Monsieur Becker

Geografie

Dreiecksdiagrammvorlage

Montag, 19. September 2016

Eine der komplexeren Diagrammformen ist das Dreiecksdiagramm, insbesondere da die Gestaltung nicht einheitlich ist. Mal beginnt die x-Achse links unten mit 0 %, mal rechts unten. Beim Ablesen muss man sich entsprechend an unterschiedlichen Hilfslinien orientieren: Dort, wo bei der Achse 0 % steht, wird sie von einer zweiten Achse im Winkel von 60° geschnitten. An den zu dieser zweiten Achse parallel verlaufenden Linie ist der Wert abzulesen.

Beginnt die x-Achse links unten mit 0 %, orientiert man sich beim Ablesen an den nach rechts oben aufsteigenden Linien. Beginnt sie rechts unten mit 0 %, sind die nach links oben aufsteigenden Linien maßgeblich.

Deutlich lesbarer ist die Vorlage im ZUM-Wiki, da hier die Intervallmarkierungen auch außen sind. Für meine Zwecke habe ich die Prozentangaben entfernt und die Grafik einmal gespiegelt, sodass nun beide oben beschriebenen Varianten (0 % links bzw. rechts) möglich sind.

x-Achse Format
0 % unten links PDF SVG PNG
0 % unten rechts PDF SVG PNG

Urheber der Ausgangsgrafik ist Tobias1984. Diese Grafik sowie die daraus abgeleiteten Grafiken in allen Formaten sind unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

Französisch

Au cœur de la Guyane

Mittwoch, 31. August 2016

Der Klett-Verlag hat mehrere ELI-Lektüren ins Programm genommen, unter anderem »Au cœur de la Guyane« von Domitille Hatuel (978-3-12-514999-1).

Die schön illustrierte Lektüre (das allein ist bei Französischlektüren nicht allzu üblich) handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die es nach Französisch-Guayana verschlägt. Es geht um Natur, einen Weltraumbahnhof und indigene Bevölkerung. Insgesamt schön zu lesen. Und es bieten sich viele Anschlussstellen, die zum Entdecken des südamerikanischen Überseedépartements einladen.

Zu jedem Kapitel gibt es eine Doppelseite mit Aufgaben, die Inhalt, Vokabular und Grammatik aufgreifen. Dem Buch liegt eine CD bei.

Obwohl die Lektüre für A1 ausgewiesen ist, haben es Wortschatz und Grammatik in sich. Annahme des Verlages ist, dass Schülerinnen und Schüler auf dem Niveau etwa 600 Wörter beherrschen. Mehrere der in dem Buch vorkommenden sowie die zur Erklärung verwendeten Wörter gehören mit Sicherheit nicht dazu. Auch ist das futur simple nicht A1-adäquat.

Trotz dieses Hakens werde ich die Lektüre erproben, wenn auch mit erheblichen Vokabeleinhilfen:

Domitille Hatuel: Au cœur de la Guyane. ISBN: 978-3-12-514999-1. 9,99 €.

Französisch & Panorama

Cédille eingeben mit der Europatastatur

Dienstag, 23. August 2016

Eingabe am PC und Androidsmartphone

Die Zeiten, in denen man auf einem Französischarbeitsblatt die Akzente sowie die Cédille händisch hinzufügen musste, gehören zum Glück lange der Vergangenheit an. Verfügt die Tastatur über einen Nummernblock, so hält man einfach die Alt-Taste gedrückt und gibt für »Ç« 128 bzw. für »ç« 135 im Nummernblock ein.

Auf dem Androidsmartphone funktioniert es sogar noch einfacher, hier habe ich bei meiner SwiftKey-Tastatur aktiviert, dass Akzentbuchstaben angezeigt werden sollen. Lange auf »c« tippen und schon erscheinen ç, ć und č zur Auswahl.

Eingabe mittels Europatastatur

Seitdem der »gute alte Laptop« immer kompakter wird, wie zum Beispiel bei meinem Surface Pro 3 mit dem TypeCover, ist die Sache wieder komplizierter geworden. Es gibt kein Nummernblock mehr und lange auf das C zu drücken führt zu sehr vielen Cs, aber nicht zu Sonderzeichen. Ergo habe ich keine Möglichkeit, mit geringem Aufwand »ç« einzugeben.

