebieten
  9. Chmielewski, Frank-Michael: Folgen des Klimawandels für Land- und Forstwirtschaft
  10. Sterr, Horst: Folgen des Klimawandels für Ozeane und Küsten
  11. Haeberli, Wilfried/Maisch, Max: Klimawandel im Hochgebirge
  12. Jendritzky, Gerd: Folgen des Klimawandels für die Gesundheit
  13. Endlicher, Wilfried: Das Unbeherrschbare vermeiden und das Unvermeidbare beherrschen

Panorama

Reform der Lehrerbesoldung

Dienstag, 13. Oktober 2009 ·

Das arbeitgebernahe Wirtschaftsforschungsinstitut »Institut der deutschen Wirtschaft« in Köln hat ein Positionspapier zur Reform der Lehrerbeschäftigung herausgegeben.

Status quo

Die Autoren untersuchen die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften im internationalen Vergleich sowie die personalrechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Sie stellen fest, dass das Tätigkeitsumfeld von Lehrern in Deutschland geprägt ist »durch einen relativ großen Handlungs­spielraum, eine geringe Kontrollintensität und so gut wie keine positiven oder negativen Anreizmechanismen, die zu effizienz- und qualitätssteigerndem Verhalten bewegen könnten.« (Klein/Stettes 2009: 35) Darüber hinaus behinderten diverse Faktoren (durchschnittlich hohe Gehälter, Beamtenstatus etc.) einen Berufswechsel ungeeigneter Lehrkräfte (ebd.).

Momentan ist es so, dass das Gehalt der Lehrer mit der Anzahl der Dienstjahre ansteigt. Dabei handelt es sich um das so genannte Senioritätsprinzip. Grundschul- und Hauptschullehrer sind in der Regel der Besoldungsgruppe A12 zugeordnet, alle anderen der Besoldungsgruppe A13.

neues Entgeltmodell

Die Autoren schlagen ein neues Besoldungssystem vor, das aus einem Grundgehalt, Zulagen und Prämien besteht.

Das Grundgehalt (entspricht dem Einstiegsgehalt: Besoldungsgruppe A12, Besoldungsstufe 3) beträgt 32 280 € jährlich (ebd: 49; Zahl weicht von Besoldungstabelle ab).

Die Zulagen werden ein- bis zweimal im Jahr gezahlt und lassen sich in drei Kategorien unterteilen (ebd.: 45ff.):

  1. eher dauerhafte Zulagen
    • für Fächer, bei denen es einen Lehrermangel gibt
    • für korrekturintensive Fächer
    • für die Übernahme von Führungsfunktionen (Jahrgangsstufenkoordinator, Fachleiter, …)
    • für die »Tätigkeit an einer Schule mit unattraktivem Standort oder mit einer für den Lernerfolg ungünstigen Zusammensetzung der Schülerschaft«
  2. jedes Schuljahr neu vergebene Zulagen
    • für das Unterrichten in der Sekundarstufe II (Oberstufe)
    • für das Unterrichten in Abschlussklassen bzw. in an Lernstandserhebungen teilnehmende Klassen
  3. von der Schulleitung festgelegte Zulagen
    • für Klassenlehrer
    • für das Unterrichten in Problemklassen
    • für Profilfächer (zur Förderung der Profilbildung)
    • für zusätzliche Aktivitäten (Arbeitsgemeinschaften, Unterricht in den Ferien, …)

Die Höhe der Zulagen der ersten beiden Kategorien sollte, so Klein/Stettes (2009: 45f.), auf Landesebene festgelegt werden, um zu vermeiden, dass Schulen einen Wettbewerbsnachteil haben. Zudem sollte die maximale Höhe der Zulagen der Differenz zwischen den Besoldungs­gruppen A13 und A12 entsprechen.

Die Autoren empfehlen des Weiteren, dass man Lehrern freistellen sollte, statt monetären Zulagen lieber Deputatsermäßigung (Verringerung der zu unterrichtenden Stunden) in Anspruch zu nehmen (ebd.: 38). Eine generelle Ersetzung der Zulagen sei allerdings nicht sinnvoll, da sonst die Unterrichtszeit besonders engagierte Lehrer automatisch verkürzt würde (ebd.).

Der letzte Gehaltsbestandteil sind die Leistungsprämien. Diese werden individuell in Kombination mit Zielvereinbarungen festgelegt und in Abhängigkeit von der Zielerreichung gezahlt (ebd.: 47f.). Die der Schule zur Verfügung stehende Summe an Leistungsprämien bemisst sich aus einer Zielvereinbarung der Schule mit dem Schulamt (ebd.). Dabei soll das Abschneiden einer Schule nicht mit anderen Schulen verglichen werden, sondern mit dem erwarteten Abschneiden der jeweiligen Schule (ebd.). Eine an die individuelle Zielerreichung gekoppelte Ausschüttung der Gruppenprämie erlaube dabei eine Binnendifferenzierung zwischen den Lehrkräften einer Schule (ebd.).

