Panorama
Montag, 20. Dezember 2010 · Bildungsdynamik der modernen Welt
Im letzten Beitrag wurden Phänomene und Ursachen der Bildungsdynamik vorgestellt, die zu unserer modernen Bildungswelt geführt haben. Dieser Beitrag geht der Frage nach: Was genau ist die moderne (Bildungs)Welt und wodurch ist sie gekennzeichnet?
Moderne Welt
Zwei Antonyme des Wortes „modern“ sind „veraltet“ und „bisherig“. Diese deuten darauf hin, dass mit der Moderne Änderungen eintreten, die Bisheriges verändern oder ersetzen und aus moderner Sicht veraltet erscheinen lassen. Genau dieser Bruch ist ein wesentliches Charakteristikum zur Bestimmung der Moderne: Mit dem Überschreiten dieses Bruchs (auch Sattelzeit genannt) gibt es Veränderungen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.
Unsere moderne Welt begann im Mittelalter mit den Entdeckungen und Eroberungen, dem Handel und der Missionierung. Wie ich noch am Beispiel von Japans (zeitlich nicht mehr ins Mittelalter einzuordnende) Öffnung aufzeigen werde, zwangen „modernere“ Gesellschaften „unmoderne“ Gesellschaften zur Modernisierung. Die Moderne ist demnach eine spezifische Form der Zivilisation.
Die historische Dimension der Modernisierung wurde heute durch eine internationale Dimension abgelöst: Die Globalisierung. Es entstand und entsteht eine Weltgesellschaft als evolutionär völlig neuartiges Phänomen.
Diese globale Welt ist durch vier Eigenschaften gekennzeichnet: die Vollentdeckung des Erdballs, die einheitliche Weltzeit (wir können jedes lokale Ereignis in Weltzeit und damit in andere Lokalzeiten umrechnen), universalisierte Kommunikationsmedien (Telefon, Fax, Fernseher, Internet) sowie Interregionalität (alle Handlungen von Organisation in sämtlichen Bereichen sind heute weltweit verknüpft).
Moderne Bildungswelt
Die moderne Bildungswelt, wie wir sie kennen, entstand durch die Bildungsdynamik. Zur Erinnerung: Diese ist keine Folge der besonderen Ausgangsbedingungen und Eigenschaften von Staaten, sondern sie wird durch ein übergreifendes, transnationales, kulturelles System herbeigeführt.
Aus der Bildungsdynamik entstand ein weltweit akzeptiertes Modell institutionalisierter Schulerziehung. Dieses Modell bündelt die Strukturmerkmale moderner Erziehungssysteme:
- Es gibt klar ausdifferenzierte Rollen zwischen Lehrer und Schüler, die Schüler werden in Schulklassen zusammgefasst.
- Der Staat reguliert (etwa durch Rahmenlehrpläne) die Schule.
- Die Lehrerausbildung und Lehrertätigkeit ist professionalisiert.
- Der administrative Gesamtrahmen wird staatlich finanziert und kontrolliert.
- Es gibt Stufen und Zertifikate, die zum Aufstieg innerhalb des Bildungssystems bzw. zum Übertritt in die Berufswelt berechtigen.
Dieses Modell wird getragen, legitimiert und weiterentwickelt durch eine Weltentwicklungs- und -bildungsprogrammatik. Träger hierfür sind die vielen internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. Ihre Experten verbreiten das Modell und sorgen für dessen Durchsetzung weltweit.
Panorama
Montag, 13. Dezember 2010 · Bildungsdynamik der modernen Welt
Die Bildungsdynamik der modernen Welt weist zwei Phänomene auf: das der Expansion und das der Konvergenz. Hierfür gibt es verschiedene Erklärungsansätze, die jedoch kaum zur Erklärung beitragen. Ursächlich für die Bildungsdynamik sind die so genannten „World Forces“.
Expansion (auch Explosion oder Revolution)
Das erste Phänomen der Bildungsdynamik, die Expansion (= Wachstum), ist das auffälligste.
Ein enormes Wachstum findet man beispielsweise bei der Schulbeteiligungsquote, die im vergangenen Jahrhundert weltweit stark gestiegen ist. Trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte weisen alle Länder dieser Welt eine sehr ähnliche Dynamik auf. Während westeuropäische Staaten schon früh hohe Schulbeteiligungsquoten verzeichneten, haben die erst im Laufe des 20. Jahrhunderts unabhängig gewordenen Staaten nach ihrer Unabhängigkeit nachgezogen.
