Monsieur Becker

Geografie & Panorama

Geschichte + Geografie = Aufschrei

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Im Land Berlin gibt es bald neue Rahmenlehrpläne für die Primar- und Sekundarstufe I. In den Klassenstufen 5 und 6, die hierzulande noch zur Grundschule zählen, gibt es bald weder Geschichte noch Geografie als eigenständige Fächer im Kanon, beide gehen gemeinsam mit politischer Bildung (die eigentlich eine Querschnittsaufgabe aller Fächer ist) im Fach Gesellschaftswissenschaften auf. Das Ergebnis: Ein Aufschrei geht durch die Kommentarspalten der Zeitungen.

Ich habe vor meinem Referendariat an einer Grundschule gearbeitet und dort auch Geschichte und Erdkunde gegeben. Dabei habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass beide Fächer in der Grundschule häufig von Lehrkräften unterrichtet werden, die dafür nicht ausgebildet sind. Ein Beispiel: »Schön, dass Sie Klimadiagramme mit den Schülern machen, das habe ich bisher nie gemacht.«, sagte mir die Lehrkraft, die ich ersetzte, wohl gemerkt war sie nicht mehr weit von der Pensionierung.

De facto waren schon damals Geschichte und Geografie nicht wirklich eigenständig, so war es zumindest in dieser Schule üblich. Ein Themenblock Geschichte von etwa sechs Wochen, dann ein Themenblock Geografie. Ein abwechselndes und liebloses Nebeneinander der Themenfelder. Ich begrüße es daher sehr, dass zukünftig eine engere Verknüpfung der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer in der Grundschule stattfindet. Angst, dass dies einem der beiden Fächer schadet, habe ich nicht wirklich, da auch die naturwissenschaftlichen Fächer in Berlin auf Grundschulebene als ein Fach unterrichtet und erst in der Oberschule ausdifferenziert werden.

Wenn allerdings Geschichte und Geografie auch an den Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien verschwinden sollen, dann gibt es meines Erachtens Grund für einen Aufschrei.

Französisch & Panorama

Förderordner Französisch

Sonntag, 21. September 2014 · , ,

An meiner Schule gibt es für die Klassenstufen 7 und 8 an drei Tagen der Woche ein Ganztagsangebot. Neben dem regulären Unterricht haben die Schülerinnen und Schüler (= SuS) drei »Ganztagsstunden«. Eine oder zwei AGs können in dieser Zeit besucht werden, der Rest (zwei bzw. eine Stunde) ist Flexzeit.

Während der Flexzeit erledigen die SuS unter Aufsicht von externen Partnern und Lehrkräften Hausaufgaben oder üben Mathematik. Für die Matheübungen gibt es einen Ordner mit verschiedenen Niveaustufen; die SuS haben vorher einen Eingangstest geschrieben und nehmen sich entsprechend die Arbeitsblätter. (Konkret erarbeiten bzw. wiederholen die Lernenden den Themenbereich Bruchrechnung, im Anschluss schreiben sie einen neuen Test.)

Alle Arbeitsblätter sind mehrfach vorhanden und laminiert. Die SuS schreiben mit einem non-permanenten Folienstift auf die Blätter und wischen sie, nachdem sie ihre Ergebnisse kontrolliert haben, anschließend wieder sauber. Das alles funktioniert ganz gut, mal davon abgesehen, dass ungestüme SuS-Hände auf labile Ordnerschließmechanik treffen.

Damit die Lernenden zukünftig auch individuell Französisch üben können, stelle ich gerade einen Förderordner zusammen. Hier zahlt sich die Entscheidung der Fachkonferenz für das neue À plus aus, denn mit dem Förderheft, das jedem Carnet d’activité beiliegt, den Übungen im Grammatikheft sowie den Diagnosematerialien füllt sich der Ordner fast von allein.