Wer soll das bezahlen?

Klein/Stettes (2009: 52) beschreiben abschließend vier Szenarien und ihre Auswirkung auf die Personalausgaben für das Jahr 2016 im Vergleich zu 2006:

  1. Alles bleibt wie bisher.
  2. Für die Berufseinsteiger wird das Senioritätsprinzip (= höheres Einkommen mit höherer Dienstzeit) abgeschafft.
  3. Für die Berufseinsteiger wird das Senioritätsprinzip abgeschafft, für alle anderen eingefroren.
  4. Das Senioritätsprinzip wird für alle abgeschafft.

Aus den Einsparungen wird errechnet, wie viel Umverteilungsspielraum das jeweilige Szenario pro Beamten/Angestellten schaffte, das heißt, wie hoch die Zulagen und Prämien durchschnittlich sein könnten (Eigene Zusammenstellung nach Klein/Stettes 2009: 55, 57ff.):

Szenario Einsparung im Jahr 2016 im Vgl. zu 2006 Umverteilungsspielraum je
Beamten Angestellten
Szenario 1 616 Mio. € 1 200 € 400 €
Szenario 2 1428 Mio. € 2 300 € 3 300 €
Szenario 3 2442 Mio. € 4 000 € 5 000 €
Szenario 4 7746 Mio. € 13 300 € 13 800 €

Quelle

Französisch

Konjugationstabellen im Vergleich

Samstag, 10. Oktober 2009 · ,

Konjugationstabellen sind nützliche Helfer, wenn man schnell die Konjugation von unregelmäßigen Verben oder seltener gebrauchten Zeiten nachschlagen möchte. Moderne Konjugationstabellen gehen über diese reine Nachschlagefunktion deutlich hinaus. Ein kleiner Überblick, mit Empfehlung.

Bescherelle: L’Art de conjuguer

Zu den Klassikern der französischen Verbtabellen gehört »der Bescherelle«, der sich in drei Rubriken gliedert.

In der ersten Rubrik werden 83 Musterverben konjugiert, zudem gibt es zwei Tabellen für die passivische und die reflexive Konjugation. Die Verben avoir und être bilden den Anfang, es folgen die Verben auf -er, auf -ir (Typ finir) und abschließend die unregelmäßigen Verben.

Die zweite Rubrik, »Zur Grammatik des Verbs«, führt in die Morphologie und Syntax ein. Besonders nützlich ist hier die Liste häufig verwendeter Verben nach der Art ihrer Infinitivergänzung. Um drei Beispiele zu nennen: Bei compter ›beabsichtigen‹ ist dies der reine Infinitiv (compter faire qc), bei hésiter ›zögern‹ erfolgt der Anschluss mit à (hésiter à faire qc) und bei parler ›sprechen‹ erfolgt der Anschluss mit de (parler de faire qc). Im Großen und Ganzen ist diese Rubrik aber für Lernerinnen und Lerner an Schulen und Volkshochschulen zu umfangreich.

Eine Besonderheit des Bescherelle ist seine dritte Rubrik: die alphabetische Verbliste. Das Besondere an dieser ist, dass darin so gut wie jedes existierende französische Verb nicht nur einem Konjugationsschema zugeordnet, sondern auch übersetzt wird.

Pons: Verbtabellen Plus Französisch

Mit einer lernerfreundlichen Kurzgrammatik beginnt Pons seine »Verbtabellen Plus Französisch«.

Sodann folgen 77 Doppelseiten mit Musterverben, zwei davon illus­trieren die passivische und die reflexive Konjugation. Jede Doppel­seite verzeichnet auf der linken Seite das Konjugations­schema. Rechts findet man Beispiele und Wendungen, eine Auswahl an Verben mit der gleichen Konjugation, Hinweise auf Besonderheiten sowie Tipps fürs Verbenlernen, teils spezifisch auf der Musterverb zugeschnitten, teils allgemein. Dieses Konzept ist sehr gut für Lernerinnen und Lerner, die auf diese Weise ihren Wortschatz erweitern können.

Es folgt eine Übersicht über unvollständige Verben, eine kurze Liste der häufigsten Verben mit ihren Präpositionen und eine schätzungsweise 3800 Verben umfassende alphabetische Liste, in der neben einer Übersetzung auch die entsprechende Konjugation angegeben wird.