Einen Ausweg habe ich nun in der T2-Tastaturbelegung (Wikipediaartikel), auch Europatastatur genannt, gefunden. Sie ist eine Erweiterung der bekannten deutschen QWERTZ-Tastatur und auch DIN-normiert (DIN 2137). Der Aspekt, dass es sich nur um eine Erweiterung handelt, ist besonders wichtig, wenn man ohne hinzusehen schreibt: Man muss sich nicht umgewöhnen.

Das Vorgehen, ein C mit Cédille einzugeben, funktioniert bei der T2-Belegung ähnlich wie bisher bei den Akzentbuchstaben: Man gibt zuerst über die Tottaste den gewünschten Akzent ein (´, + ´, ^) und dann den Buchstaben, der den Akzent tragen soll. Im Fall der Cédille drückt man Alt Gr + J gleichzeitig, dies aktiviert die Cédille. Anschließend drückt man auf C bzw. auf die Umschalttaste + C, schon erhält man »ç« bzw. »Ç«.

Ein Klick auf Alt Gr + 1 ermöglicht übrigens auch die Eingabe eines typografisch korrekten Apostrophs (’) anstelle der Verlegenheitslösung (').

Alle Zeichen, die für das Französische relevant sind, und ihre Eingabeweise, sind unten aufgeführt.

Infos und Treiber

Infos zur T2-Tastaturbelegung bzw. zur Europatastatur gibt es in der Wikipedia und unter europatastatur.de.

Den Treiber können Sie bei ACSSOFT herunterladen. Gehen Sie unter Windows 10 nun wie folgt vor:

  1. Installieren Sie den Treiber.
  2. Rufen Sie die Windows-Einstellungen auf, z. B. über Windowstaste + I.
  3. Wählen Sie „Zeit und Sprache“, dann den Punkt „Region und Sprache“.
  4. Wählen Sie im Abschnitt „Sprache“ folgende aus: „Deutsch (Deutschland)“ und klicken Sie auf „Optionen“.
  5. Im Abschnitt „Tastaturen“ werden Ihnen nun die Tastaturen „Deutsch QWERTZ“ und „Deutsch (T2-gravurkompatibel) V1.05“ angeboten.
  6. Entfernen Sie „Deutsch QWERTZ“, nun können Sie die T2-Tastaturbelegung nutzen.

Eingaberegeln

Alle Eingaberegeln fürs Französische:

Zeichen Eingabe mit T2-Tastatur
Akut (é) ´, dann Vokal
Gravis (è) + ´, dann Vokal
Zirkumflex (ê) ^, dann Vokal
Trema (ï) Alt Gr + R, dann Vokal
ç Alt Gr + J, dann C
œ Alt Gr + ^, dann E
æ Alt Gr + ^, dann A
Alt Gr + 1
» Alt Gr + X
« Alt Gr + V

Panorama

Ungezwungene Mehrsprachigkeit

Freitag, 19. August 2016

In den vergangenen drei Wochen war ich in Kanada und den USA unterwegs. Was mir dort unter anderem aufgefallen ist, ist der ungezwungene Umgang mit Mehrsprachigkeit.

In den Chinatowns ist es selbstverständlich, dass Werbung, Öffnungszeiten, Infos, … nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Chinesisch verfügbar sind. Bei einer Bank wurde hingewiesen, dass die Kunden neben in Englisch auch in Kantonesisch und Mandarin beraten werden.

In New York City hängen die Regeln für den öffentlichen Park nicht nur in Englisch aus, sondern auch in Chinensisch und Spanisch. Ebenso wichtige Informationen, etwa dass man sich für die Wahl registrieren soll, sind in der U-Bahn auch mehrsprachig, »obwohl« nur US-Amerikaner wählen dürfen. In Deutschland wäre dort sofort ein Die-müssen-aber-die-Landessprache-sprechen-Reflex. In NYC hingegen will man möglichst viele Leute an die Wahlurne bekommen, entsprechend gibt es das Registrierungsformular nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Arabisch, Bengali, Chinesisch, Französisch, Haitianisch, Koreanisch, Russisch, Spanisch und Urdu.