Aufbau des Ordners

Der erste Band von À plus ist in 8 Unités untergliedert, ab Unité 2 wechseln sich nach jeder Unité die »Evaluationsmodule« Bilan und Fais le point ab. Diese Einteilung (14 Abschnitte) habe ich einfach übernommen, wobei sich die ersten vier Lektionen in einem Ordner befinden, die letzten vier in einem zweiten. Am Ende jeden Ordners gibt es dann noch Lösungsblätter zur Selbstkorrektur.

Material zu jeder Unité

Für jede Unité werden Materialien aus dem Förder- und dem Grammatikheft bereitgestellt:

  • Auf blaue Blätter habe ich die Unité-bezogenen Seiten des Förderheftes gedruckt, die Seiten gibt es vierfach und sie sind laminiert. Sie können also problemlos mit einem non-permanenten Folienstift beschrieben werden. Natürlich könnten die Lernenden auch mit dem eigenen Förderheft arbeiten, aber damit es nicht verloren geht, sollen es meine SuS einfach zuhause lassen (durch das Fachraumprinzip haben wir keinen festen Klassen- oder Lehrerraum, in dem ich die Hefte hinterlegen könnte). Am Ende des Ordners gibt es dann die Lösungsblätter, ebenfalls blau, laminiert und vierfach. (Kleiner Tipp: Das Förderheft kann man sich als PDF über den Webcode im Carnet d’activités herunterladen.)
  • In hellgrün gibt es Fais-le-point-Übungen, die ich mir über den Webcode im Grammatikheft heruntergeladen habe. In der PDF-Datei ist die Leitfarbe rot, doch das finde ich für Grammatik etwas abschreckend. Die Lösungsblätter sind auch hellgrün und befinden sich wieder am Ende des Ordners.

Material zu Bilan und Fais le point

Für die Bilan– und Fais-le-point-Teile gibt es (a) Diagnose-, (b) Diagnoselösungs-, (c) Förderübungs- und (d) Förderübungslösungsmaterialien. Die (a) Diagnoseübungen überprüfen die SuS selbst mit dem (b) Diagnoselösungsmaterial. Darin werden auch Förderübungen empfohlen. Damit die Lernenden immer wissen, was ihnen empfohlen wird, ist das Diagnoselösungsmaterial eine normale Kopie auf weißem Papier, die sich in Klassenstärke im Ordner befindet. Die SuS können das Blatt also behalten. Die (c) Förderübungsmaterialien sind hellgelb, ebenso die (d) Lösungen.

»Produktionsprozess«

Zum Abschluss möchte ich noch etwas zum »Produktionsprozess« sagen.

Oben hatte ich bereits geschrieben, dass ungestüme SuS-Hände auf labile Ordnerschließmechanik treffen, sodass innerhalb der ersten Woche zwei Matheübungsordner kaputt gingen. Ich habe mich daher für einen Leitz-Aktenordner entschieden, bei dem sich der Hebel 180° bewegen lässt. Den gibt es auch in den vier Farben, die die vier À-plus-Bände haben (gelb, hellgrün, hellblau, orange).

Für die farbigen Papiere habe ich von zwei unterschiedlichen Marken gekauft: Pastellgrün und pastellblau sind PEFC-zertifizierte A4-Papiere von Staples mit einer Grammatur von 80g. Intensivgelb und mittelorange haben die gleiche Größe und Grammatur, sind allerdings von Rainbow (bzw. Papyrus) und FSC-zertifiziert. Gern hätte ich farbiges Recyclingpapier verwendet, habe jedoch keines in den gewünschten Farben gefunden. Immerhin können die weißen Diagnosebögen auf recyceltem Papier gedruckt bzw. kopiert werden.

Zur Lamination: Insgesamt habe ich über 400 Folien verbraucht. Sehr zufrieden bin ich mit den A4-Folien von Peach, da sie über »easy centering« verfügen. Im Gegensatz zu den meisten Folien, die nur an einer kurzen Seite nicht offen sind, geht der Verschluss bei den Peach-Folien auch ein klein Wenig um die Ecke, was beim Einlegen der Arbeitsblätter in die Folie sehr hilfreich ist. Natürlich ist der Zeitgewinn pro Folie nicht sehr groß, doch bei 400 Folien macht sich der Unterschied schnell bemerkbar. Das Laminieren selbst dauert an die sieben Stunden.