Ebenfalls eine Expansion erfuhren die Entwicklung nationaler Bildungsbehörden sowie die Entwicklung der wissenschaftlichen internationalen Nichtregierungsorgansiationen.
Konvergenz (auch Isomorphie)
Neben der Expansion ist auch die Konvergenz (= Gestaltenangleichung) beobachtbar.
Die Bildungssysteme gleichen sich hinsichtlich ihrer Organisation weltweit an. Der Stufenaufbau (Vorschule, Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II) ist fast weltweit anzutreffen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Im Fall von Kenia sind es beispielsweise die Geldgeber, die ein europäisches Schulsystem zur Bedingung für Investitionen gemacht haben.
Neben der Organisation gleichen sich schrittweise auch die Inhalte an, insbesondere in der Primarstufe. Der prozentuale Anteil unterschiedlicher Fächer an der Unterrichtszeit ist im internationalen Vergleich sehr ähnlich. Es gibt kleine Abweichungen: So weisen die osteuropäischen Staaten einen im Vergleich höheren Anteil von Mathematik und Naturwissenschaften auf; dies geht auf Kosten der Gesellschaftswissenschaften.
Erklärungsansätze für die Bildungsdynamik
Für die beobachtete Phänomene gibt es sechs Erklärungsansätze.
Der erste Ansatz sieht einen Zusammenhang zwischen Bildungsentwicklung und wirtschaftlicher Entwicklung. Geleitet von dem Gedanken, dass Bildung zu besseren Verdienst- und Lebenschancen führt, ist jeder um eine bessere Bildung bemüht.
Der zweite Ansatz geht der Frage nach, ob die industriellen und postindustriellen Stufen nicht ein höheres Qualifikationsniveau erfordern. Es könnte auch möglich sein, dass Gesellschaften in postindustriellen Stufen so reich sind, dass sie Bildung als Konsum anbieten. Bildung wäre dadurch keine Notwendigkeit, sondern ein Selbstzweck.
Dass der Stand der politischen und gesellschaftlichen Modernisierung ursächlich für die Dynamik sei, das ist die Ausgangsbasis für den dritten Ansatz. Demokratische Gesellschaften bedürfen aus Sicht dieses Ansatzes eines höheren Maßes an Bildung. Zudem schaffen postindustrielle Gesellschaften Aufnahmeprüfungen, wie sie beispielsweise in Frankreich üblich sind. Dort gibt es für alles einen Wettbewerb, bei dem die Stellen vergeben werden. Es werden auch nur so viele Leute eingestellt, wie viele Plätze es gibt. Je egalitärer die Gesellschaft sei, desto rigider seien auch die Wettbewerbsprüfungen.
Ansatz Nummer 4 fragt, ob machtvolle und autoritäre Staaten eine stärke Bildungsexpansion aufweisen, schließlich sind nationale Bildungssysteme für eine Staatenbildung ein sehr wichtiges Vehikel.
Der fünfte Ansatz beschäftigt sich mit dem positiven bzw. negativen Einfluss ethnischer Heterogenität in der Bevölkerungszusammensetzung.
Der letzte Ansatz stellt die Frage, ob die Abhängigkeit von Staaten – sei sie kolonial oder ökonomisch bedingt – sich negativ auf die Bildungsexpansion auswirkt.
Der einzige Ansatz, der eine begrenzte positive Korrelation mit der Bildungsdynamik aufweist, ist derjenige mit Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung. Ein tatsächlicher Zusammenhang lässt sich aber mit einer Korrelation nicht nachweisen. Alle anderen Ansätze leisten statistisch betrachtet keinen nennenswerten Beitrag zur Erklärung der Bildungsdynamik.
„World Forces“
Wenn es also nicht die besonderen Ausgangsbedingungen und Eigenheiten der Länder sind, die die globalen Expansionsverläufe und ihre Konvergenz verursachen, was dann?
Weltweite Faktoren, die so genannten „World Forces“, sind für die Bildungsdynamik ausschlaggebend. Sie bilden einen sich selbst generierenden und sich selbst tragenden Prozess. Die Welt stellt eine „single social system“ dar, das den Rahmen der nationalen Institutionen vorgibt und sie durchdringt.
Dieses Weltsystem hat folgende Aspekte:
- Entwicklungsideologie: Insbesondere internationale Organisationen pflegen eine Entwicklungsideologie.