Zeitungen und TV-Sender sind ebenfalls nicht nur englischsprachig, dabei beschränkt man sich im Falle des Fernsehens bei Weitem nicht auf das Einspeisen ausländischer Sender. In NYC kann man problemlos mehrere spanischsprachige Sender empfangen, die in New York bzw. den USA allgemein produziert werden. Gleiches gilt für mehrere chinesischsprachige Sender in Kanada.

In meinem TV-Angebot indes befindet sich kein einziger türkischsprachiger Sender, obwohl es auch einzelne gibt, die in Deutschland produzieren. Der deutsche TV-Zuschauer ist es schlicht nicht gewohnt, türkisch Sender empfangen zu können. Von arabischsprachigen Sendern ganz zu schweigen.

Ich habe mich auf der Reise oft gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn ARD und ZDF einen frei empfangbaren fremdsprachigen Kanal anböten, in dem es unter anderem Nachrichten und Magazine auf Türkisch und Arabisch gibt. Auch, um im derzeitig angespannten Verhältnis ein breiteres Meinungsspektrum bieten zu können.

Französisch

cahier de français

Dienstag, 19. Juli 2016

Vor zwei Jahren habe ich hier im Blog über Kompetenzraster geschrieben (Lernintention und Erfolgskriterien, Beispielkompetenzraster zu Découvertes (alt) und À plus (nouvelle édition)). Seitdem nutze ich sie im Französischunterricht immer mal wieder. Derzeit bin ich noch etwas unzufrieden, da ich die Raster gern farbig gestalten, oder zumindest auf farbigen Papier kopieren würde, schon allein aus motivationalen Gründen. Dies ist jedoch mit Investitionen verbunden, die ich auf die Dauer nur ungern selbst tragen möchte.

Ein weiterer Stapel an Kopien, die ich produziere, sind Wortschatzübersichten, die die Schülerinnen und Schüler erhalten, um davon ausgehend sogenannte associogrammes zu gestalten. Das sind individuell strukturierte Wortschatzübersichten, die unterrichtsbegleitend in Vorbereitung auf eine Klassenarbeit erstellt werden. Zudem sind sie gerade für Leute mit begrenztem Lerneifer eine Gelegenheit, mit überschaubarem Aufand gute Note zu bekommen (auch wenn diese als Teil der sonstigen Noten im Bereich »Mündlich« nicht übermäßig gewichtet werden).

Um den Kopien ein Ende zu bereiten, bzw. um sie zumindest zu reduzieren, habe ich mich in Erinnerung an Herrn Emrichs Beitrag entschlossen, ein zwanzigseitiges cahier de français zu konzipieren.


PDF-Datei

Französisch beginnen wir bei uns in der 7. Klasse, daher ziert »5e« das Cover. Das Umschlagfoto stammt, wie auf Seite 3 angegeben, von Aloïs Peiffer (Quelle).

Das cahier enthält:

  1. Infos zum Lernen (Recycling meiner Infoseite)
  2. Erklärung der associogrammes und des dossiers
  3. Wortschatz für die associogrammes, gegliedert nach Unités und Themen, zudem ist relevante Grammatik eingestreut (die Grammatik hat eher einen Übersichts- als einen erklärenden Charakter). Hier veröffentliche ich nur einen Auszug aus diesem Abschnitt.
  4. Kompetenzraster für jede Unité
  5. Übersicht über kleine Wörter
  6. Le français en classe (Klassenraumfranzösisch)
  7. Liste des verbes (Gliederung der Verben nach Unité)
  8. Pense-bête zur Konjugation
  9. Info zu DELF

Ich werde das cahier einfach mal drucken lassen (Umschlag mit festerem Bilderdruckpapier, Innenteil mit besser beschreibbarem Offseitpapier) und im Unterrichtsalltag erproben. Ich bin gespannt.

Französisch & Geografie

Le vieux Paris

Mittwoch, 10. Februar 2016


(Screenshot von Histoire du bâti Parisien)

Wie man Daten aus verschiedenen Quellen interessant kombinieren und damit eine räumlich-geschichtliche Enwicklung darstellen kann, beweist das Projekt »Histoire du bâti Parisien« von @comeetie. Dort kann man, nachdem man auf »Commencer« geklickt hat, sich zum Beispiel Gebäude anzeigen lassen, die schon vor über 200 Jahren standen (siehe Bild).