Wie deutlich wurde, ist so ein Förderordner mit einem enormen Arbeits- und finanziellen Aufwand verbunden. Ich schätze, dass ich ca. 15 Stunden beschäftigt war, einschließlich Einkauf und Herstellung. Für die Ordner habe ich 10 € ausgegeben, das Papier kostete ca. 26 €, die Folien schlagen mit 32 € zubuche. Summa summarum betragen die Materialkosten für den Förderordner etwa 70 €. Für einen Lehrbuchband. Das klingt erstmal viel, doch runtergebrochen auf vier Klassen, die ihn nutzen können und mindestens vier Jahren Einsatz kostet er weniger als 4,50 € pro Klasse und Schuljahr.

Panorama

Ausfüllbare PDF-Formulare

Donnerstag, 31. Juli 2014

Als Lehrerin bzw. Lehrer ist es nicht schlecht, wenn man Freude am Formularausfüllen bzw. -dechiffrieren hat. Wie oft ich schon die IBAN des Klassenfahrtskontos in ein und denselben Antrag schreiben durfte, oder eine gefühlt endlose Liste mit E-Mail-Adressen enträtseln musste …

So recht erschließt sich mir auch nicht, warum man viele Formulare gar nicht am Computer ausfüllen kann, obwohl sie als PDF-Datei vorliegen. Da mir diese Situation keine Ruhe lies und ich bei anderen PDF-Formularen (zum Beispiel denen der Deutschen Rentenversicherung) gesehen habe, dass man durchaus bestimmte Daten eigentlich nur einmal eingeben muss und sie erscheinen trotzdem an verschiedenen Stellen, habe ich mich bei Adobe angemeldet, um die Creative Cloud zu testen, genauer das Layoutprogramm InDesign und das PDF-Programm Adobe Acrobat Pro.

Mit InDesign kann man das Formular nicht nur layouten, sondern sogar Formularfelder einrichten. Das ist ganz praktisch, denn die automatische Formularfelderkennung von Acrobat Pro hat zumindest bei mir eher unbefriedigende Ergebnisse geliefert. InDesigns PDF-Funktionen selbst sind recht rudimentär, denn man kann zum Beispiel nicht angeben, dass ein Geburtsdatum ein bestimmtes Format haben muss. Für ein Layoutprogramm besonders enttäuschend ist die fehlende Möglichkeit, den Text der Formularfelder zu gestalten. Die Schriftgröße kann man noch einstellen, mehr aber auch nicht. Wenn anstelle von Times New Roman der eingegebene Text zum Beispiel in Myriad erscheinen soll, muss ich die Textfelder manuell in Acrobat Pro nachbearbeiten. Nehme ich in InDesign später eine Änderung vor und exportiere das Dokument wieder ins PDF-Format, so beginnt die manuelle Arbeit von Neuem.

Alles in allem hat es ungefähr einen Tag gedauert, bis ich vom Anfänger-ohne-Vorkenntnisse-Niveau ein »fertiges« , am PC ausfüllbares PDF-Formular hatte, das für die Aktualisierung der Daten im Schülerbogen verwendet werden kann. Die meiste Zeit habe ich damit vergeudet, nach Funktionen zu suchen, die es meines Erachtens geben muss, es aber schlicht nicht gibt.

Für die Gestaltung habe mich an dem tatsächlich in meiner Schule verwendeten Formular orientiert, aber auch an einem Elterngeldantrag, damit nicht nur Mutter und Vater vorkommen, sondern der gesellschaftlichen Realität (zum Beispiel alleinerziehender Vater oder zwei Mütter) Rechnung getragen wird.

Hier gibt es das Formular im PDF-Format, eventuell muss es erst heruntergeladen und explizit mit dem Adobe Reader angesehen werden, da bei mir alternative PDF-Anzeigeprogramme die Formularfunktion nicht unterstützen.