Langenscheidt Verbtabellen Französisch

Langenscheidts »Verbtabellen Französisch« sind ähnlich wie Pons‘ aufgebaut, beginnen aber mit Tipps und Tricks zum Konjugations­training. Dahinter verstecken sich Hinweise, die auch zum Sprachen­lernen allgemein ganz nützlich sind.

Die Grammatik ist grundsätzlich lernerfreundlich, hätte aber an Klarheit gewinnen können, wenn man nicht jedes grammatische Kapitel einer Niveaustufe im Europäischen Referenzrahmen zugeordnet hätte, sondern eine Unterteilung in Basis- und Aufbauwissen vorgenommen hätte.

Die Konjugationstafeln, 70 an der Zahl, sind nach dem Doppel­seiten­prinzip aufgebaut. Die Verben sind jedoch nicht nach den Klassen Verben auf -er, auf -ir (Typ finir) und unregelmäßige Verben sortiert, sondern alphabetisch. Davon ausgenommen sind die ersten neun Verben. Die Sortierung der Verben wirkt recht willkürlich und erleichtert nicht das schnelle Auffinden. Sehr unglücklich bin ich darüber, dass das unregelmäßige Verb s’asseoir als Musterverb für die reflexive Konjugation dient. Die Besonderheiten der reflexiven Konjugation gehen hier angesichts der Unregelmäßigkeiten etwas unter.

Es schließt sich eine sehr kurze Liste von Verben mit ihren Präpositionen und die alphabetische Verbliste an. Die letztgenannte umfasst deutlich unter 1000 Verben (schätzungsweise 750), liegt dafür aber sowohl in der Richtung Französisch-Deutsch und Deutsch-Französisch vor.

Insgesamt möchte ich zu dem Buch bemerken, dass die konsequente Blaufärbung des französischen Textes aus meiner Sicht das Buch recht unübersichtlich macht.

Klett: Die französischen Verben

Das Nachschlagewerk »Die französischen Verben« von Klett richtet sich explizit an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II.

Es umfasst 76 Musterverben. Einige Konjugationsschemata kommen dabei mit verschiedenen Musterverben vor, um den Lernerinnen und Lernern die Anwendung zu erleichtern. In den Konjugationstabellen wird das Passé simple nur angeschnitten, der Subjonctif Imparfait hingegen bleibt völlig ausgespart. Dies geschieht bewusst, da beide Zeitformen für Schülerinnen und Schüler kaum relevant sind. Positiv ist ebenfalls, dass auf die Liaison (vous avez [vuzave]) mit einem Bogen (hier nicht darstellbar) hingewiesen wird.

Die alphabetische Verbliste umfasst die rund 2000 wichtigsten Verben. Sehr übersichtlich werden die wichtigsten Bedeutungen und präpositionalen (und präpositionslosen) Anschlüsse ebenfalls aufgeführt.

Zusammenfassung und Empfehlung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Bescherelle ganz der Tradition der Konjugations­tabel­len verpflichtet ist. Klett zum Teil ebenfalls, dort besticht man jedoch durch eine sinnvolle Schülerorientierung sowie durch Klarheit und Übersichtlichkeit in der Verbliste. Pons‘ und Langen­scheidts Verbtabellen setzen sich von dieser reinen Nachschlagefunktion ab und binden die Konjugation stärker in die Wortschatzarbeit ein.

Bis auf Langenscheidts Verbtabellen kann ich alle Verbtabellen empfehlen.

Dabei möchte ich Kletts »Die französischen Verben« vor allem Schülerinnen und Schülern ans Herz legen. Pons‘ »Verbtabellen Plus Französisch« eignen sich aus meiner Sicht für erwachsene Lernerinnen und Lerner. Und der Bescherelle ist insbesondere im Regal von Studentinnen und Studenten gut aufgehoben.

Quellenangabe:

Französisch

Rectifications orthographiques: Miniguide

Freitag, 9. Oktober 2009 ·

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die französische Sprache sehr ver­ändert; mehrfach kam es zu Rechtschreibreformen. 1740 wurde fast jedes dritte Wort in seiner Orthografie geändert. 1935 hat grand-mère die Schreibung grand’mère abgelöst.

1990 veröffentlichte der Conseil supérieur de la langue française (Paris) im Journal officiel de la République française die Rectifications orthographiques.

Das Ziel dieser Empfehlungen, die rund 2000 Wörter betreffen, ist es, die Schreibung einiger Wörter zu vereinheitlichen sowie Zusammenhangs­losigkeiten und verwirrende Schreibungen zu beseitigen, um das Ansehen der französischen Sprache in der Welt zu stärken.

Die Umsetzung der Rectifications orthographiques ist nicht verpflich­tend, wird aber empfohlen. Keine der beiden Schreibweisen – weder die alte, noch die neue – ist falsch!