Eine Hauptbauphase war im Zeitraum von 1851 bis 1914, als besonders Georges-Eugène Haussmann das Stadtbild Paris’ prägte.

Panorama

Warum ich Perspective Daily unterstütze

Samstag, 6. Februar 2016

Neben Exekutive, Legislative und Judikative gibt es […] die Medien, die zwar keine eigene Gewalt zur Änderung der Politik oder zur Ahndung von Machtmissbrauch besitzen, aber durch Berichterstattung und öffentliche Diskussion das politische Geschehen beeinflussen können. (Quelle)

In Zeiten, in denen Artikel mit reißerischen Überschriften in Klickstrecken zerstückelt werden, jedes Gerücht als Eilmeldung in die Welt gesetzt wird und sich allernorts die gleichen Meldungen der Nachrichtenagenturen finden, hat man den Eindruck, dass Medien teilweise nicht mehr ihrer Funktion nachkommen. Verantwortlich dafür sei, so liest man immer wieder, die Kostenlosmentalität im Internet, sodass man von Klicks geradezu abhängig sei, um Werbung verkaufen zu können. Was polarisiert wird geklickt und lässt sich monetarisieren. Algorithmen, die bei Facebook die Timeline bestücken, oder wie sie bei Twitter eventuell erwogen werden, begünstigen die Fokussierung auf Polarisierendes.

Um aus diesem Hamsterrad von Eilmeldungen und Klicks auszubrechen, gibt es verschiedene Versuche.

Im Jahr 2014 starteten die Krautreporter (@krautreporter). Ich war bei der Crowdfundingkampagne dabei und wurde im Nachhinein enttäuscht, denn inhaltlich und vor allem technisch sprach mich die Umsetzung gar nicht an. Auch in der Kommunikation lief meines Erachtens vieles nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, sodass ich mein Abo nicht verlängert habe.

Seit 2014 unterstütze ich CORRECT!V (@correctiv_org), „das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum“, das sich an Vorbildern wie De Correspondent orientiert. Zwar kann ich mit der Art des Bookzines nicht so richtig etwas anfangen, jedoch finde ich den Ansatz, zu vielfältigen Themen zu recherchieren und mit Medienpartnern zusammenzuarbeiten, sehr spannend. Reportagen, die mich besonders ansprechen, habe ich gepinboarded.

Einen anderen Ansatz versucht nun Perspective Daily (@PDmedien), konstruktiver Journalismus ist ihr Ziel. In fünf Beiträgen die Woche sollen nicht nur Probleme, sondern auch Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. „Dafür arbeiten [die Macher] mit neugierigen und engagierten Autoren, die Fachwissen und Leidenschaft vereinen. Dazu kommen kluge Köpfe, Visionäre und Querdenker aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.“ Der Twitterhashtag lautet gänzlich unbescheiden: #zeigenwasgeht. Ich, ich will sehen, was geht, daher bin ich Mitglied Nr. 2288 geworden. Fast 4000 Menschen haben sich ebenfalls dafür entschieden, bis zum 21. Februar fehlen aber noch knapp 8100, die bereit sind, das Vorhaben mit 42 € zu unterstützen. Einen Versuch ist es wert.

Geografie

Blizzard

Samstag, 23. Januar 2016

An diesem Wochenende kommt das öffentliche Leben an der US-amerikanischen Ostküste zum Erliegen. Der Grund ist auf der folgenden Karte zu sehen, die eine Momentaufnahme von earth.nullschool.net (@cambecc) darstellt.

Auf der Karte erkennt man gut das Tiegdruckgebiet über dem Raum Waschington, D.C. Es dreht sich wie alle Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel entgegen dem Uhrzeigersinn und schaufelt Kaltluft aus Kanada über die Großen Seen bis nach Nordflorida. Dadurch bildet sich ein starker Schneesturm, auch Blizzard genannt:

Ein Blizzard entsteht infolge eines kräftigen Kaltlufteinbruchs aus Richtung der Polarregionen. Dabei dringt die polare Kaltluft in Tiefdruckgebieten bis weit nach Süden vor, da auf dem nordamerikanischen Kontinent keine in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirge existieren. (Quelle)

Geografie

400 Bäume pflanzen

Sonntag, 17. Januar 2016 ·

Rund drei Billionen Bäume gibt es auf der Erde, so eine Veröffentlichung in nature. 1,39 Billionen davon stehen in tropischen und subtropischen Wäldern, 740 Milliarden in borealen Wäldern und 610 Milliarden in der gemäßigten Zone.