Geografie

Kompetenzraster für Geografie

Donnerstag, 24. Juli 2014 · ,

Im kommenden Schuljahr werde ich voraussichtlich eine 7. Klasse und einen Grundkurs in Geografie haben. Obwohl ich Geo sehr gern unterrichte, bin ich nicht unfroh, nicht in allen Jahrgängen eingesetzt worden zu sein, denn im Schuljahr 2015/2016 wird ein neuer Rahmenlehrplan unterrichtswirksam, der, so der Buschfunk, erhebliche Änderungen mit sich bringt. Neben inhaltlichen Aspekten soll auch das etwas eigenwillige Berliner Kompetenzmodell durch das der DGfG-Bildungsstandards abgelöst werden. Der Wechsel ist meines Erachtens sehr sinnvoll, denn die Standards, die sich bisher im Rahmenlehrplan der Sekundarstufe I fanden, passten eher zum DGfG- als zum rahmenlehrplaneigenen Modell.

Angesichts der Veränderungen, die anstehen, greife ich erneut die Idee auf, für jeden dann neuen Themenbereich ein Kompetenzraster zu entwickeln, um die Lernintention und Erfolgskriterien besser kommunizieren und transparent machen zu können. Da dies in Alleinregie kaum schaffbar ist, habe ich bereits eine Fachseminarleiterin und meinen ehemaligen Fachseminarleiter gewinnen können, ab Erscheinen der Rahmenlehrplanvorabfassung (voraussichtlich im Herbst) gemeinsam mit deren Referendarinnen und Referendaren die Arbeit aufzunehmen.

Als ersten »Testlauf« habe ich nun für das erste Themenfeld der Doppeljahrgangsstufe 7/8 des derzeit gültigen Rahmenlehrplans (Osteuropa, Nord- und Mittelasien – Raumpotenziale und ihre Nutzung) ein Kompetenzraster entwickelt (PDF-Datei), das schon auf dem neuen Kompetenzmodell fußt. Das Modell umfasst folgende Kompetenzbereiche:

  • Fachwissen,
  • räumliche Orientierung (kurz: Orientierung),
  • Erkenntnisgewinnung/Methoden (kurz: Methoden),
  • Kommunikation,
  • Beurteilung/Bewertung (kurz: Bewertung) und
  • Handlung.

Das Raster (PDF-Datei) zeigt (gegliedert nach Themen des Themenfeldes sowie nach Kompetenzbereichen) die am Ende der Unterrichtseinheit erwarteten Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler, wobei es bei Fachwissen schwierig ist, tatsächlich von einer Kompetenz zu sprechen. Herr Rau bezeichnet den Bereich der Sachkompetenz meines Erachtens zurecht als »irgendwas Verklausuliertes, um Wissen und Kompetenz verbinden zu dürfen« (vgl. Tweet vom 18. Juli 2014).

Auf den ersten Blick auffällig an dem Raster ist, dass nicht jeder Kompetenzbereich bei jedem der vier Themen vorkommt. Es gibt auch keine festgelegte Abfolge der Bereiche, vielmehr habe ich versucht, der inhärenten Progression jedes Themas Rechnung zu tragen.

Geografie & Panorama

20 Sklaven arbeiten für mich

Freitag, 27. Juni 2014 ·

Katars Fußballweltmeisterschaftsprojekt steht in der Kritik, nicht zuletzt aufgrund der katastrophalen Arbeitsbedingungen. Korruption und Sklaverei, darauf baut das Fußballwunder in der Wüste.

Durch Sklaverei und in sklavereiähnlichen Bedingungen entstehen auch eine Vielzahl unserer täglichen Produkte. »Made in Bangladesh«, ist in viele Kleidungsstücke eingenäht. Vor Kurzem fand sich sogar ein (gefälschter) Hilfreruf im Kleidungsstück des irischen Billigkleidungsherstellers Primark.

So weit, so bekannt, so ignoriert.