- internationale Bildungsprogrammatik: Die Nationalstaaten haben sich dadurch zu legitimieren, ob und inwieweit sie aktive Staatsbürger „schaffen“.
- Fortschrittsmythos: In allen Ländern der Welt gibt es die Idee eines permanent notwendigen Fortschritts.
- internationaler Wettbewerb: Alle Bildungssysteme unterliegen der beständigen Beobachtung, etwa durch PISA und andere Vergleichsstudien.
Panorama
Montag, 6. Dezember 2010
Dynamik ist ein aus den Naturwissenschaften stammender Begriff, der im 18. Jahrhundert in die Sozialwissenschaften übernommen wurde. Der Duden definiert sie als „Lehre vom Einfluss der Kräfte auf die Bewegungsvorgänge von Körpern“. In der Vorlesung „Bildungsdynamik der modernen Welt“ (WS 09/10) untersuchten wir Aussagen über Entwicklungsbeschleunigung von ganzen Erziehungs- und Bildungssystemen. Eine an sich ganz interessante Sache, die leider schwer verdaulich dargeboten wurde.
Mit meinem Bloglerntagebuch habe ich damals die Inhalte durchdacht, strukturiert sowie für mich (und die Kommilitonen, die irgendwann auf mein Blog stießen) den roten Faden herausgearbeitet. Mein Blogtagebuch veröffentliche ich nun hier leicht überarbeitet und um die Themen 10 bis 12 erweitert erneut, denn aus meiner Sicht sind die Inhalte zu interessant und zu relevant, als dass sie einfach nur im Archiv eines persönlichen Blogs untergehen sollten.
die Themen
- Phänomene und Ursachen der Bildungsdynamik
- Moderne (Bildungs)Welt
- Japans Öffnung
- Transnationale Bildungsprogrammatik (I)
Mori Arinoris Brief und David Murrays Aussagen über den Stellenwert von Bildung für die gesellschaftliche Entwicklung
- Transnationale Bildungsprogrammatik (II)
Grundsätze einer modernen Bildungsorganisation und die Makroorganisation
- Transnationale Bildungsprogrammatik (III)
Über das Verhältnis Individuum-Erziehung-Nation-Nationale Gesellschaft-Fortschritt
- Neo-Institutionalismus
- Europäische Ursprünge
- Fortschritt
- Nachweis der Weltentwicklungs- und -bildungsprogrammatik
- Träger und Mechanismen globaler Dissemination
- Der Fall „Bologna“
Französisch
Samstag, 20. November 2010
Vor rund dreieinhalb Jahren habe ich ein sehr gutes einsprachiges Französischwörterbuch gefunden. Es heißt „Le Robert Brio“ und entstand unter Leitung der grande dame der französischen Lexikografie: Josette Rey-Debove. Nicht nur, dass – ganz subjektiv betrachtet – die Erklärungen verständlicher sind als im „Petit Robert“. Der Brio verfolgt auch ein gänzlich anderes Konzept, das ganz neue Perspektiven im französischen Wortschatz zeigt. Ich möchte dies an einem Auszug aus dem Vorwort verdeutlichen:
Ainsi, on nous enseignait que le mot indubitable venait du latin indubitabilis, information peu utile, alors que c'était le rapprochement entre indubitable et dubitatif qui éclairait ce mot en révélant un radical DUBIT-. Autrement dit, l'étymologie était abordée au mauvais niveau, puisque plus personne ne parlait les langues mortes et que la majorité des élèves ne les étudient plus ; en outre, le français était présenté comme une langue dépendante qui n'était explicable que par la “ vraie „ langue mère, le latin. Or cette langue à cas présente peu de ressemblance avec le grec, les langues germaniques, le francique, le celtique ot pénétré notre vocabulaire. Les enseignants d'autrefois faisaient référence aux langues anciennes qu'ils connaissaient, ne pouvant rien dire des autres. C'est ainsi que s'est renforcé le mythe de la langue française proche du latin ; la filiation ne suffit pas à la ressemblance et quand il y a ressemblance, il s'agit du bas latin (non enseigné) plutôt que du latin classique.
(Kursiver und halbfetter Druck im Original)
Ohne es über den grünen Klee zu loben: Ich bin auch heute noch hin und weg von dem Konzept. Denn man bekommt auch ohne großes morphologisches Hintergrundwissen einen tieferen Einblick in das Funktionieren der französischen Sprache.