Drei Billionen Bäume, eine ziemlich gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht ist, dass insgesamt fast drei Billionen Bäume gefällt wurden, seit der Mensch in der Lage ist die Axt zu schwingen. Das klingt nach sehr viel, aber wenn wir diese Zahl durch die Anzahl von Menschen auf der Erde teilen, dann stellt sich heraus, dass jedem nur 400 Bäume fehlen, um die Verluste wieder auszugleichen. (Quelle)

Und genau diesem Ziel des Ausgleichs widmet sich das Projekt 400Trees.org, das von der Doktorandin Laura Kehoe gegründet wurde. Die gebürtige Irin arbeitet seit 2012 am Lehrstuhl für Biogeografie der Humboldt-Universität zu Berlin.

Auf Ihrer Projektseite sammelt Sie Geld, das an die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation trees.org weitergeleitet wird. Das Pflanzen eines Baumes kostet 10 Cent, »seine« 400 fehlenden Bäume zu pflanzen also 40 US-Dollar.

Zugegeben, 400 Bäume pro Erdbewohnerin und Erdbewohner sind ziemlich plakativ, zumal wir in den westlichen Ländern durch unseren Lebensstil einiges mehr zur Abholzung beigetragen haben und aktuell beitragen. Dennoch ist dieses niedrigschwellige Angebot ein Schritt in die richtige Richtung.

(Pressemitteilung der HU-Berlin)

Geografie

Rotation der Planeten

Samstag, 9. Januar 2016 · ,

Die Erde bewegt sich,

  • um die Sonne,
  • um einen gemeinsamen Schwerpunkt mit dem Mond (Baryzentrum) und
  • um sich selbst (Rotation).

Letzens kam im Unterricht die Frage auf, warum die Rotationsachse schräg steht. Den genauen Grund dafür konnte ich noch nicht ausmachen, aber ich bin auf einige interessante Dinge gestoßen.

Wenn man aus der Umlaufbahn der Erde um die Sonne eine Ebene bildet, dann steht die Rotationsachse zu dieser Ebene nicht im 90°-Winkel, sondern ist um 23° 27′ verschoben. Im gleichen Winkel schneidet der Äquator die Ebene.

Von »oben« betrachtet rotiert die Erde entgegen dem Uhrzeigersinn (rechtläufig, prograd). Die meisten Planeten in unserem Sonnensystem verhalten sich ähnlich. Die Venus und der Uranus sind hier Ausnahmen, sie drehen sich im Uhrzeigersinn (rückläufig, retrograd). Die Bezeichnung der Rotationsrichtung ist dabei abhängig vom jeweiligen Nordpol.

Die Achsneigung hingegen berechnet sich nach der prograden Rotation. Bei einer Achseneigung von 0° stünde der Rotationsachse im Winkel von 90° zur Planetenbahn. Die Venus hat eine Achsneigung von 177,36°, steht also mit Hinblick auf eine rechtläufige Rotation fast auf dem Kopf. Natürlich befindet sich der Nordpol der Venus auf der gleichen Seite der Bahnebene wie der Nordpol der Erde.

Noch interessanter ist der Uranus. Seine Achsneigung beträgt 97,77°. Auf die Erde übertragen ergäbe sich ein völlig anderes Bild unserer Welt. In dem Bereich zwischen 7,77° N bzw. S und dem jeweiligen Pol ginge mindestens einmal im Jahr nicht die Sonne auf respektive unter. Bei uns in Deutschland gäbe es im Winter deutlich mehr Polarnächte und Sommer deutlich mehr Polartage.


(Stellung der Erde im Winter, rechts: bei Uranus-Achsneigung)

Ursache für die Schrägstellung des Uranus ist möglicherweise ein Zusammenstoß mit einem größeren Himmelskörper, sicher belegt ist dies aber nicht.


(In dem Video wird m. E. Bewegung von Erde und Uranus im die Sonne falsch dargestellt. Beide Planeten müssten sich entgegen dem Uhrzeigersinn bewegen.)