»85 Millionen Kinder arbeiten laut ILO […] unter ausbeuterischen Bedingungen« (Quelle). Eine erschreckend hohe Zahl, aber irgendwie auch abstrakt. Ein persönlicher Bezug? »Ach Quatsch, wegen mir arbeitet niemand als Sklave.«, denkt man sich leicht.

Doch tatsächlich arbeiten Sklaven für einen. Für meinen Lebensstil sind es, so SlaveryFootPrint.org, zwanzig Menschen. Zwanzig Menschen, für die Artikel 4 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nicht das Papier wert ist, auf das er gedruckt ist: »Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind in allen ihren Formen verboten.«

Wie viele Sklavinnen und Sklaven arbeiten für deinen Lebensstil?

Französisch & Panorama

English is Crazy!

Samstag, 14. Juni 2014

Als Französischlehrer erzählen mir Schülerinnen und Schüler oft, wie einfach Englisch im Vergleich zum Französischen sei. Selbst die Rechtschreibung sei ja viel logischer.

Nun ja, zumindest das mit der Rechtschreibung stimmt nicht. Die englische Sprache kennt viel mehr Laut-Buchstaben-Zuordnungen als das Französische. Geradezu legen… – wait for it – …dary ist die Buchstabenfolge ough, für die es 10 Aussprachemöglichkeiten gibt.

@mitchellmoffit greift in seinem Video noch mehr sprachliche Kuriositäten exemplarisch auf, die nur einen Schluss zulassen: Ils sont fous, ces anglophones.

Panorama

Arbeitsblattvorlage

Sonntag, 8. Juni 2014

So gut wie jede Lehrkraft entwickelt eigene Arbeitsblätter. Mal handschriftlich, mal mit Word, … Nicht wenige basteln sich ihre Sachen zusammen, sodass die Arbeitsblätter optisch recht unterschiedlich ausfallen. @Hokeys bekannte letztens in einem Tweet: »Meine Arbeitsblätter sehen immer aus…«

Ich habe schon eine Weile ein Interesse für Textgestaltung, daher habe ich mir nach Experimenten mit völlig unterschiedlichen Designs eine Arbeitsblattvorlage gebastelt, mit der ich ganz zufrieden bin, denn sie wird den Anforderungen meiner beiden Fächer (Geografie und Französisch) gerecht.

Arbeitsgrundlage ist die freie Textverarbeitung LibreOffice Writer. Darin habe ich die Vorlage hinterlegt und kann sie auch verändern. Jede Änderung wirkt sich auf die konkreten Arbeitsblätter aus. Ganz praktisch, wenn später Absatz- oder Zeichenvorlagen ergänzt werden müssen, die mir bisher noch nicht eingefallen sind.

Allerdings: »Wenn man weiß, was man mit #CSS machen kann, sind Dokumentenvorlagen in #LibreOffice wahsinnig unbefriedigend.« (Quelle). Die Möglichkeiten in Microsoft Word sehen, so finde ich, sogar noch schlechter aus.

Hier nun die Arbeitsblattvorlage als PDF-Datei, die unter anderem erklärt, welche Schriftarten und -größen mit welchem Zeilenabstand ich einsetze. Ich verzichte darauf, die OTT-Datei online verfügbar zu machen, damit jeder selbst seinen Weg finden kann.

Panorama

Transparenz in Schulfördervereinen

Montag, 28. April 2014 · ,

In Deutschland gibt es 34 400 allgemeinbildende Schulen (destatis), viele von ihnen werden durch Schulfördervereine unterstützt. Mehr als 20 000 solcher Vereine gäbe es, so die Wikipedia, die sich auf eine Schätzung beruft, leider ohne Quellenangabe.

Meine Erfahrung mit Schulfördervereinen ist bisher, dass sie und ihre Arbeit häufig unsichtbar sind. Ist man nicht Mitglied, so erfährt man kaum, was der Förderverein genau unterstützt. Allgemeine Ziele lassen sich der Satzung entnehmen, sofern diese überhaupt online abrufbar ist. Aber ein jährlicher, für alle auf der Schulwebsite zugänglicher Tätigkeitsbericht? Fehlanzeige. Finanzbericht? Aber dann erführe ja jeder, wie viel Geld der Verein einnimmt und wofür er es ausgibt.