Die Académie française hat die neuen Schreibungen in ihr Wörterbuch aufgenommen. Referenz­werke, wie zum Beispiel Wörterbücher, Gramma­tiken, Schulbücher und vieles mehr, wurden und werden aktualisiert, manchmal sukzessive. Die gängigsten Programme zur Rechtschreibkorrek­tur berücksichten ebenfalls die neue Orthografie.

Weitere Informationen finden Sie unter orthographe-recommandee.info. Der dort erhältliche miniguide steht hier in deutscher Übersetzung zum Herunterladen bereit.

Materialien

Französisch

IPA-Zeichen am Computer

Freitag, 9. Oktober 2009 ·

Heutzutage ist es kein Problem mehr, die Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets (IPA/API) am Computer zu benutzen.

Schriftart installieren

Zuerst benötigen Sie eine Schriftart, die die IPA-Sonderzeichen enthält. Ich verwende für meine Arbeitsblätter die kostenpflichtige Schriftart TheAntiquaB von LucasFonts oder in Onlineprojekten die kostenlose Noto Sans von Google. Es gibt viele weitere kostenlos verfügbare Schriftarten.

Noto Sans habe ich auch hier in diesem Blog eingebunden, damit Sie die IPA-Zeichen unabhängig von bei Ihnen installierten bzw. nicht installierten Schriftarten lesen können.

Nachdem Sie sich für eine IPA-Schriftart entschieden und diese heruntergeladen haben, entpacken Sie sie und installieren Sie sie durch Rechtsklick und Auswahl des Menüpunktes »Installieren«. Alternativ kopieren Sie die Schriftdateien in Ihren Fonts-Ordner (bei Windows meist C:/WINDOWS/Fonts/).

Starten Sie anschließend Ihr Textverarbeitungsprogramm neu. Bei LibreOffice.org muss auch der Schnellstarter geschlossen werden.

IPA-Zeichen finden

Die aus dem lateinischen Alphabet entstammenden IPA-Zeichen können Sie normal mit Ihrer Tastatur eingeben.

Andere Lautzeichen finden Sie bei LibreOffice.org wie folgt:

  1. Einfügen > Sonderzeichen…
  2. Schriftart (»Noto Sans«) auswählen
  3. Bereich »Lautschrift Erweiterung« wählen

Mitunter sind einige IPA-Zeichen auch bereits in den Bereichen »Latein 1« ([ð], Zeichen 00F0), »Latein Erweitert-A« ([ŋ], Zeichen 014B) oder »Basis Griechisch« ([β], Zeichen 03B2) enthalten.

Längungs- [ː] (Zeichen 02D0) und Betonungszeichen [ˈ ˌ] (Zeichen 02C8 und 02CC) befinden sich im Bereich »Phonetische Hilfzeichen«, die Tilde [] (Zeichen 0303) im Bereich »Kombinierte dia­kri­tische Zeichen«. Aufgrund von Darstellungsfehlern kann die Tilde bei kleiner Schriftgröße auf dem Bildschirm wie ein Strich aussehen, sie erscheint jedoch im Ausdruck richtig.

Bei Microsoft Word ist die Vorgehensweise sehr ähnlich, die Bereiche haben jedoch abweichende Bezeichnungen.

unästhetische Uneinheitlichkeiten vermeiden

Beim Einfügen eines Sonderzeichens wird nicht nur das Zeichen an sich eingebunden, sondern auch die Schriftart. Wenn Sie also ein IPA-Zeichen einfügen und direkt danach neuen Text schrei­ben, erscheint dieser neue Text in der falschen Schriftart. Schnell kommt es zu unästhetischen Uneinheitlichkeiten im Text. Zudem steht Ihnen eine sehr mühselige Arbeit bevor, wenn Sie die Schriftart der IPA-Zeichen ändern wollen: Sie müssen das bei jeder Transkription per Hand erledigen!

Um dies zu vermeiden, fügen Sie die Sonderzeichen zuerst in ein neues, leeres Dokument ein. Kopieren Sie von dort die Zeichen und fügen Sie sie mittels Bearbeiten > Inhalte einfügen > Unformatierter Text ein. Nun erscheint das IPA-Zeichen in der Schriftart, in der Sie Ihren Text schreiben. Damit es in der von Ihnen gewünschten IPA-Schriftart erscheint, richten Sie sich über Format > Formatvorlagen (auch erreichbar über die Taste F11) die Zeichenvorlage »Phonetik« ein. Weisen Sie dieser die IPA-Schriftart zu und wenden Sie nun die Zeichenvorlage auf die IPA-Zeichen an.

Update Januar 2018: Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung eines speziellen Tastaturlayouts.

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