Der Robert Brio kostet in Frankreich etwa 35 €. Für zirka 41 € gibt es ihn auch in der Berliner französischen Buchhandlung ZADIG.
Französisch
Montag, 15. November 2010
Das Institut national de prévention et d’éducation pour la santé hat einen sehenswerten Werbespot veröffentlicht, der Jugendliche vom Rauchen abhalten soll: Toxic Corp. Das Video gibt es bei youtube.
Vous êtes jeunes, en bonne santé. Rejoignez Toxic Corp. et devenez fumeur de remplacement. Chaque année, 270 000 jeunes courageux et motivés sont prêts à absorber plus de 50 substances cancerigènes pour nous aider à soutenir nos bénéfices. Comme eux, saisissez cette chance. Et remplacez dès aujourd’hui l’un de nos fidèles fumeurs décédés.
Le tabac tue un fumeur sur deux. L’industrie du tabac compte sur vous pour les remplacer.
(Ihr seid jung und guter Gesundheit. Kommt zu Toxic Corp. und werdet Ersatzraucher! Jedes Jahr sind 270 000 mutige und motivierte Jugendliche bereit, 50 Krebs erregende Substanzen aufzunehmen, um unseren Gewinn zu unterstützen. Ergreift auch ihr eure Chance! Und ersetzt schon heute einen unserer treuen, verstorbenen Raucher.
Rauchen tötet jeden zweiten Raucher. Die Tabakindustrie zählt auf euch, um sie zu ersetzen.)
Das Institut national de prévention et d’éducation pour la santé (INPES) ist das französische Pendant zur BZgA.
Geografie
Samstag, 13. November 2010
„Leben mit Naturkatastrophen“ ist das verpflichtende Schwerpunktthema im Themenfeld „Asien – Extreme des Naturraums“. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung darlegen. Von besonderem Interesse sind Erdbeben, Vulkanismus, Überschwemmungen und Tsunamis.
In Klassen mit einem guten Englisch- oder Französischniveau, etwa beim bilingualen Erdkundeunterricht, eignet sich für drei dieser Naturkatastrophen das Serious Game „Stop Disasters“. Es wird von den Vereinten Nationen im Rahmen der Internationalen Strategie zur Reduzierung von Katastrophen angeboten.
Bei jedem Szenario müssen Infrastruktur- (Wohngebäude, Hotels, Krankenhaus, Schule) und Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Es werden Tipps genannt, etwa das es besser ist, ein Hotel entfernter vom Strand, auf erhöhtem Grund zu errichten, als direkt an der Küste, wo es vom Tsunami schwer getroffen würde. Darüber hinaus können durch „Upgrades“ Evakuierungssysteme eingerichtet sowie für die Bewohner bzw. Hotelangestellten Fortbildungskurse angeordnet werden.
Hat man allen ein Dach über dem Kopf eingerichtet und erachtet seine Schutzmaßnahmen als ausreichend (oder ist vielleicht auch einfach nur das Geld alle), so kann man testen, ob man gut vorgesorgt hat. Per Klick, spätestens aber nach Ablauf von rund 20 Minuten, bricht die Katastrophe über einen herein. Und die Schadensbilanz wird gezogen.
Lehren
Montag, 8. November 2010
Beim Gruppenpuzzle, auch Jigsaw-Methode genannt, bearbeiten die Schülerinnen und Schüler zuerst in Expertengruppen unterschiedliches Material. Später treffen sich die verschiedenen Experten in Basisgruppen.
Rein organisatorisch entsteht mitunter das Problem, dass sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler nicht gut durch die Anzahl der Experten- und Basisgruppen teilen lässt. Abhilfe schafft diese tabellarische Übersicht (PDF-Datei).
Damit nicht mehr als fünf Schüler in einer „Farbgruppe“ (Expertengruppe) zusammenarbeiten, empfiehlt es sich, sie in Untergruppen zu trennen. Ein Trennungsvorschlag ist mit „|“ dargestellt.
Geografie
Sonntag, 7. November 2010
Im US-Repräsentantenhaus kommen für den Bundesstaat Montana auf einen Abgeordneten 967.440 Einwohner, für Rhode Island hingegen nur 525.394. Das bedeutet, dass der Abgeordnete aus Montana die 1,8-fache Anzahl an Einwohnern vertritt.