Sicherlich grassiert in den Fördervereinen keine Korruption, doch für die Geheimniskrämerei gibt es meines Erachtens keinen Grund. Ich finde sie sogar kontraproduktiv, schließlich kann durch Offenheit und Transparenz gezeigt werden, dass die Mittel sinnvoll im Sinne des Vereins für die Schule, die Schülerinnen und die Schüler eingesetzt werden. Was bitte ist werbewirksamer?

Um bei gemeinnützigen Organisationen Licht ins Dunkle zu bringen, gründeten die Anti-Korruptions-NGO Transparency International Deutschland und weitere Organisationen die Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ). Wer sich ihr anschließt, verpflichtet sich, öffentlich abrufbar Auskunft zu 10 Punkten zu geben. Dazu gehören die »Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur« (Quelle). Dies ist für die Vereine kein wirklicher Mehraufwand, denn die Informationen liegen intern vor, sie müssen nur zugänglich gemacht werden.

Vor über drei Jahren, im September 2010, trat der Landesverband Schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg e.V. (lsfb) der Initiative bei. Er rief seine Mitglieder auf, ebenfalls die ITZ zu unterstützen. Ende 2012 waren über 500 Berlin-Brandenburger Schulfördervereine und fast 50 Kitafördervereine im lsfb organisiert (siehe Tätigkeitsbericht), in der Datenbank der ITZ-Unterzeichner findet sich deutschlandweit aktuell aber nur ein (!) Schulförderverein, nämlich der des OSZ Wirtschaft und Sozialversicherung Berlin.

Zusammengefasst: Nur ein Schulförderverein verpflichtet sich zu einem Mindestmaß an Transparenz. Einer von vermutlich mehr als 20 000. Das sind nicht einmal 0,005 %.

Natürlich gibt es mehr Vereine, die ohne Selbstverpflichtung wichtige Daten über sich verfügbar machen und transparent über ihre Tätigkeit informieren. Doch leider ist es nicht das Selbstverständnis der meisten Schulfördervereine. Sich zu einer transparenten Zivilgesellschaft im Kleinen zu bekennen, ist meines Erachtens die Voraussetzung für eine transparente Zivilgesellschaft im Großen. Diese Idee ist keine Forderung nach dem gläsernen Bürger, sondern nach transparenteren gemeinnützigen Organisationen und nach einem transparenteren Staat. Schulfördervereine können und sollten hier als Vorbilder und Multiplikatoren fungieren.

Mehr zum Thema Transparenz:

Französisch & Lehren

Beispielkompetenzraster zu À plus

Mittwoch, 2. April 2014 · ,

Mit den beiden Kompetenzrastern, die ich zu zwei Lektionen des alten Découvertes entwickelt habe, war ich unzufrieden. Daher habe ich mich entschlossen, einen neuen Versuch zu starten, diesmal für die ersten beiden Lektionen des neuen À plus, da ich mit diesem Lehrbuch ab dem neuen Schuljahr unterrichten werde.

Die Lehrwerke der neuen Generation – dazu gehört auch das neue Découvertes – sind kompetenzorientierter als ihre Vorgänger, möglicherweise erleichert dies die Erstellung von Kompetenzrastern. Sicherlich sind zwei Lektionen nicht besonders repräsentativ, dennoch schrieben sich die Kompetenzraster zu den Unités 1 und 2 viel leichter.

Im Gegensatz zu den o. g. Beispielrastern habe ich nun auf Stufen verzichtet. Die Kompetenzen sind gruppiert, jeder Gruppe sind sprachliche Mittel zugeordnet. In Unité 1 sind die sprachlichen Mittel so grundlegend, dass sie beiden Gruppen (sich begrüßen und verabschieden; sich und andere vorstellen) zugeordnet wurden.

