Monsieur Becker

Französisch

Realitätsnähe

Freitag, 9. Dezember 2011

Aus »Schüler können auch das Lernen lernen« von Johann Aßbeck möchte ich ein <Unwahrheit> quasi an der Schule täglich zu beobachtendes Beispiel</Unwahrheit> zitieren.

Die Situation: Im Englischunterricht der Sekundarstufe II findet eine Diskussion über die Themen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsboom statt. Die Schülerin Monika S. stellt fest, dass sie zwar Schlüsselwörter beherrscht, aber nur auf gleiche Wendungen zurückgreift. Ihr Wortschatz im Bereich Arbeitslosigkeit und Wirtschaftsboom ist nicht ausreichend genug, um ihre Ansichten vollständig darstellen zu können. Was also machen?

Mona S. setzt sich für ihre »Textverwertung« daher folgende Schwerpunkte:
(a) Sie will Kollokationsfelder zu den Begriffen inequality und gap erstellen.
(b) Sie will »Einleitungsformen« für ihre Argumente sammeln.
(c) Sie will ein Sachfeld zu „causes of poverty and unemployment“ erarbeiten.

Sie arbeitet den Text mit verschiedenfarbigen Textmarkern durch, konsultiert ihr Lexikon, spricht gelegentlich mit dem Lehrer über sprachliche Alternativen, über die Organisation des Sachfeldes und über die Anwendung der Sprachelemente in einer Hausaufgabe, und hält schließlich das erarbeitete Sprachmaterial fest.

Um ihr Können zu üben, schreibt sie zuhause eine flammende Gewerkschaftsrede.

Ich frage mich, wo man eine solche Schülerin (oder natürlich einen solchen Schüler) findet.

Quelle

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eine Reaktion

  1. Julius Becker

    9. Dezember 2011 – 09:26 Uhr (#1297)

    Dieser Post lag schon lange als Entwurf vor, wurde aber erst jetzt anlässlich Jan-Martins Beitrag ausgegraben.

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