Dieser Fakt, der sich im Rahmen einer Diskussion bei Jochen English ergab, hat mich grübeln lassen, wie viele Einwohner wohl auf einen Bundestagsabgeordneten kommen.
Ähnlich wie in den USA variiert die Zahl je nach Gliedstaat, also bei uns nach Bundesland.
In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise und entsprechend viele Direktmandate. Zwölf davon entfallen beispielsweise auf das Land Berlin. Die gleiche Anzahl an Abgeordnete zieht nochmal über die Landeslisten ein, sodass von den 598 Abgeordneten 24 in Berlin ihren Wohnsitz haben. Bei den Wahlen zum 17. Bundestag fielen insgesamt 24 Überhangmandate an, die sich unterschiedlich auf die Bundesländer verteilen. Allein 10 solcher Mandate entfallen auf Baden-Württemberg, das nun 86 Abgeordnete stellt.
Teilt man die Bevölkerungszahl eines Bundeslandes durch die Anzahl seiner Mandate, so ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild, wie am Beispiel der beiden Extreme Bremen und Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu Deutschland aufgezeigt werden soll:
| Bundesland | Einwohner/Abgeordnete(r) ohne Überhangmandate | Einwohner/Abgeordnete(r) mit Überhangmandate |
| Zahl | Prozent | Zahl | Prozent |
| Bremen | 165.467 | 120,7 % | 165.467 | 125,5 % |
| Deutschland | 137.128 | 100,0 % | 131.837 | 100,0 % |
| Mecklenburg-V. | 118.883 | 86,7 % | 104.022 | 78,9 % |
Gäbe es keine Überhangmandate, so entfielen auf einen Bremer Abgeordneten 1,4-fach so viele Einwohner wie auf einen Volksvertreter aus Mecklenburg-Vorpommern. Durch die zwei zusätzlichen Überhangmandate im nordöstlichsten Bundesland vergrößert sich der Abstand auf den Faktor 1,6. Was bedeutet das? Die vier Bremer Abgeordneten vertreten so viele Einwohner wie sechs ihrer mecklenburg-vorpommerischen Kollegen. Das Stimmgewicht eines Abgeordneten ist jedoch immer gleich, egal aus welchem Bundesland er stammt oder wie viele Personen er vertritt.
Ein Blick auf alle Bundsländer (Diagramm):

Leider erlaubt mir es OpenOffice.org lediglich, einen Mittelwert einzutragen. Doch denkt man sich jenen für die blauen Säulen bei etwa 137.000 und den für die orangen Säulen bei 131.000, so werden die Abweichungen deutlicher.
Und da wirft sich die Frage auf, die Jochen, wenn auch in einem anderen Kontext, angesprochen hat: Ist es demokratisch, wenn die Stimme eines Mecklenburg-Vorpommers 1,6-fach so viel zählt wie die eines Bremers?
Französisch & Lehren
Samstag, 2. Oktober 2010
Ixsi von „Schwamm drüber!“ hat vor einigen Tagen über Selbsteinschätzungsbögen geschrieben, die sie im Unterricht zur Klassenarbeitsvorbereitung einsetzt.
In die gleiche Richtung geht das Transparenzpapier. Sein Ziel ist es, die Angst vor und während Leistungssituationen zu reduzieren. Dies wird erreicht, indem die Anforderungen, die Kriterien für die Leistungsbewertung sowie die Konsequenzen (also das Gewicht der Arbeit in der Endnote) bekannt gegeben werden.
Darüber hinaus erzielen die Schülerinnen und Schüler bessere Lernergebnisse durch eine bessere Vorbereitung.
In der Uni durften wir ad hoc selbst ein solches Transparenzpapier entwickeln; gemeinsam mit meiner Kommilitonin Françoise ist Folgendes dabei herausgekommen.
Geografie
Mittwoch, 2. Juni 2010
Es ist immer schwierig, sich das räumliche Ausmaß von etwas vorzustellen, wenn man ein Gebiet nicht kennt. So auch bei der Katastrophe um die untergegangene Ölplattform Deepwater Horizon.
Mit IfItWasMyHome.com und Beowulfe.com/oil kann man den Ölteppich vom Golf von Mexiko auf jeden beliebigen Punkt der Erde verschieben. Sein Ausmaß, das die ganze Schweiz verdecken könnte, wird mehr als deutlich.

(Quelle: IfItWasMyHome.com)