Französisch & Lehren

Beispielkompetenzraster für Französisch

Samstag, 22. März 2014 · ,

In meinem letzten Beitrag habe ich Kompetenzraster als eine Möglichkeit genannt, Lernintentionen und Erfolgskriterien zu kommunizieren. In diesem Beitrag möchte ich nun zwei Beispielkompetenzraster für Französisch vorstellen. Sie beziehen sich auf Unité 2 und 5 des alten Découvertes 2, da beide Lektionen bald anstehen.

Einteilung der Kategorien

Die erste Frage, die ich mir bei der Erarbeitung stellte, war die nach der Einteilung der Kategorien. Schaut man in den Rahmenlehrplan und die Bildungsstandards für MSA und das Abitur, so gibt es eine Vielzahl an Kompetenzbereichen:

  • funktionale kommunikative Kompetenz
    • Leseverstehen
    • Schreiben
    • Hör-/Hörsehverstehen
    • Sprechen
    • Sprachmittlung
  • interkulturelle kommunikative Kompetenz
  • Text- und Medienkompetenz
  • Sprachbewusstheit
  • Sprachlernkompetenz

Die letzten drei genannten Bereiche finden sich derzeit nur in den Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife, wobei sie bereits in der Sekundarstufe I eine wichtige Rolle spielen (sollten).

Aus rein pragmatischen Gründen, also um die Übersichtlichkeit des Rasters zu wahren, habe ich mich auf die kommunikativen Kompetenzen beschränkt und sie in rezeptive und produktive Kompetenzen gruppiert. Diese Einteilung ergibt für mich Sinn, da es zum einen beim Sprechen und Schreiben einerseits und beim Hören und Lesen andererseits große Überschneidungen gibt, zum anderen wird das Sprechen bzw. Sprachmitteln häufig über die schriftliche Form abgeprüft (z. B. Dialogverfassen in der Klassenarbeit).

Um kommunikative Aufgaben bewältigen zu können, müssen sprachliche Mittel in Form von Grammatik und Wortschatz verfügbar sein. Dieser Bereich bildet die dritte Kategorie:

  • Lesen und Hören
  • Schreiben und Sprechen
  • sprachliche Mittel

Einteilung der Stufen

Neben der horizontalen Gliederung in Kategorien/Kompetenzbereiche gliedert Jarko Henning sein Klimadiagrammkompetenzraster auch vertikal in drei Stufen, die sich im Anforderungsniveau unterscheiden (z. B. Metainformationen ablesen, klimarelevante Informationen ablesen und weitere Informationen ableiten). In der Fortbildung merkte Henning an, dass auch eine Einteilung in Fundamentum und Additum sinnvoll sein könne.

Das Lernintentionsblatt eines neuseeländischen Naturwissenschaftslehrers, das Hattie/Beywl/Zierer (2014: 61ff.) vorstellen, beruft sich auf SOLO-Modell von Biggs/Collis. Nach Ansicht von Hattie/Beywl/Zierer (2014: 61) sei dieses Modell das »wirksamste«, um »Oberflächen-, Tiefen- und konzeptuelles Verständnis« in »Lernintentionen und Erfolgskriterien zu integrieren«. Can-do-Beschreibungen, also Lernintentionen, lassen sich im SOLO-Modell in vier Gruppen klassifizieren (ebd.):

  1. uni-strukturell/einfach strukturiert (eine Einzelinformation)
  2. multi-strukturell/mehrfach strukturiert (mehrere Informationen, aber voneinander unabhängig)
  3. relational (in Beziehung gesetzte Informationen)
  4. erweitert abstrakt (Abstraktion der relationalen Stufe und Transfer auf andere Zusammenhänge)

Während mir beim thematisch geprägten Französischunterricht, wie er vor allem in der Oberstufe üblich ist, das SOLO-Modell nützlich erscheint, so ist es meines Erachtens vorher, während der Spracherwerb im Vordergrund steht, nur bedingt anwendbar.

Ich habe mich daher für ein zwei-, ggf. mehrstufiges Modell entschieden, das Grundlagen und darauf Aufbauendes unterscheidet. Dies entspricht in etwa der oben angesprochenen Klassifikation in Fundamentum und Additum, wobei dies nicht als »Pflicht und Kür« verstanden werden soll, sondern alle Stufen sind »Pflicht«.

Beispiel 1: La cuisine française

Schauen wir uns nun ein Beispielkompetenzraster genauer an: Unité 5 : La cuisine française.

Stufe I umfasst den bereits bekannten und in der Lektion neu hinzukommenden Nahrungsmittel- und Küchenwortschatz. Dieser wird als Mindmap, aber auch in Form von Einkaufszetteln und Menüs produziert und rezipiert.

In Stufe II werden die Einzelzutaten zu einem Rezept »zusammengerührt«. Um nun sagen zu können, welche Zutaten benötigt werden und welche (nicht) vorrätig sind, sind weitere sprachliche Mittel (Mengenangaben, Teilungsartikel, il faut und das Pronomen en) erforderlich.

Stufe III ist zweigegliedert: In Stufe IIIa drücken Schülerinnen und Schüler aus, welche Nahrungsmittel sie und andere Personen (nicht) mögen, Ziel von Stufe IIIb ist es, ein Gespräch mit einem Obst- und Gemüshändler zu führen.

In gewisser Weise repräsentiert Stufe I die multi-strukturelle Ebene, in Stufe II erfolgt das Inbeziehungsetzen (relationale Ebene), anschließend erfolgt ein situativer Transfer.

Beispiel 2: Paris-Toulouse

Während im ersten Beispiel das Kompetenzraster die der Unité innewohnende Progression widerspiegelt, ist es bei Unité 2 : Paris-Toulouse schwieriger.

Ein wichtiges sprachliches Mittel der Stufe I ist das Passé composé mit être. Es dient dazu, Handlungen zu schildern, die in der Vergangenheit liegen, wie etwa einen Tagesablauf. Dass die Beschreibung mit Verbindungswörtern (connecteurs) augestaltet und somit zum Text verwoben wird, stellt Stufe II dar.

Unabhängig von diesem kommunikativ-sprachlichen Fokus gibt es weitere Aspekte (Zahlen bis 1000, Objektpronomen, unregelmäßige Verben), deren Thematisierung das Lehrbuch verlangt. Ich habe sie Stufe I zugeordnet, da sie in gewisser Weise zu beherrschende Grundlagen darstellen. Glücklich bin ich damit allerdings nicht, eine bessere Stufung der Inhalte fällt mir jedoch nicht ein. Kommentare und Vorschläge sind daher sehr gern willkommen.

Und nun?

Über Sinn und Unsinn der Kompetenzrastererstellung für ältere Lehrwerke, die nun abgelöst werden, kann man sich streiten. Ich denke aber, dass eine solche Arbeit für neue Lehrwerke lohnenswert ist, denn Kompetenzraster regen alle Kolleginnen und Kollegen dazu an, gemeinsam über Unterricht und ihre unterschiedlichen Vorstellungen zu sprechen. Kompetenzraster schärfen meines Erachtens den Blick aller Lehrkräfte, auch für Dinge, die bisher aus Unsicherheit oder Unachtsamkeit im eigenen Unterricht stiefmütterlich behandelt wurden. Und sie sorgen für einen gemeinsamen Nenner, auf dem weiter aufgebaut werden kann, etwa indem gemeinsam Arbeitsblätter zur Schulung der Schreibkompetenz (fiches d’écriture, de correction und d’évaluation) entwickelt werden.

Quellenangabe

  • Hattie, John/Beywl, Wolfgang/Zierer, Klaus (2014): Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen. Baltmannsweiler: Schneider-Verl. Hohengehren

Bienvenue

Herzlich willkommen auf meinem Blog.

Hier gibt es Beiträge zu allgemeinen Schulthemen, aber auch zu meinen Unterrichtsfächern Geografie und Französisch.

Im Bereich Schülerinfo habe ich Informationen speziell für meine Schülerinnen und Schüler zusammengestellt.

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